Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- 3 u. 4 (März-April 1912)
- Date
- 1912-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JtfaKJuni 1912 12. Jahr!an| Ko. 5 u. 6■ -> (Donaisbloff zur Förderung der Sabbathheiligun§ im locialen und wirtfd)aftlid)en Ceben deröegenvpart י Organ des Verbandes der Sabbathfreunde, des Israelitischen Stelleni/ermittlungs- und V/ersicherungsuereins, Frankfurt a. M. des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute, Breslau und des Israelitischen Stellenvermittlungsvereins, Hamburg. Verlag: J Redactlon: Isr. Stellenvermittlung•-a. Verslchertingsvereln, Frankfurt a M. t .Dr.-Ed. Biberfeld, Berlin. Centralbaroaa des Verbände• der Sabbathfreunde: Berlin N., Krausnlckstr. 18. Die Mitglieder des Verbände* and der 8tellenvemittlungsverd11e sa Berlin^ Breslau, Frankfurt und Hamburg erhalten das MonatBbiatt .Der Sabbath“ unentgeltlich. Besugspreis fttr Michtmitglieder Mk. 8.— jährlich. — Anzeigen 80 Pfennig die Tiergespaltene Petitzeile, bei Jahreeaufträgen Babatt — Correspoadenzen fttr die Bedaction an Dr. Ed. tfiberfeld, Berlin C., Heidercutergasse 4, alle sonstigen Mitteilungen geschiftlicher Art an die Geschäftsstelle des ,Der Sabbath", Frankfurt a. M. Gr. Eschenheimerstr. 23 riaobdmok der Artikel alt Quellenangabe erwünscht VEREUfSBUBEAFIi 13 c r 11 א ת.: KrausnieHslr. 18. Breslau 11 Wallstrasse 10. H*nburtl3 r Jtutschbahn 1J. F r a nk f u r I a. W.1 Schützenstr. 14. Lieber den Sabbath!*) Von Dr. M; Flügel, Baltimore. So wie der Monotheismus die Hauptlehre des Mos&ismn s ausmacht, so ist. der ,Sabbath seine vornehmste praktische Institution. Sie wird in der Bibel such stets mit der gleichen Feierlichkeit und mit beson• derem Nachdrucke betont und ihre Erfüllung mit dem Versprechen weltlichen und geistigen Wohlergehens, ihre Vernachlässigung mit der Drohung göttlichen Zornes und der Todesstrafe begleitet. — Sie wird als das WahrzeicbeD des mosaischen Bundes אדת ב־*ת hingestellt, was aber nicht ein bloßes Symbol, ein äußerliches Zeichen für eine bestimmte Idee bedeutet; sondern sie ist die große praktische und realistische Institution des Mosais-- mus, welche das jüdische Leben für alle Zeiten charakterisiert. Der Jude hält den Sabhath-Tag und glaubten einen geistigen Gott. Der Sabbath ist eine soziale, religiöse und humaniläre Einrichtung von höchster Bedeutung und Tragweite, eine Grundlage der mosaischen Religion, welche die weitesten Kreise gezogen hat. Haben doch 300 Millionen Christen und 400 Millionen Mohammedaner sie angenommen und naebgeabmf. Philosophen, Nationalökonomen, sozialistische Lehrmeister und radikale kosmopolitische Denker können ihrer nicht entraten und anerkennen die praktische Dringlichkeit eines perio- , dischen Buhetages. - Das Wort ,.Sabbath“ gehört zum ] ü&usschatz der Zivilisation. Die Poesie des Judentums bat es mit den lieblichsten Epithetis belegt. Der Sabbath ist die ,,Braut“, die .,Prinzessin“, die ״Königin von Israel“. —״ ־Komm mein Freund der Braut entgegen, wir wollen den Sabbath willkommen beißen“, ist der Refrain des Sabbathliedes, das dem Salomo Halevy zugpschrieben wird. Darauf hat einer der größten modernen Dichter! *) Aus dem Jahresbericht des Verbandes der Sabbathfreunde, Wien I jüdischen Geistes, sowie jüdischer Abstammung, ein reizendes Märchen gedichtet, das den. erfrischenden Einfluß des Sabbath auf den Einzelnen und das gesammte Volk, namentlich auf den unterdrückten Juden vergangener Zeiten trefflich schildert. _ .,Ein Prinz in Purpur geboren, wird durch Tücke und Zauber erniedrigt und in ein hündisches Tier verwandelt, in ein Tier mit viehischen Instinkten u.id ebensolcher Lebensart, ein gemeines, vor seines Herrn Füssen schwänzelndes und schnüffelndes Tier, das die Hand leckt, die ihm einen Bissen hinwirft, das bellt und bettelt um einen Blick der Beachtung, das sich vom Abfall nährt, den es am Misthaufen am Maiktplatz findet. "So führt er die ,6 Tage der Woche lang sein Leben. Wenn aber Freitag-Abend kommt, siehe da! da erscheint die Prinzessin wunderbar, edel und lieblich wie der Mond! Sie erscheinet den Zauberstab in der Hand, hold lächelnd und der böse Zauber ist gebrochen. Der bellende Hund ist wieder ein König, ein König mit allem Stolz, aller Würde, allein Hochgefühl, und Edelsinn: -jeder Zoll ein König! Und der in sein1 Reich eingesetzte König bedient sieb .1einer Hoheitsrecbte. Die Krone am Haupte, das Szrpter in der Hand, verlobt er sich mit der wunderbaren;Märchenp.rinzessin und heiratet sie“. Das ernste Gleichnis, fein und reizend ist leicht verständlich. - י Israel ist der zu einem bellenden Tier erniedrigte König; öinst Fürst des stolzen Judea, durolv-^Pyrannei und List erniedrigt, seit Pompejus, Titus’ und/ Hadrian’s Zeiten bis in die Mitte, des vorigen Jahrhunderts, ja noch bis auf den heutigen Tag von Priestern und, Kosaken durch grausame ' erfolgung, Verleumdung, Unverständnis und Fanatismus in einen bellenden Hund verwandelt. — Und die wunderbare Prinzessin, die einmal wöchentlich erscheint, die ihn zum Manne nimmt und ihm seine alte Würde, die Geistesbobcit wiedergibt, sie ist der Sabbath. 1