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Der Sabbath · 1911-09-01 · 9 10 u. 11 (Sept, Okt., Nov. 1911) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
11 (1911)
Issue
9 10 u. 11 (Sept, Okt., Nov. 1911)
Date
1911-09-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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50 Der Sabbath. ) ■+ Leichtigkeit, mit der es ihm durch Odowalsky’s Niedertracht gelang sich dpr ganzen Kleinstadt zu bemächtigen, gab ihm die Gewissheit die Brücke noch nehmen zu können, ehe die Alt' und Neustädter recht, kur Besinnung gekommen seien. Indem er dem einen Teil seingc Truppen den Angriff auf den Hradschin überliess, wendete er »CT! mit der anderen Hälfte sofort der Brücke zu: die bereits breitenden diesseitigen Strassen leuchteten ihm zu dem Werke. Vor .'Staunen pnd Wut glaubte er fast verrückt werden zu müssen, als er die Brücke gesperrt fand und den Sturm seiner ersten Colonnen so-4furchtbar zurückgewiesen sah, dass sich die Brücke schon in der ersten halben Stunde mit toten und verwundeten Schweden bedeckte. Fünf Mal wiederholte er in dieser Nacht den Anprall, ja, die beiden letzten Male führte er die Colonnen in Person an. Vergebens- Eine jüdische Büchsenkugel verwundete ihn überdem in der Hüfte, und ohnmächtig vom Blutverlust musste er hinweggetragen we[(Jpn. Inv6tarrer Verwunderung'hatte Graf Collorado erst vom Alt Städter Brückenkopf aus, dann von der Zinne des Torturmes dem Gang dieser Angriffe angesehen. Als der zweite und dritte vergeblich «Erfolgte, pries er laut die Bravour des Führers Marcus und seiner Genossen■ Rabbi Simon erwiderte kein Wort. Sein Auge auf den Sohn geheftet, der in der vordersten Reihe kämpfte, hielt er die Stange des Sterns umfasst und die lohende Fackel — so betete er leise bis zum Morgenschimmer. Das erste Frührot beleuchtete nur zu grässlich die Wahlstatt diese lange steinerne Linie, welche über das Wasser führte, von einem Cfiaos von Blut und Leichen, Aechzenden und Kämpfenden erfüllt Collorado legte seine Hand auf des alten Spira’s Schulter: tJfabbi. im Namen des Kaisers danke ich Euch, Eurem wackeren Sohn, Eurem tapferen Volke! Eure Opfer sollen nicht unbelohrt bleiben!* ״Herr, danket Gott allein! Seine Hand ist’s gewesen, nicht die unsre, die den Feind schlug, in seinen Händen ruhe der Rat■ Schluss auch ferner!“ Der Graf winkte und stieg vom Turme herab, um das Resultat djts Gefechtes in der Nähe zu betrachten. In der Torhalle unter jauchzenden Israeliten traf er Czemin und Kinsky, die eben angelangt waren. ״Getestet Graf!* rief Ersterer. Die braven Juden haben die Schweden geworfen und halten die Brücke ״Nach einem so heissen ersten Grusse wird Königsmarks Hitze sich wohl legen!* setzte Kinsky hinzu. Verdammt, dass die Kleinseite •hin ist; ich sehe mein eigen Haus brennen! Wie konnte es dem Feinde nur möglich werden, so plötzlich hineinzukommen? ״Ofne Verrath nicht, und Marcus Spira allein ist’s, der um ihn gepulst hat! Lassen Sie uns den Stand der Dinge näher untersuchen und Marcus über das befragen, was er vorher gewusst haben Vn it wollten sie die Brücke betreten, als eine jüdische Frau, hs andern folgten, ihn anredeten: Statthalter, unsere Männer haben gethan, was sie konn- Sie es uns Frauen nun auch thun! Wir kommen, die n zu pflegen und die Todten zu begraben.“ .Jäuch Ihr jüdische Weiber wollt dabei sein? Wer bist du denn? ״Ich ^>in Esther Katz und nur ein schwaches Mädchen, ich rkmüthig sein und mit meinen Freundinen die Männer dpfc&toiL.sie nicht verzagen und müde werden.“ 1Um>58*fd, das sollst du! Czemin, die Universität soll stellen, die barmherzigen Brüder aber Trag- Rathhaus muss Lazareth werden. Lassen Sie um unsem sieghaften jüdischen Freunden die ng zu' bezeugen. Komm’ mit deinen Begleitefinnen, welcher ten, lasse will ab; nicht Aerzt! bette(! uns Al| höchste Esther jenseitsy melb pf war vorüber, die Schweden hatten sich erschöpft leinseiter Tores zurückgezogen und dasselbe verratnhatte die Spitzen der hintersten ״spanischen Reiter. jetzt zu einer Gasse auseinander gerückt, um bequemere Verbin״ düng mit den vordersten Colonnen herzustellen. Durch diesen engen Gang folgten nun Esther und Täubchen, Frau Sara und et״ liehe Frauen dem Grafen und Kinsky, indess Czemin zurückeilte, um die Vorkehrungen zur Verpflegung zu treffen (Fortsetzung folgt) Der Diamant. Drei Parabeln von Be* J*lr - Frankfurt. 1. In einer Schale unter bunten Steinen In seinem höchsten Werte unerkannt Verborgen lag ein roher Diamant. .Was willst Du zwischen uns, den hellen, reinen?* Klang des Opals fast ärgerliches Weinen, ״Gieb acht, dass Fürst Rubin Dich nicht verbannt“. Zustimmend, drückt ihm Karneol die Hand, Achat, Onyx, Korund das Gleiche meinen. Die Edelsteine aber stille schwiegen. Ein Künstler hat den Diamant ergriffen Die andern liess er achtlos alle liegen. Sie blieben, was sie waren, ungeschliffen. Wie glänzte nun der Diamant so hell. Gott heisst der Künstler, er heisst Israel IL Der Diamant lag wieder in der Schale, Ward glanzlos er geschmäht in früh’rer Zeit, Im Glanze nun ward ers aus gift’gem Neid. Lang schwieg er still, dann sprach er zum Opale: ״Du, der veränderlich im nächsten Strahle, Beweisest Deine Unbeständigkeit. Euch andern ist gefleckt, gestreift das Kleid. Besieg’ mich einer doch, bevor er prahle I Sofort bekenne ich mich überwunden Gelingt es Euch, mir nur die Haut zu ritzen. Heran denn I Einer wird doch Mut besitzen!* — Ein jeder hat den traurigen gefunden Und blieb verwundet auf dem Kampfplatz liegen 1 Der Diamant war nimmer zu besiegen. III. Die Steine wutvoll nun in Rach’ entbrannten.- Einst einen Splitter hell zu ihnen trug . Ein Windstoss. ,Wer bist Du*, der Onyx frug Den eben angekomm’nen Unbekannten. Der sprach! ״Ich bin vom Stamm der Diamanten, Doch habe ich vom bleichen Licht genug, Zu Eurem Buntglanz fühl’ geheimen Zug Im Herz ich I“ - ״Hängst Du noch an den Verwandten?* Frug Onyx. ״Ich befehd’ sie, wo ich kann*. «O“, riefen alle, ״sei uns hochwillkommen. Den Prahler strafe dort, den Stolzen, Frommen“’ Der Splitter griff den Diamanten an. Der wehrt sich nicht, hat schweigend es gelitten. Das eigne Fleisch hat ihm d*s Herz zerschnitten, muns.

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