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Der Sabbath · 1911-03-01 · 3 u. 4 (März-April 1911) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
11 (1911)
Issue
3 u. 4 (März-April 1911)
Date
1911-03-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Der Sabbath. M werfen kann, hinaus ragt der eine Gedanke, dass es einen objektiv unverwüstlichen Kern ewiger Wahrheit von jeher besass und besitzt in seinem Gottesbewu>stsein, in seinen Ideen von <Jer Einheit, Alleir.heit und Ewigkeit Gottes ujid der göttlichen Leitung menschlicher Geschicke und Gleschirbfe;.'* Befreit .von mystisclien Vorstellungen, gerev n gt Von ‘Gebilden. der Phantasie sollte diese Goitesidee innier tiefer im Geiste erfasst, aber auch immer weiter im Herzen des. Volkes verbreitet werden. Aber reine Gejd inken ■find,tiurhtig und zart, reit e Gedanken werden nur schwer t'ffid Ällmalilich erfasst, noch schwerer in der breiten lasse de״s״ Volkes bewahrt: und dennoch sollten diese ri inen (Gedanken Sinn und Seele des gesamter. Volkes e ־füllen. Um diesen letzten und höchsten Zweck, menschliehen Lehens sicher zu erreichen, war der innere Kern njit einer schützenden Schale umgeben; gesetzliche Be- Stimmungen sollten das ganze Lehen durchziehen, mannigfaltiae und feste Hüllen, in Sitten und Gebräuchen ansepräirt. sollten den Kern tiir alle Zeiten lebendig und emkräftig erhalten. Nicht• Movs in feierlichen Stunden, icht bloss im Gotteshause. sondern zu allen Zeiten und n allen Ort ent sollte die Berufun•' Braels, jenes höchsten pedaiikens Träirer zu sein, ihm kt.nd und gegenwärtig bleiben. Welchen Ursprmitf inan« he •:esetzliche Bestimmung iuch haben, weichem Zweck sie sonst auch dienen mochte, immer war sie zugleich eine Ern neruitg, eine Mahnutur, äin Symbol des Gedankens göttli-hen und menschlichen Gehorsams. i Darum und darin zeigt das Lehen des jüdischen Volkes ein von dem Lehen anderer Völker so sehr verschiedmes Bild.־ j So herrlich und wahr diese Worte, führen uns dieseihen noch zum Schluss an ein Ereignis, an dem die Kinder Israef sieb zum .ersten Haie von Gott ganz abwet.׳.den, ja in.ihrer grössten Gesamtheit einem neuen G״tte, dem goldenen Kalbe, huldigten. Sie begannen . 11 i 1 allerdings eine noch schlimmere, treulosere weltliche t ctemoiiie als die Juden von heute mit dein Weihnacht*- r■ i'.m. Eigentümlich lind bemerkenswert in die-er Ery ■■ . .:1g der heiligen Schrift ist nicht• nur die Tatsache n:' >׳Vhe, die zumeist nur das Interesse erregt, sondern jt . ■ ine Stelle, an welche diese Erzählung angegliedert ist :1.1 i •ie beide in einem unlöslichen Zusammenhang zu je!:.■oder stehen'müssen, denn auch die Reihenfolge der!einzelnen BihcBtellen hat. sicher ihre triftigen Gründe.!Da lesen wir, bevor Hose auf dem Berge Siuai die ersten!Gesetzestafeln von Gott in Empfang genommen hat, giebt ihm Gott noch verschiedene andere Anordnungen für die 1 Stiftshütte uud als letzte schärfte Gott dem Mose noch- |mals für die Kinder Israel das Ilajten der Ruhetage, i besonders־ des Sabbathes ein, damit auch nicht einmal i Arbeiten für die Stiftshütte an einem Ruhetage ansgefübrt jWerden söllen. Bewahren sollen die Kinder Israel den; Sabbath; zu halten den Sabbath tiir ihre Geschlechter einen! Bund für die Ewigkeit. ,Zwischen mir und den Kindern \ Israel .sei er ein Zeichen für alle Ewigkeit“. Also schon allein durch diesen Bund und durch dieses Zeichen ist das Volk Israel und seine Lebensart eine so grundverschiedene von allen anderen Völker. Hit dieser letzten Mahnung, die eine ausdrückliche Wiederholung des dritten der 10 Gebote, darstellt, übergab Gott dem Mose die 2 Gesetzestafeln, enthaltend die Grundgebote der jüdischen Religion nnd aller weltlichen Sittlichkeit. «•, * beginnt in einem neuen Kapitel die Geschichte des gof׳l^»^n Kalbes, anfangc-nd mit der Begründung. ..A^> das Volk sah, «lass Mose lange säumte, vom Berge hjrabzukoinmen, da versammelte es sich um Aron und sie sprachen zu ihm*; Mache dich auf, verfertige uns ein göttliches Wesen, das vor uns hergehen soll, d. h. uns führen soll, denn dieser Mose,der Mann, der uns herausgeführt hat aus dem Lande Aegypten, wir wissdn nicht, was mit ihm geschehen.“ Dann wird erzählt, wie das goldene Kalb entstanden ist und die Erzählung schlosst ,und!!ס״ Volk setzte sich hin, um zu essen und zu trinken und sie standen auf, 11m Mutwillen zu treiben“. Was ersehen wir hieraus? Durch die direkte Aufeinanderfolge dieser beiden Bihelatelleu eine starke GegenübeT&tellurg. Auf der einen Seiie ein hohes SiMeugesetz, die Heilighaltung des Sabbat lies, des Ruhetages, das mit vielen religiösen t'eremonieen im Laufe der .Iaht hunderte umgeheu wurden, auf der anderen Seite die Sucht nach einem irdischen greifbarer. Ideal, verbunden mit Lebensgenuss ieglirher Art und verbunden mit einem Ceremoniell, das Menschen für sich selbst gewählt. Gibt es wohl schärfere Gegensätze als die des Sabbat.hgebotes und der Antietu ng des goldenen Kalbes, und wie vieles steigt hei dieser Gegenüberstellung von Begebenheiten unserer Tage in uns auf, wie wir i das Sabbatligebot mit seinen reinen, ethischen Ceremonieen heute geachtet, wie wild ist heute die Jagd nach dem Gold, das sich Tausende und Abertausende als Führer, für ihren Lebenswandel und ihren Lebenszweck erwählen. Gott der Allwissende kennt auch die menschlichen Schwächen die .ihren höchsten Triurupf in Aeusserlicliketten und dem äusseren Erfolg suchen und deshalb gab er Mo>e als das be'te Mittel zur Selb-uläuterung das Sabbat ligebot mit auf den Weg, denn es ist das Rüstzeug, mit dem der Mensch sich selbst Einhalt gebieten kann uud soll in seiner Arbeit 11m den materiellen Erfolg. Brauche ich hoch auf die Berechtigung, ja heilige Notwendigkeit, eines ״Verbandes yon Sabbathfreun ien“ hinweisen? Er sucht aufklärend zu zeigen, welch hohes Ideal in dem Sabbathgehot und seinen Ceremonieen verborgen liegt. Er sucht zu schützen und zu bewahren, wo dieses Gesetz, das am leichtesten übertreten wird, weil es am schwersten zu erfüllen ist, ins Wanken gerät, denn bei Nichterfüllung des Sabbathpebotes, der lichten Höhe des Idealismus und der Selbstzucht, beginnt der erste Schritt betgab zum trüben, ungezügelten Materialismus. Unser Ziel und unser Zweck aber ist die Erhaltung und Erneuerung des Gotteswortes, das wir bei unserer Begründung auf unsere Fahne geschrieben: ״Zwischen mir und den Kindern Israel sei er ein Bundeszeichen für alle Ewigkeit.“ f Zur gefl. Beachtung. Wir machen hierdurch auf unser Flugblatt, die Zusammenstellung der für die Schulen geltenden Gesetz&vorschriften, nachdrücklichst aufmerksam. Jetzt bei Beginn eines neuen Schuljahres oder Halbjahres ist der geeignete Moment, um Befreiungen für Schulkinder zu beantragen. Exemplare stehen auf Wunsch zur Verfügung. Wir bitten, uns in schwie* rigen Fällen gefälligst zeitig zu Rate ziehen zu wollen. Der Geschäftsführende Ausschuss^ Dr. E. Biberfeld, Vorsitzender.

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