Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- 11 u. 12 (Novbr.-Dezember 1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Dei Sabbath i i.״, Es ist Alles eitel Narrheit, sag’ ich Euch^Püer Friede ist noch gerade vor derjwijr. Freund wie Feind Mpd eben lahm. Machte der KönigSmarJc. w^s ja möglich ist, eiMLBewegung bis Buchau, so tat er es jedenfaBs nur, um eine Vercingupg mit Pfalzgraf Carl, Gustav zu bewifkenjlund dadurch sowohl Detkung nach Böhmen- Bayern, wie “Sachsfen zu gewinnen. Was hujfe es ihm, an Prag Geld und Leute ÄfSetzen, da er es ij^i Frieden wieder heraus-; gebejr muss- ,,׳•jjtj.; . Natürlich f-.j£j4setzt aber auch, der Schwede hätte seine Absichten auf P«J|&1nd gegen die Kleinseite — wie Marcus es behauptete, kartj8fl|s garnicht. Will er sich am Hradschin zwecklos die ZfiflMausbeissen?!! So närrisch ist Königsmark nicht; Höchstprja'Uirde er Wrangels Beispiel folgen und von Osten her der AljK Jnd Neustadt ’nen Besuch machen, wo die Ebefie. und die flaWjien Werke bessere Beschiessung zulassen.“ Damit efhegt sicpftartick gähneöd in halbtrunkender Lethargie. ,Gute Nacht derJililMttmeister! Morgen müsst ihr mir Gegenpart im Lanz'-tnecht bittren, damit ich sehe, ob mir die Karten wieder einbringen, was( die, W'ürfel mich gekostet haben! W'ann denkt Ihr, dass Eure MefnJRer Auslese eintreffen wird?“ ,V4elleicf}t;tt acht oder zehn Tagen. Nein Wort darauf, wir trinken im*MelrteMer'den baldigen Friedensschluss, darauf wette ich 100 Dukaten ,.V ■ ,Gut.ich h<e Sie! Falls die Schweden Euch den Wein vorher abfangen, ,si sollen beim Frieden mich Eure Goldfüchse für den Verlust tnpsten.“ Sie besiegalt^n durch Handschlag lachend die Wette, und Odowalsky begleitete Baron Hartik bis an die Schwelle des Hauses,‘überzeugte! sich, dass sein etwas schwer geladener Gast glücklich das Enjlelder Rebenpflanzung, den anstossenden Graben und־ Verhau erreicht habe, und dass hinter ihm die kleine Fallbrücke aufgezogen wurde, welche das Grundstück mit der Kleinseite veiband. Hastig kehrte er nunmehr zurück, verschloss inwendig sorgfältig das Haus und ebenso die Wohnstube, dann ergriff er den brennenden Leuchter, schritt zu der Zimmerecke beim Schranke und öffnete daselbst eine Falltür, welche in den Keller führte. Kaum fiel der Schein der Kerze in die finstere Oeffnung, als sieh aus derselben ein Kopf, endlich eine Nannesgestalt ■erhdb, weither eine zweite folgte. Beide Ankömmlinge sahen überaüs bettelhaft aus, waren aber kraftvolle Leute, die sich straff hielten.[ Die Miene 1Odowalsky's war sehr ernst geworden, als er den Leuchter auf den . Tisch setzte. ,Sie haben gehört, was Hartik sagte. Oberst“, wendete er sich in einer fremden Mundart zu dem Ersten, der am Tisch auf des Barons Stuhl Platz nahm. ,Genug, um zu wissen, dass wir so gut als verraten sind!“ . «Der verfluchte Jude!“ rief Odowalsky. ,Ich werde mfr den zwiefachen Spion merken, und wenn ,Ich wollte“, sagte der dritte, ״Königsmark hätte das verfluchte jüdische Biest lieber gehängt!“ ,Das wäre sehr unklug gewesen, Hauptmann Silverscron“, enfgegnete der Rittmeister, -denn dann hättet Ihr und der Oberst schwerlich zu mir gelangen können. S׳e sind ater durch Marcus hier und wissen nun, wie gut die Kleinseite zu nehmen ist, sobald Vorsicht geübt wird.“ ,Aber der Schuft,“ rief der verkappte schwedische Oberst, ,hat unsere Absicht verraten und alles alarmiert!* »Dass er uns geradezu verriet, glaube ich nicht“, erwiderte Odowalsky, ,sonst hätte man ihn als Verräter, der heimlich Schweden nach Prag geführt hatte, zweifelsohne verurteilt, statt ihm 'ne Hauptmannsstelle zu geben. Pah! 'nem Juden!“ ״Richtig, Rittmeister“, bekräftigte Silverscron. ״Er hat sich sicher gehütet von uns und Euch zu reden, aber um sein Gewissen zu entlasten, hat er vor unserem Anmarsch gewarrt und die Juden aufgeboten, bei der Verteidigung zu helfen. Ihr Patriotismus soll seine verräterische Verhandlung verdecken!“ ״Aber mit dem verstohlenen Anmarsche, mit plötzlichem Ueberfalle,“ entgegnete Oberst Trigvason. ״ist’s nun nichts mehr, und das verdanken wir diesem niederträchtigen Judenhunde! Wir teufelmässig schlechte Tage bei Königsmark haben, wenn wir zurückkommen “ ״Geduld, Herr Olaf! Ich gab Graf Königsmark mein Wort, ihm Prag in die Hände zu spielen, und bei des Friedlärder’s noch nicht gerächtem'Blute, ich halte es!• Sie kennen mich seit jener Zeit gut genug als Schweden's Freund, um mich für keinen Maulmacher zu halten. Stellt die Sachlage dem General vor, wie Ihr sie gefunden habt! Allerdings ist man nun im jenseitigen Prag auf den Ueberfall vorbereitet, aber hier auf Kleinseite und Hradschin glaubt man nicht an ihn und verlässt sich überdem auf die Festigkeit der Werke. Ich bin dafür, dass Ihr den Ueberfall einige Wochen verschiebt, bis in Alt- und Neustadt die Unruhe sich legt und die jetzt übertriebene Wachsamkeit nachlässt. Inzwischen mache Euer General eine Diversion auf Saatz, Laun und Budin zu, als ob er sich mit Carl Gustav wieder vereinigen wolle. Er kann ja aussprengen lassen, dass ein Zug schräg nach Thüringen •n’s Bayerische im Werke sei. Sobald der Zeitpunkt gekommen ist zum Handeln, schwenkt Graf Königsmark rasch gen Süden und rückt die Moldau aufwärts in gleicher Höhe von Kladno; in der folgenden Nacht ist er dann hier. Ich bringe die Truppen bis an die Pallisaden und werde sorgen, dass die Zugbrücke offen und Hartick unschädlich ist. Von hier aus wird Euer gesamtes Corps sich der Kleinseite bemächtigt haben, bevor noch das erste brennende Haus den Pragern die unwillkommenen Gäste verkündigt. Geschieht der Ueberfall geschickt und geräuschlos genug, dann kann man sich der kaiserlichen Geschütze auf der Kleinseite be mächtigen und hat nicht erst nötig, über die Bergkämme die wir nach Prag Rommen, will ich Riemen aus dem Fell dieses Marcus Spira schneiden! Wie meint Ihr, dass die Sache auzufassen und yas zu tun ist, um demnach unsere Absicht mit Glück in’s Werk' zu setzen?* »Ich möchte nur wissen, wie er zu dem Vieh kam und wo er es gelassen haben kann'r* warf der Fremde ein. »Schlauheit und Mut“ entgegnete Odowalkys, »sind dem Juden nicht abzusp^chen- Er hatte zweifellos noch Helfershelfer bei sich, mit denen er bei dem ersten Kriegsgeschrei im Frühjahr aus Prag schlicfl, von Ort zu Ort zu und den geängstigten Bauern ihr Vieh abschacherte- Seine Spiesgesellen haben mutmasslich; dafür'gesorgt, dass ihre vierbeinige Ware bald in Sicherheit kam sie kann schon in Prag sein.“ ,Und wir finden wahrscheinlich nicht ein Horn, nicht einen Huf mehr wenn wir vorrücken, Rittmeister!“, sagte der fremde Oberst eigenen Stücke herabzuschleppen, um das eigene Tor in Bresche zu legen.“ Der Oberst hatte alle Angaben, welche Odowalsky gemacht, in sein Taschenbuch eingetragen und erhob sich zum Gehen. ״Euer Knecht, der unsere Pferde. droben hat, ist doch zuverlässig?!“ ״Wie ich selbst! Seine Tochter ist meine Liebste; er muss also das Maul halten!“ ״ So helft uns ohne Aufhebens! Ich hoffe, Ihr sollt bald mehr von mir hör.n Vergesst nicht uns zu berichten, wenn sich etwas Unvorhergesehenes zutragen sollte, und gehabt Euch wohl!“ Damit verliessen beide Schweden mit Odowalsky das stille Haus, in welchem Prag’s schändlichster Verrat und ein Blutbad geplant worden war, schlimmer als es die Stadt je erlebt hatte. (Fortsetzung folgt.) ,Das ist wohl gewiss, Olaf Trigvason“, und Odowalsky nickte, ,das war ׳ebeif des Juden Absicht! Nebenbei wollte er noch etwas kimdjg^iaften, wagte sich bis Buchau und Eure Partei fing ihnJ‘7׳