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Der Sabbath · 1910-12-01 · 11 u. 12 (Novbr.-Dezember 1910) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
10 (1910)
Issue
11 u. 12 (Novbr.-Dezember 1910)
Date
1910-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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JO. }ahr$. N0J1 u. )2. Organ des Verbandes der Sabbathfreunde, des Israelitischen Stellenvermittlungs- und Versicherungsvereins, Frankfurt a. M. des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute, Breslau und des Israelitischen Stellenvermittlungsvereins, Hamburg. Noubr.־D esember J9J0. > (Donafsblatt zurpörderung der Sabbathheiligung im locialen und wirtfdiaftlicben Ceben 4er Gegenwart. י i Ja Verlag: 1 Israel. Stellenvermittlungsu. Versicherungsverein, Frankfurt a. M. f Redaction: Dr. Ed. Biberfeld, Berlin. Cefltralbareaa de* Verbandes der Sabbathfreunde: Berlin C., Neue Friedrichstr. 71. Die Mitglieder des Verbandes and der 8tellenTermittlung8Tereine za Berlin, Breslaa, Frankfurt and Hamborg erhalten das Monatsblatt (Der Sabbath* unentgeltlich. Bezugspreis fftr Nichtmitglieder Mk. 3.— jährlich. — Anzeigen 80 Pfennig die viergespaltene Petitzeile, bei Jahresaafträgen Babatt. — Correepondenzen für die Bedaction an Dr. Ed. Biberfeld, Berlin C., Nene Friedrichstr. 71, alle sonstigen Mitteilungen gescbältlicher Art an die Geschäftssteile des .Der Sabbath“, Frankfurt a. M., Neae Zeil 63. Naohdruok der Artikel mit Quellenangabe e: wänsoht. VEBENSBEBEAri: Berlin C•: Neue Friedrichstr. 71 Breslau I. lilallstrasse 10. H»״bur«13.1 Buhehbahn 17. Frankfurt a.flt.1 Schübenstr. 14■ Sabbath und Sonntag י 1. Im Jahre 1840 erschien in Frankfurt a. M. (bei Carl Körner) eine kleine Schrift, die jetzt zu den literarischen Seltenheiten gehört, aus der Feder von Robert Haas, dem bekannten und angesehenen Mitgliede des Bundesparlaments, mit dem Titel: .Staatsbürgertum der Juden vom Standpunkt der inneren Politik beleuchtet.“ , In dieser, übrigens *von dem Geiste echter Humanität durchleuchteten Schrift schlägt Haas den Juden die Verlegnng ihres Sabbatbs auf den Sonntag, die er von ihrem; religiösen Standpunkte aus als unerheblich zu erweisen : sich bemüht, vor und erwartet, dass damit die grösste i Scheidewand, die ihrer vollen,’ bürgerlichen Gleichberechi tigung hindernd iin Wege stehe, dann fallen werde, j Diese interessant geschriebene Broschüre rief eine Gegen- I Schrift, die jetzt ebenfalls zu den buch händlerischen Rara! gehört, von dem damaligen Myslowitzer Rabbiner J. G. , Jacobsohn ז״ל, einem ebenso durch talmudisches Wissen, I wie durch echte Frömmigkeit, wie endlich auch durch ' eine vorzügliche moderne Bildung hervorragenden Manne 1 hervor, die in ebenso würdigem Tone wie streng sachlij eher Darlegung die Argumente des Gegners prüfte und; ihre Unbaltbarkeit nach jeder Richtung hin erwies. —; Einige Sätze aus diesem unscheinbaren Schriftchen, die; über den Rahmen des eigentlichen Thema’s hinaus zur Me-; thodik der religiösen Controverseführung beachtens- und ' beherzigenswerte Fingerzeige geben, seien hier herausj gestellt. : .Wenn schon* so heisst es da, ,ein sehr hoher : Grad von Selbstverläugnung dazu gehört, um seinen Nej benmenschen überhaupt nach äusseren Handlungen zu be-! urteilen, und ein tiefes Eindringen in die Spezialität seiner Ansichten and die dieselben realisirenden Momente erforderlich, so wie es anderseits nur Egoismus und Ostentation verrät, wenn wir absehend davon, was Andern hoch und teuer ist, dieses nur von unserem eignen, individuellen Standpunkte aus betrachtend, ins Allgemeine gewaltsam hinüberziehen und beurteilen wollen: so gjlt dies um so mehr von dem Beurteiler einer fremden Religion. Wie der Geschichtsforscher, wenn er wahr und unbefangeu prüfen und nicht blos kalten Pragmatismus bieten will, ein Philosoph in dem Sinne jenes Weltweisen, der sich ״Weltbürger“ nannte, sein muss, so dass aus seinem Werke durchaus nicht das Volk zu erkennen sei, dem er angehört, ohne darum durch schalen Opponenfismus sich Zwang antun zu müssen, ebenso unbefangen muss nach unserem Dafürhalten der Beurteiler einer anderen Religion von seinem Standpunkte abstrabiren, ohne doch im Ganzen religiousios sich zu zeigen. Es ist dies in beiden Fällen eine schwierige Aufgabe, weil, es in der Tat einen sehr feinen Takt erfordert, um nicht aus zu ängstlicher Ausweichung des einen Extrems in das gerade entgegengesetzte — wie wir dies leider selbst bei anerkannt grossen Gelehrten so häufig finden — zu verfallen... Wird der billig denkende Christ dem Muselmann es verargen, wenn er den Genuss des Abendmähles überhaupt oder auf diese oder jene Weise als etwas Unwesentliches betrachtet? Wird er nicht vielmehr, mit dem Deckmantel der Liebe entschuldigend sprechen, dass'jener in die damit zu verbindende, nur den Christen insinuirende Idee rieht einzudringen vermöge, und ■um Schaden zu verhüten, sich selbst die Gründe klar zu machen suchen, wefihalb er selbst an diesem Glauben bange, wenn solche auch den Mohamedaner für sich nicht zu überzeugen vermöchteil! Er entziehet ihm hierdurch gleichzeitig das Recht über dergleichen Dinge anders als für sich allein zu urteilen .. .* Was uns veranlasst, diese, ebenso den Geist wahrhaft reinen religiösen Empfindens wie allgemein menschlieber, vornehmer Gesinnung und Gesittung atmenden Weisbsitssätze aus ihrer Vergessenheit zu wecken P Weil auch beute noch — und auch für die Zukunft bis zu des Messias Ankunft nicht — der Kampf nm den Sabbat nicht ruhen will, weil auch heute christliche Theologen sich nicht damit begnügen lassen, den Ruhetag ihres Glan- Au* Wo. 42—44 des .Israelit“.

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