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Der Sabbath · 1910-09-01 · 9 u. 10 (September-Oktober 1910) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
10 (1910)
Issue
9 u. 10 (September-Oktober 1910)
Date
1910-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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10.}ahr$. N0.9u. 10. September-Gctober 1910. —> (Donafsblaff ^— 8'־־'״*‘-*r. Zurförderung der Sabbathheiligung im locialen und wirtfcbaftlicben Ceben der Gegenwart. Organ des V/erbandes der Sabbathfreunde, des Israelitischen Stellenuermittlungs- und Versicherungsvereins, Frankfurt a. M. des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute, Breslau und des Israelitischen Stellenvermittlungsvcreins, Hamburg. i ' Israel. Stellenvermittlungs Ceotrr jnrean des Verbandes der Sabbathfrennde: Berlin C., Neue Friedrichstr. 71 Die Mitglieder des Verbai es und der Stellenvermittlungsvereine zu Berlin, Breslau, Frankfurt und Hamburg erhalten das Monatsblatt ״Der Sabbath“ unentgeltlich. Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. 3.—י jährlich. — Anzeigen 30 Pfennig die viergespaltene Petitzeile, bei Jahresaufträgen Babatt. — Correspondenzen für die Bedaction an Dr. Ed. Biberfcld, Berlin C., Neue Friedrichstr. "Tl, alle sonstigen Mitteilun gen־geschäftlicher Art an die Qeschäf tsstelle des ״Der Sabbath'‘, Frankfurt a. M., Heue Zeil 63. Verlag: | Redaction: u. Versicherungsverein, Frankfurt a. M. t Dr. Ed. Biberfeld, Berlin. Naohdraok der Artikel mit Quellenangabe ecwfiasoht- ־־ '־ .. . T" - "־ VERGINHBVBEkVX: Berlin C״ Neue Friedrichstr. 71 Breslau I: Ulallstrasse )0. H*mbur< 13.: Rutschbahn 17. Frankfurt a. ft: Schütienstr. 14. Der schläfrige Reisende• (Nach dem Dubnower Maggidh ״Und Mosclieh versammelte die ganze Gemeinde der Kinder Israel und sprach zu ihnen: Dies sind die Worte, welche Gott auszuführen befohlen hat. Sechs Tage darf Werk verrichtet werden, aber am siebenten Tuge soll euch ein Heiligtum, eine durch Werkeinstellung dem Kwigen zu begehender Ruhetag sein; wer an ihm ein Werk schafft, 8011 hingerichtet werden־. IT. B. M. 30,2. In diesem kurzen Satze ist das Wesen des Sabbats deutlich gezeichnet. Es ist. ein doppeltes. Erstens besteht es in der Enthaltung von jeder Werk Verrichtung, im Ablassen von jeder Tätigkeit, durch welche irgend ein Ding •hervorgebracht, verändert, verbessert oder ■refördert wird. Das Kennzeichen der am Sabbat verbotenen Verrichtung besteht nicht darin, dass eine Arbeit geleistet wird, welche nur durch kleinere oder grössere Mühe zustande kommt, nicht die Anstrengung macht das Wesen der Melochoh .מלאנד aus, sondern der Umstand, dass etwas vollbracht ist, was irgend eine Förderung oder Veräuder ung eines Dinges zur Folge hat. Wenn ich z. B. ein kleines Samenkörnchen auf die Erde werfe, damit es dort zum keimen gelange, oder zu diesem Zwecke es mit einem Stäubchen bedecke, oder einen Tropfen Wasser auf es giesse — in jedem diesser Fülle hätte ich mich der Werk- Verrichtung des Säens schuldig gemacht.. Würde ich aber einen zentnerschweren Block in meinem Zimmer oder Hof herum schleppen, so hätte ich mich gegen das Werkverbot nicht vergangen. Obgleich also dort gar keine Mühe aufgewendet wurde, habe ich doch [das Verbot übertreten, während ich hier trotz des an mir hervorgebrachten Scbweisses und des schweren Keuchens meiner Brast mich frei von Schuld weiss. Also Ruhenlassen jedweder Zwecke fördernden Betätigung an den Dingen ist die eine Seite des Sabbatgebots. Aber dies ist so unendlich weitreichend und tiefgreifend. Auch ist dieses Verbot nicht der ganze Inhalt des Sabbatgebots. Und wer auch jede Minute und Sekunde am 8abbat auf seiner Hut ist und sich aufmerksam im Zaume hält, dass seine Hand kein Werk verrichtet, hat I ' nur •die eine Hälft« des׳ Sabbatgebot.es erfüllt. lVnn es■ : heisst auch noch, den Sabbat so zu. gestalten, dass er ״ein Heiligtum sei״ ־ein dem Ewigen zu _Khrcn und zu Gefallen zu begehender Tag.־ l'nd wodurch geschieht dies? Dadurch, dass wir auch aus unseren Reden und Gedanken unsere gesehüfiliehen und werktäglichen Augelegeiiheiten fern halten'und uns mit göttlichen Gedankeil befassen, [fass wir die Bibel, das t’humesch mul seine Erklärungen lesen, dass wir Thora• lernen., sei es C1111- : mosch mit Rasclii, oder sonst ein Seplicr, dass wir vor allen Dingen mit unseren Kindern am Sehahlios eingehend uns mit religiösem l.erustoff beschäftigen, je'nach unserer mul der Kinder Auffas'.ungskTaft und Fähigkeiten. Wenn wir die Kinder aldiöreii, ׳was sie. die Woehe älter in der Schule gelernt haben, oder mit ihnen neue Stoffe durchnehmen, haben wir doppeltes Verdienst. Einmal befolgen, wir das Gebot ״lehret sie euren Kindern und schärfet sie ihnen ein־, anderseits üben wir auf sie einen unendlieh tiefgehenden erzieherischen Emtluss ans. Denn nichts macht auf die kindliche Seele so grossen und nachhaltigen Eindruck, als die Tatsache, dass der. Vater und die Mutter mit dem Kinde lernt. und sieh abmiiht, ihm Kenntnisse der Thora beizubringen. Die. Stunde, welche der Knabe hei seinem Vater gelernt hat, bleibt ihm sein Leben lang in Kriuneruifg und ]trägt ihm die Wichtigkeit des Thoralernens ein und lehrt ihn nachhaltiger als alle Predigten der Welt, dass er einst ’auch seine Kinder zum Lernen heranziehen soll. Dies ist erst die Vollendung des Sabbats, wenn das Lernen der Thora dazu kommt zur Werkeinstellung und die Beschäftigung mit dem Gottesworte in seinen verschiedenen Darbietuugen. Desha1!־ giebt uns Gott in den fünf oder sechs Arbeitstagen soviel, dass es auch für den siebenten reicht, damit wir den Sabbat Ihm widmen können. Tun wir dies nicht, so haben wir nicht den richtigen Gebraucli von dem Segen Gottes gemacht. Eiite Geschichte wird uns das zeigen, In der Zeit, als es weder Eisenbahn noch Post gab, ׳ zog ein Jüngling von seinem Vaterhause iu die_weite Welt hinaus. Fern von seiner Heimat liess er sich nieder, gründete ein Geschäft, heiratete und gelangte zu

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