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Der Sabbath · 1910-07-01 · 6-7 (Juni-Juli 1910) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Sabbath
Volume
10 (1910)
Issue
6-7 (Juni-Juli 1910)
Date
1910-07-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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40 Der Sabbath. Die V^iyf^e verliess das Gemach. Als dsXreundinnen allein waren, fiel Esther dem Täubchen um den Hal4 »Ich nfuss Dir mein Herz ausschütten, Mädchen, oder es t ׳! Aber nicht jetzt, morgen aufm Todtenacker! Da will ich >en, '♦as mich hat stolz gemacht, und auferwecken, was tr — - Djfcr Beschluss der luden und ihr kampfbereites Erscheinen in der Alt- und Neustadt eben so grosses Aufsehen erregt, ie hoh&'Cfentribution, welche sie sich selbst auferlegt hatten, sprin! begf, schl wie damif es an Schutz und Verteidigung nirgend gebreche. (Fortsetzung folgt.) Prolog zu den lebenden Bildern aus der Tätigkeit einer Peah. i Ton Kurt Eckstein, Nürnberg- In alten, glücklichen Zeiten Da noch der |ude sein Brot Auf eigenem Boden baut, Der reichen Segen ihm bot, 1 •. Da war es Gesetz bei den Ahnen. Dem Armen zu spenden davon, Des Feldes Ecke zu weihen Des Volkes bedürftigem Sohn. Und was einst der Schöpfer geboten, Ward Jakob zur Herzenspflicht, Selbst als er ins Golus vertriebe^—_ Sein Sinn, er wandte sich nicht. I Und als er in Knechtschaft geschlagen, Ins Ghetto verbannet ward. Auch da noch bewährte im Wohltun Der Jude der Väter Art. Und als uns hier endlich die Freiheit, >ie Menschenwürde verliehn, >a dachten wir auch unsrer Brüder, rie bettelnd das Land durchziehn. J Die nirgends ein Obdach finden, Ein Kleid, ein Arbeitsfeld, Lndt deren nacktes Leben 1 Mit Spott und Schande vergällt. | Den Armen nun Arbeit zu schaffen |)nd aus der־ Arbeit dann Brot *Snd Wohnung und Kleidung und Würde,!Das tut vor allem jetzt not. , Darum wie einstmal die Väter Des Feldes Ecke geweiht Dem armen Bruder zur Ernte, So spendet in unserer Zeit, Was in der Ecke des Hauses - Für Euch unbrauchbar jetzt ruht: In fleissiger Arbeiter Händen Wird es zu wertvollem Gut 4 Und mancher wird damit gründen Füf?eine Familie ein Haus, D«m heute umher noch ziehet Uraf bettelt Tagein, Tagaus. ' i So schaffet Ihr dreifachen Segen Und handelt der Väter wert, Wenn Ihr den bedürftigen Brüdern Schafft Arbeit und eignen Herd ' Drum kehret vom frohen Feste Mit ernstem Vorsatz zurück, Die Peah zu unterstützen Ztf unserer Atmen Glück. i l ----- Der Freitagabend. .Alier jeden Freitag Abend In der Dänuurunjgsstiinde - plötzlich Weicht der Zauner, — und der Hund Wird aufs neu' ein menschlich Wegen.“ Heine. Sechs Tage jeder Woche ist er fort, Von seinem Hause fort und seinen Lieben; Hausierend gehet er von Ort zu Ort, Von Dorf zu Stadt, von Stadt zu Dorf getrieben — Er bliebe gern daheim; ihn zwingt di^ Not• Er grollt dem Schicksal nicht, das ihm beschieden! — Verdient in Ehren so sein täglich Brot; % Mehr will er nicht, und ist damit zufrieden• — Am Freitag Abend vor Beginn der Nacht Kehrt er zurück zur Heimat, zu den Seinen. Er sieht sie wieder und — sein Herz ihm :lacht! — Sieht Frau und Kind, die froh sich ihm vereinen. — ״Alechem Scholem! — Nun, nach lanjger Zeit, Nach Arbeitstagen, nach sechs harten, larigen, Seh’ ich Euch w ieder! — Machet Euch bjereit, Die Königin, den Sabbath zu empfangen!“— Zur Stätte des Gebetes, glanzumweht, — In ihren Mienen heil’ger Ernst sich kündet, — Der Vater mit zwei Söhnen festlich geht. Die Gattin drauf das Sabbathlicht entzündet. — Ein Jubelsang! — O, Sabbathbraut, zieh ein Bei uns im ־ Gotteshaus, o, komm in Frieden! Beglücke, segne uns mit deinem Schein, Die wir der Rest des Gottesvolks hinieden! — Von .oben steigt herab der Engel Schar, Des Friedens Engel, von des Himmels Weiten, Den Beter, der im Gotteshause war, Den Vater und die Söhne zu begleiten. So kommt er heim, ihm fliesst der Feuden Quell, Und Wonne sich auf seinem Antlitz malet, — Der Tisch ist wefss gedeckt nüejWohnung heH: — Es ist ja Licht des Sabbaths, das hier strahlet. Die Gattin grösst der überreiche Mann, Gefährtin seiner Sorgen, seines Glückes; Legt auf der Kinder Haupt die Hände dann, Und segnend spricht er drauf verklärten Blickes: »O, möget Ihr, geliebte Kinder mein, Gesegnet und beglückt in Euren Wegen Wie Ephraim und wie Menasche sein, Auf denen ruhte Vater Jakobs Segen!“ Und leuchtend dann sein Aug’ gen Himmel schaut: .0 Vater, habe Dank für deine Gnade, Du gabst mir Weib, du gabst mir Kinder traut, O, lass sie wandeln, Herr, nur deine Pfade! Doch dir, du Welt dort draussen, ruf' ich zu : Mögt Ihr an andern Schätzen Euch berauschen, — Ich habe Weib und Kind und Sabbathruh’, Mit keinem König will mein Los ich tauschen

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