Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- 4-5 (April-Mai 1910)
- Date
- 1910-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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^pril-Jtfai J9J0. )0. 3ahrg. No. 4-5. —>fDonafsblaff<£— "'״,5־«r.^ zurpörderung der Sabbathheiligung im locialen und wirtfAaftlicben Ceben derGegenwart. Organ des V/erbandes der Sabbathfreunde, des IsraelitischerTs^tellenvermittlungs- und Versicherungsvereins, Frankfurt a. M. des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute, Breslau und des Israelitischen Stellenvermittlungsvereins, Hamburg. Verlag: f Redaction: Israel. Stellenvermittlungsu. Versicherungsverein, Frankfurt a. M. | Dr. Ed. Biberfeld, Berlin. Centralbareaa des Verbandes der Sabbathfreunde: Berlin C.( Neue Friedrichstr. 71. Die Mitglieder des Verbandes and der Stellenveraittlangsvereine sa Berlin, Breslan, Frankfurt and Hamborg erhalten das Monatsblatt .Der Sabbath* unentgeltlich. Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. 8.— jährlich. — Anzeigen 80 Pfennig die viergespaltbne Petitzeile, bei jahresaufträgen Babatt. — Correspondenzen für die Bedaction an Dr. Ed. Biberfeld, Berlin C., Neue Friedrichstr. 71, alle sonstigen Mitteilungen geschäftlicher Art an die Geschäftsstelle des .Der Sabbath“, Frankfurt a. M., Neue Zeil 63. Naehdraok der Artikel mit Qnellenangabe erwfinsofat. , TEBEIlfSBIBEAUI t Berlin £.: Keue Friedrichstr. 71 Breslau 11 lüallslrasse 10. Kamburfl3.: Bulschbahn 17. Frankfurt a. jtf.t Schübtensir. 14■ Erew Pessach am Sabbath. Dass Schwierigkeiten, die der vorschriftsmässigen Beobachtung des Sabbaths hindernd im Wege stehen, bei einigem guten Willen sich beseitigen lassen, dafür kann der Fall ערב פסח שחל להיותיבשבת als klassisches Beispiel angeführt werden. Wohl kaum sonst im Jahre hat der religiös lebende Jude so wenig Zeit irgend eine aufschieb־ bare Beschäftigung vorzunehmen, wie gerade am Erew Pessach, der auf einen Wochentag fällt; besonders ist die Frauenwelt an diesem Tage mit Besorgungen aller Art so sehr in Anspruch genommen, dass sie kaum die Zeit zum Essen und noch weniger für die gewohnte Lektüre sich abzuringen vermag. Da fällt nun dieser sonst so unruhige Tag auf einen Sabbath und vollständige Kühe tritt schon am Abend vorher ein, zur Bekundung des al- : ten Mahnrufs: ראו כי ד׳ נתן לכם את השבת.! Allerdings giebt es noch vielerlei Schwierigkeiten, j besonders im Geschäftsleben, zu deren Ueberwindung der , gute Wille allein nicht ausreicht, da müssen schon die altbewährten Hebel, die unsere Vorfahren stets mit Erfolg benutzten, zur Anwendung gebracht werden. Es sind dies בטחון und אמונה, die durch nichts zu zerstörende Ueberzeugung, dass der Gebieter über Leben und Tod, der unsere Lebenszeit doch unabhängig von unserem Wünsehen und Wollen nach eigenem Ermessen bestimmt, auch derjenige ist, der uns die Verhaltungsmassregeln für die Zeit unseres hieniedigen Seins festgesetzt hat, die wir streng beobachten müssen, wenn wir nicht den vermeintliehen Nachteilen, die in dieser Beschränkung unserer Willensfreiheit zu liegen scheint, die ungleich grösseren Vorteile, die sie bieten, opfern wollen. Zur Gewinnung und Befestigung einer solchen Gläubigkeit soll der Sabbath mit seiner Arbeitsenthaltsamkeit in erster Reibe dienen, als allwöchentlicher Mahner, dass wenn auch unser leibliches Wohl und Wehe von der richtigen Ausnützung der Zeit darch unsere geschäftliche Tätigkeit beeinflusst wird, wir deshalb doch nicht zum Lasttiere herabsinken dürfen und darum nach den Tagen der Arbeit für unsere Zwecke einen Tag der Käst und Kühe eintreten lassen müssen, der von der Zeit der Schöpfung her, als יום מנוחה וקדושה, als Tag der geistigen Erhebung und Veredelung eingesetzt ist, und der mit gleicher Wirkung auf keinen ündern-Tag verlegt werden kann und darf. Um aber auch im werktägigen Leben immer von neuem zu einer solchen אמונה, die zur treuen Beobachtung des Sabbaths führt, angeregt zu werden, haben unsere Altvordern dem regelmässigen Morgengebete zwei Thoraabschnitte (ם־שת עקידה ום־־שת המן) zur Lektüre angefügt, die aufmerksam und mitVerständnis gelesen, das wirksamste Rüstzeug zur Bekämpfung gegenteiliger Ansichten bieten. Greifen wir aus der grossen Fülle des Gegebenen für heute nur einen Gedanken aus der sog. פ״שת עקידה heraus. Unserem ältesten Urahn, dem ersten der drei vorbildlichen Geistesheroen, auf die wir mindestens-dreimal täglich in unserem wichtigsten Gebetstücke, der sog. שמונה עש״ה, hingewiesen werden, erhält zur weitern Erprobung seiner אמונה von Gott den unbegreiflichen Auftrag, seinen einzigen, geliebten Sohn, den Erben seiner geistigen Errungenschaften, der ihm erst im hohen Alter geworden, auf die, Schlachtbank hinzuführen. Unter beispielloser Niederkämpfung seiner entgegenstrebenden väterlichen Gefühle schickte sich Abraham an, ohne Verzug der göttlichen Aufforderung Folge zu leisten... So ist’s iü Gen. Kap. 22 ausführlich zu lesen. Da nun תו־תינו הקדושה, diese unvergleichliche Quelle für alles wirklich Wahre und Gute, auch diesem ganz objektiv gehaltenen, nur das Tatsachenmaterial verzeichnenden Berichte, wie ihren Erzählungen überhaupt, keinerlei Bemerkung oder nutzanwendende Betrachtung anfügt, so ist das Verständnis für den gradezu .blinden Gehorsam“, der den Kernpunkt dieser dramatischen Darstellung bildet, nur unter Hinzuziehung der folgenden Erwägung möglich. Abraham, der schon frühzeitig mit grossem Eifer sich den weitgehendsten ftaturstudien hingegeben, war der erste, der gerade durch seihe Forschungen sich zur Höhe der reinsten Gotteserkenntnis emporgearbeitet hat. כי הוא אמר ויהי הוא צוה ויעמד ward für ihn zur unura-