Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- 4 (4.1909)
- Date
- 1909-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Det Sabbath. 4- — da, fto erst Begeisterung fiir das Jadentara und liebevolles Ver- Standnis seines Zeremoniegesetzes geweckt werden soll, vermag kaum der täpHtigste Lehrer — aa׳i solche sind gewiss nicht allerorts 41■ 111,1111 ו■ — diesem trockenen Paragraphen dis Leben einzihaucheVi, Bach besitzen mass, das die Herzen erobern will Und tirfiat 9^4in jeder Ortsgruppe aach rielleicht eine grössere oder kleinere Anzahl Mitglieder, denen der Kizar genügt, andere werden sich gelinde ausgedrückt nicht dafür erwärmen können, ,und gerade anf diese anderen kommt es an. Denn gerade diese gilt es festzuh<en, wenn der Verband wirklich Propaganda treiben und nicht bloss diejenigen zusammenführen will, die ohnedies unverbruchlich am Alten festhulten. Sollte es sich aber um die Kenntnis der einschlägigen Vorschriften handeln, so führte eine deutsche Sammlung der Sabbathgesetze, wie der Verbau I sie demnächst herauszageben beabsichtigt, schneller und sicherer zant Ziele. Wenn durch ״Lernen“ das rechte jüdische Empfinden geweckt werden 8011, dann müssen die Texte sich aach an Herz und Qemüt wenden. So wäre («fispielsweise der ״Orach Chajim* von Chajim Schwarz u. E. zur gemeinschaftlichen Beschäftigung schon weit geeigneter. Au f die Herausgabe einte ad hoc verfassten Buches, das etwa leichte Texte aus Talmud, ,)lidrasch, Schalchan Arach und der Mussarliteratur enthielte, kann man doch schliesslich nicht warten. Wirkliche Kenntnis des Judentums verspricht allein dauernden Erfolg. Diese Kenntnis kann auf verschiedenen Wegen vermittelt werden. l*m zum Ziele za gelangen, dürfte es wohl notwendig seini mehrere Wege •inzuschlagen. Je mehr Wege eingeschlagen werden, dest<} mehr Leben* herrscht in den Vereinen. Je kräftiger das Leben in den Vereinen pulsiert, desto stärker wird dis Interesse am Judentum. Die Beiirige allein tun es nicht, von dem Leben, das sich in den Vereinen entwickelt, hängt der Erfolg der bei ihrer ,;ründung als Zweck des Zusaminsnschlasses übernommenen Be- Strebungen ab“. ־ Wie bereits gesagt, können wir dem Herrn Verfasser in den hier citierten Ausführungen rückh<slos und restlos folgen. Eine Richtigstellung erfordert nur die Behaupt ing, dass auf die Ortsgruppen ein bestimmender Einfluss hinsichtlich der Wahl ihres ״Lernstoffes ausgeübt und ihnen speciell der Kizzur Schulcban Aruch empfohlen worden sei. —Der geschäftsführende Ausschuss hat es im (Segenfheif’^ipts vermieden in die Entschliessungsfreiheit der Ortsgruppen an diesem Punkte irgendwie einzugreifen, sondern hat denselben ebenso jenes Werk wie Chumoschim mif• Rascbi, Lernsforim u. A. nach ihrem eignen Wunsche ohne jede Einflussnahme seinerseits zur Verfügung gesteift־ und sich gefreut, wenn er mit seinen Mitteln der qrwachenden Liebe zum Thorahstudium, wie immer, zur Hilfe kommen konnte. Für den K. S. A. hat er sich lediglich darum pflichtgemäss engagirt, weil von unberufener, neologer Seite mit behördlichem Druck eine Campagne gegen dieses Buch eröffnet und von dieser Seite, die so'nst mit ihrem Liberalismus prunkt, die Freiheit der Ent- Schliessung, einer unserer Ortsgruppen angetastet wurde. Auch wir halten den ״Orach Chajim“ von Schwarz für eia vor^iglich geeignetes Buch; dasselbe ist aber leider fast vergriffen. j Lieber die Sabbathgesetze.*) j Der heilige Sabbath ist eines der grossen Bundeszeichen, die zwischen Gott und dem Volke Israel bestehen. Aus zwei Schriftworten ergibt sich die richtige Auffassung für dieses Bundesverhältnis. In einem Schrift- *k Obige Ausführungen bilden eine Uebertragung der Einleitüug in d :ריגי-Werk ע־־וך השדק (zum Orach-Chajim הלבות שבת) des 1 Jtabbi Jecbiel Michael Epstein V׳v aus Nowygradok, Russland. } worte heisst es vom Sabbath: ״Ein Zoichen sei er zwischen Mir und euch* und in eiuera anderen: ״Damit ihr erkennet, dass Ich euch heilige“. Obgleich nämlich der Sabbath ein Erinnerungsdenkmal an die Tage der Weltschöpfung ist, daran, dass in ״sechs Tagen Gott das Weltall geschaffen hat und Er am siebenten Tage ruhte“, und schon in Anknüpfung an dieses Ereignis Gott die Heiligung des siebenten Tages befohlen und er aus diesem Grunde ein Feiertag für alle Erdenkinder geworden (zum Unterschiede von den Jomim tauwim, die in Erinnerung an die Erlösung aus Mizrajim nur für das jüdische Volk Geltung haben, so ist das Gebot der Heilig haltung des Sabbath immerhin nur für das Volk Israel befohlen worden. Das ist der Sinn des Ausspruchs ״dass Ich euch heilige“, nämlich indem ihr die Heiligkeit des Sahbaths wahret, den Ich euch geschenkt, gelangt ihr zur Heiligkeit, sodass Israel als Träger der heiligen Sabbathidee den Schlussstein des Schöpfungswerkes bildet. Die Heilighaitang des Sabbatbs ist eine über ähnlich• Pflichten weit hinausragende und die mit ihrer Erfüllung verknüpften Segnungen sind erhaben über alle sonstigen Segnungen im Bereiche des jüdischen Pflichtenlebeus. Vom Weitenbeginne an ist darum dieser Tag schon ein von Gott gesegneter und geheiligter, ״Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn* und er ist der Segensquell für alle Tage der Woche. Siebenmal empfängt Israel an verschiedenen Stellen der Thora Belehrung über den Sabbath**), um damit zu vergegenwärtigen, dass alle Tage der Woche vom Sabbath die Weihe empfangen. Täglich erinnern wir uns dieses Gedankens, indem wir die am Schlüsse des Morgengebetes angefügten Psalmen nach dem vorangegangenen Sabbath zählen. Der Sabbath ist eineGrundsäale unseres Bekenntnisses. Er ist ein Bekenntnis für die Ueberzeugung davon, dass Gott in sechs Tagen das Weltall geschaffen und am siebenten Tage rahete, und wer seiner Heilighaltung nicht obliegt, hat diese Glaubensüberzeugung sich nicht zu eigen gemacht, wie das von unseren Weisen an vielen Stellen des Schrifttums nachgewiesen wird. Unmittelbar im Anschlüsse an den Auszug aus Mizrajim, noch vor der Gesetzgebung, erhielt Israel von Gott die Vorschrift der Sabbathheiligung eingeprägt, um au dieser Pflicht für alle Zeiten das Wirken der göttlichen Allmacht, das in Mizrajim sich dem damaligen Geschlecht• offenbart hatte, unverbrüchlich festzuhalten. Wie in Mizrajim das göttliche Eingreifen sichtbar in die Erscheinung getreten war und sich während der Wanderung des Volkes wiederholte, so sollte das Denkmal für die Allgewalt des Weltenschöpfers, sollte der Sabbath für alle Zeiten an das freie Walten Gottes über allen Ereignissen und Kräften erinnern. Bei der ersten Entweihung des Sabbatbs schon wird in der Thora die gewaltige Bedeutung des Sabbatbgesetzes charakterisiert, indem seine Entweihung als der Beginn aller sonstigen Verfehlungen angesehen wird. Es heisst dort nicht: ״warum übertretet ihr das Sabbathgesetz P sondern ״warum unterlasset ihr es Meine Gebote nnd Lehren zu üben •׳* Auch die Propheten haben bei ihren Ermahnungen wegen des Abfalls des Volkes in erster Reihe auf die schweren Folgen der Sabbatbentweihung hingewiesen. Jesajah spricht: ״Heil dem Manne, der dieses vollbringet..., der den Sabbath vor Entweihung bewahret und seine Hand zurückhält das Böse zu tun.“ Durch die strikte Erfüllung des Sabbatgebots wird er vor schlimmen Taten bewahrt bleiben. — Jirmijahu sagt: ״So spricht Gott! ״Hütet eure Seelen, traget keine Last Die Stellen finden sich in: בשלח, •תרו, 0ש«טיפ, נ• תשא, וקהל, »פד