Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 10-11 (Okt.-Nov. 1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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3. Jahr«. No. )0־]] Ökl.-Nsi’• 908 נ' m (Donofsbloff ־C— '"^V zurförderung der Sabbathheiligung וווז locialen und wirtid7aftlicben Geben der Gegenwart. Mi i \ i'V) ik JLZ■ b i Organ des Verbandes der Sabbathfreunda. des Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit! Frankfurt a. M., des Vereins für Stellenvermittlung, Berlin. Kaufleute, Breslau und des Isr. Stellenverm 108 Stellenvermittlungsvereins jüdischer Lttlungsverein8, Hamburg. Verlag: I Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, Frankfurt a. M. | 1 Redactlon: _ Dr. Ed. Biberfeld, Berlin. Centralbureau des Verbandes der Sabbathfreunde: Bei '11 ri C., Heldereutergasse 4. Die Mitglieder des Verbandes and der Stellenvermittlungsvereine zu Berlin, Bres an, Frankfurt and Hamborg erhalten das MomitsUiut .Der Sabbath* onentgeiuicb. Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. 3.— jährlich. -4־ Anzeigen 30 Pfennig die yiergespaltene Petitzeile^ bei Jahresaufträgen Rabatt. — Correspondenzen für die Bedaction an Ihr. Ed. Bibekfeld, Berlin C., Heidereutergasse 4, *alle sonstigen Mitteilungen geschäftlicher Art an die Geschäftsstelle des ,Der Sabbath“, Frankfurt a. M., Neue Zeil 63. Naohdruok der Artikel mit Quellenangabe erwünscht. Berlin R.: Jltonbijouplaiz )0. VE REIN8BUREAUX: Breslau: Freiburgerslr. 42. Hamburg 6.: Carolinenstr. 32 1- F r a n k f u.r I a. Jlt: Schülrenstr. 14. Offizielle Mitteilungen. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, dass unser bisheriges Vertrags Verhältnis zu dem ״Verein für Arbeitsnachweis“ von uns gelöst worden ist. Unser Bureau befindet sich: C, Heidereutergasse 4, I. (Verband der Sabbathfreunde). Der Vorltand des Vereins שוד־* שבת für.Stellennacbweis und Verficberung gegen Stellenloiigkeit zu Berlin. M. Merzbach. Die Sabbathfrage.*) ״Die Sabbathfrage ist eine der schweiwiegendsten und schwierigsten Fragen des modernen Judentums. Den siebenten Tag der Woche, geweiht der Verehrung Gottes, der Erholung und der Freude, ist sicherlich eine der größten und schönsten menschlichen Einrichtungen . . . . . . Zuerst mögen wir den Sabbath als Ruhetag betrachten. Wir sollen nicht nur keinerlei Werk an ihm verrichten, sondern sollen ihn überhaupt verschieden von allen anderen Tagen begehen. Er soll besonders auch ein Tag der Freude sein und ein heiliger Tag, ein Tag des Herrn. Er soll 11ז&י Tag des Friedens, der Rast, der Sammlung und Erhebung sein. Die Freuden des Sabbath!: sollen andere sein, denn die Freuden der Werktage, weniger weltlich, stiller und innerlicher. ״Viele Juden und Jüdinnen sind außer Lage, ihn׳ Arbeit am׳ Sabbath ruhen zu lassen ... Es dürfte wohl ausgeschlossen sein, daß man sich auf den Standpunkt’ stellen könnte, daß Eltern ihre Kinder nur Berufe er-_. greifen lassen sollten, in denen der Sabbath keine Störung .erleidet.;Wir sind Engländer und müssen die Konsequen-i zen - der. Üurchgeführten Emanzipation auf uns nehmen.' *) Wir entnehmen obigen Artikel einer Essays-Sammlung, die ■ater dem Titel ,Liberales Judentum* des bekannten englischen Re- 1 formers Claude G. Montefiore veröffentlicht hat. [Einzige autovisierte deutsehn Uebersetzung von O. Plaut*], Es möge als Stirnmangsbild der Empfindungen, die inbezog auf den Sabbath selbst in Reformkreisen herrschen, die sich der Allmacht des im שבת קדש sich offenbarenden Gottesg» istes dennoch nicht entziehen bünnen, gelten. Ueberflnssig ist es, erst zu bemerken, dass wir dem Verfasserin vielen Punkten, namentlich in seiner Behauptung, dass ,viele Juden ausser i Lage sind, am Sabbath ihre Arbeit ruhen zu lasseu*, entschieden widersprechen müssen. Redaction. Daß kein Jude Anwalt, Richter oder Verw&ftungsbeamter werden solle, müßten wir als unannehmbaren Vorschlag ablehnen, und dennoch bringen es heute diese Berufe mit sieb,!daß Sonnabendarbeit fast, in allen Fällen Vorbedingung1 ist. Ich nehme an, daß es ebenso in kommerzicllen Berufen eine große Schädigung bedeuten müßte, wenn Sonnabendarbeit unterdrückt würde. ״Wiif müssen vorläufig die!־en_ Konflikt sich selbst überlassen^ denn solange der Sonnabend am Sabbath bestehen blerbt, solange müssen auch die Sabbathentheiligungen uni der Tagesordnung bleiben: auf den Tag aber, an •lern Entheiligungen vermieden würden, können wir den Sabbath nicht verlegen. Einer späteren Generation mag es Vorbehalten Bleiben, in diesem Konflikt Rat zu schatten. Nicbtdestoweniger wollen wir den Tatbestand klar ins Auge fassen, denn derartige UebeBtäude zu verkennen, kann kaum die Verhältnisse bessern helfen. Die Dinge richtig und klar zu erkennen,־ ist der erste Schritt, bestehende Mißstände aus der Welt zu schaffen. .,Wenn jedoch der Sabbath von vielen Juden notgedrungen entheiligt wird, und zwar aus Ursachen, die sieb weder leugnen, noch aus der Welt, schaffen lassen, um so dringender sollen diejenigen, die in der Latte hierzu sind, darauf bedacht sein, den Sabbath hochzuhalten und ihn zu heiligen. Und diejenigen, die ihn notgedrungen entheiligen, sollten die Störung auf eine möglichst geringe Anzahl von Stunden zu beschränken suchen und auf alle