Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- 9 (9.1908)
- Date
- 1908-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4874912-5428452-5428553--383-4875257- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
64 Der Sabbath. Gemeinde im obere» Saale des Cafe Holl behufs Gründung einer Ortsgruppe der,rzc rcc-Vereine in hiesiger Stadt zusammengefanden. Herr J. BlBthrOreyfas ans Freibure, der bestbekanute Förderer der rrr ^EfeWJf/eine, der waekere Verfechter unserer alten rhzr in Badiu und PW|K^»t des Tom Freiburger Rabbiuat so sehr angefeindeten Lernrerreinsthaite für den Abend des Referat übernommen. Er gab zunächst Klare Übersicht über die bisher existierenden .־׳ עבי־er• Vereine ,nndpzfcgte an der Hand der Statistik, wie gewaltig sich in ganz kurzer die Hitgliederzahl derselben vermehrt, und welchen Segen in'nerhsiH^ieser Vereine die StellenTermittlungscentrale bedeute, die verh^ltDisSmässig weit mehr Stellen vermittle, als die nicht jii- , dischen. Dann beleuchtete er die Wichtigkeit des .עב־ und zeigte wie durch den nie ־rn der Sinn für das alte, vielgepriesene echtjüdische Familienleben schwinde. Er schloss mit jtnem warmen Appell, den Rabbiner Hirsch זיצד an das Ende seiner AuLätze über den Sabbat gestellt hat. Herr Rabbiner B1 u m-lliilhaustn, der die Versämmlung mit seiner Anwesenheit beehrte, erklärte einige auf den .עב־ bezügliche Bibelverse in meisterhafter Weise und versprach seine Kräfte in den Dienst der Bestrebungen des Vereins zu stellen. Ihm folgte Herr Rabbiner Dr. Schüler-St. Ludwisr, der das Referat des Vortragenden in einigen Punkten ergänzte. Kr führte aus, wie der .עב־. die Grundlage des ganzen Kelie 10nsgesetzes sei. Es sei nicht zu verkennen, dass es schwer sei, das vierte Gebot richtig zu beobachten, aber cs sei nicht unmöglich. Es bedürfe allerdings einer eisernen Energie und der uns so vielfach nacbgeriihmten aber leider so seinen Solidaritäj. Er bat die versammelten Herren alle dem Vereine h ■izutreten. 'Herr Dr. E. Mej־er dankte hierauf zunächst dem 'Yortragenden, dann den übrigen Herren, vor allem Herrn Rabbiner IM um für die Zusicherung die Bestrebungen des Vereins fv.׳־U׳n1 zu wollen, und schloss die Sitzung, nachdem er noch auf eine durth die meisten L'ebersetzcr falsch aufgefasste Bibelstelloauf merksam gemacht hatte, ln die nun aufgelegte Liste zeichneten sich »He anwesenden Herren •ein. Es sind cjie besten Aussichten vorhanden, dass ,der Verein hier eine grosse Anzahl von Mitgliedern bekommen wkd. und auch zu erwarten; dass auswärtige sich ihm anschliessen werden|.1Iie jederzeit willkommen sein sollen. צריז ורכב! Rawitsch, 7. Sept. Der seit Langem bestehende Wunsch des Geschäfts führenden Ausschusses des Verbandes der Sabbatbfreunde, audr in der altehrwürdigen Gemeinde Rawitsch eine Ortsgruppe zu besitzen, fand am Sonntag, d. 6. Sept. seine Erfüllung. An diesem Tage hatte sich eine ganz imposante Versammlung ira Saale des Hotels ״zum grünen Baum“ in Rawitsch zusammengefundeu, die unter Lditung des Herrn Bankiers Georg Hermann Locwy staud. Hit einer kurzen Ansprache begrülite der Vcrsammlurgsleiter sämtliche Anwesenden, ausgehend von dem Midrasch ד“ ד™ עעע־ז r:* '־., כ־, היעד, -זכירר.-: .ב. ב־ =־ ־’־ יי'/"־ -־”= wobei er konstatieren konnte.׳ dal» die Versammlung nicht nur von den Angehörigen •rer Gemeind!׳ Rtiwitsch -ehr stark besucht war. sondern dal» auch die Nadgcirgemeiuden l.is>a. Bojanowo, Sarne, Görchcn, Jutroscbin und Herf%udt rcspectabtl vertreten waren, und dal! die Ortsgruppen Breslau und Posen des \erbandes der Sabbatbfreunde sowie die• Freie \e.reinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums Delegirtc entsandt hatten. Ira die Grül>e der letzteren, die er als , Schwester־! erelnigung des \ trbandes der Mabbathfreundc bezeiehnete, zu überbringen, nahm Herr Aron K o b e r-Breslau das Wort. N'achdem Herr Bankier I.oewy noch ein hei iffm für die .Versammlung aus Beriiu eingegangenes Begrü(Jungs-Schreiben des Geschäftsführendea/Ausschusses verlesen hatte, erteilte er Herrn Louis Kahn- Frankfurt a. M. das Wort zu einem angekündigten Vortrage: ״Der Sabbath. : Eine Gegenwarts-Aufgabe des Judentums.“ Jn etwa halbstündigen Ausführungen wies der Redner anf die Bedeutung des- Sabbaths in ideeller und reeller Hinsicht sowie auf die ethischen und materiellen Bestrebungen des Verbandes hin. Der hohe Idealismus, von dem sich der Redner begeistert zeigte, verschaffte ihm warme Anerkennung und lebhaften Beifall, obwohl die Versammlung nicht in allpn Punkten seinen Ausführungen zustimmen konnte. An den Vortrig schloff sich eine lebhafte Discussion, an der sich aufJcr dem Versatümlhngs-Lciter die Herren Rabbiner Dr. Cohn- Rawitsch, Rabbiner Dr. The odor-Bojanowo, Aron Kober-Breslau, E. Golde- Lissa, P1 essner-Posen, Dzidloszynski-Jutroschin, und Zahnarzt C 0 h n - Itawitsch beteiligten. Soweit auch die Ansichten in Einzelheiten auseinander gingen, so waren Alle doch darin einig, daß der Sabbath, das köstliche Erbe, das unsere Vorfahren uns hinterlassen, unbedingt uns und unseren Nachkommen erhalten bleiben muff. Mit nochmaligem Danke an alle Anwesenden und mit einem warmen Anpell zu festem Zusammenschlüsse um das Banner des ״Sabbath“ schloff Herr Bankier Loewy die glänzend verlaufene Ver- Sammlung. In die autlicgcnden Listeu batten sich 40 Personen als Mitglieder der Ortsgruppe Rawitsch des Verbandes der Sabbath- Freunde eingezeichnet, deren Zahl voraussichtlich in den nächsten Wochen noch wachsen wird. Basel. Der hiesige Gemeindevorstapd beschloss einstimmig den Ban des nenen ,Gemeindehauses der Banfirma G. Stehelin zu übertragen und ihr trotz bedeutender Mehrkosten die Bedingung aufzuerlegen, am Sabbath und an den jüdischen Feiertagen die Arbeit rohen zu lassen. [Bravo!] Bialystok, 6. Augüst, In den grossen Webereien von Bialystok, in denen bis jetzt fast ausschliesslich Handarbeit herrschte, und in denen neben den christlichen Arbeitern eine sehr grosse Zahl von jüdischen Arbeitern beschäftigt war, wurde bisher stets die ganze Woche hindurch gearbeitet. Die Juden feierten am Sonnabend, die Christen am Sonntag. Seit der Einführung der mechanischen Webstiihle und des Dampfbetriebes wurde nun aus rein ökonomischen Gründen ein einheitlicher Ruhetag und zwar auf den Sonntag festgelegt. Auf diese Weise müssen jetzt die Juden zwei Tage in der Woche feiern, was ihre; wirtschaftliche Lage natürlich ausserordentlieh verschlechtert. Deswegen haben nun Abgeordnete der jüdischen Arbcitir schon oft hei d|en jüdischen Fabrikanten, an deren jüdisches Volksgefühl sie appellierten, gegen die neue Ordnung Einspruch erhoben, aber erst ganz vor kurzem ist es ihnen gelungen, einige der jüdischen Grossindustriellen zu bewegen, ihre Wünsche zu berücksichtigen. Man hofft, daäs auch die übrigen nunmehr diesem Beispiel folgen werden, so dass die jüdischen Arbeiter in Zukunft wie früher am Sonntag arbeiten werden, und so nur einen Ruhetag in der Woche zu halten brauchen. Unsere Leser werden uns gewiss dankbar sein, wenn wir sie auf eine Art Enthaarungsp u 1 v er aufmerksam machen, welches wohl in kurzer Zeit die anderen verdrängen wird. Bei diesem Pulver finden sich alle und noch mehr Vorteile vereinigt, ohne die Nachteile der anderen Erzeugnisse zu haben. Verbrennen der Haut ist bei richtiger Handhabung, selbst wenn auch ein paar Minuten zu lang auf der Haut, ausgeschlossen, der so üble Geruch ist gar nicht vorhanden und ein fortwährendes Nassmachen und Ab״ kratzen mittelst Falzbein ist überflüssig, da einfaches Abwaschen mit oder ohne Nachwaschen mit Seife genügt, dabei ist es vollkommen frei von giftigen Substanzen und wirkt antiseptisch, wodurch es bereits in ausländischen Kliniken (u. a. Universitätsklinik Amsterdam) eingeführt ist. Dabei ist es noch billiger wie andere Fabrikate. Erhältlich ist es bei unserem Mitgliede S. v. Maarssen, Soden a. T. ä Mk. 3.50 per Pfd. franco. v־v