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Der Sabbath · 1908-08-01 · 8 (8.1908) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
8 (1908)
Issue
8 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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56 Der Sabbath könnet)• Dieser war schon drei Jahre bei einem kinderlosen, reichen Onkel ih Wien,׳ um das Geschäft zu erlernen und ihn wahrscheinlich später zu beerben. Er hatte zwar auch von dem fabelhaften Glück Jankel Goldbergers gehört, aber als er jetzt leibhaftig vor ihm stand, war er von diesem unerwarteten Zusammentreffen so freudig und schmerzlich betroffen, dass sein glattrasirtes, abgelebtes Gesicht glücklich und wehmütig zugleich aufleuchtete, und dass nicht viel gefeWNf hätte, dass er seinem alten, väterlichen Freunde vor allen um den Hals gefallen wäre ^e beiden Freunde hatten sich viel zu erzählen. Sie eilten ■ Strasse und Feiwel schlug Jankel vor, mit in eine Conditorei dort wollen sie sich einmal gründlich ausplaudem rikel, der zwar schon Narrethei, Schalet mit Ei und ver״ schiedYnen andern Eiern gehört hatte, wusste nicht, was eine Conditorei für ein Institut ist, und hatte daher bei seinem Misstrauen gegen alles Unbekannte wenig Gefallen an diesem Vorschläge. ״Nein, Feiwel, wir gehen nach Hause, wie wird sich meine Frau und die Kinder mit Deinem Besuche freuen, so etwas ist uns in den sechs Monaten noch nicht vorgekommen, in welchen wir hier wohnen.“ ,.Sechs Monateseid Ihr schon in Wien und ich weiss nichts ' davon? Dass mir meine selige Mutter nicht geschrieben hat. für sie sage ich Kaddisch, sie ist vor vierzehn Tagen gestorben.“ ״Boruch Dajan Emmes!“ rief Jankel bestürzt. ״Ich habe Dich nicht fragen wollen, warum Du Kaddisch sagst; aber mir hat natürlich ,nichts Gutes geahnt.“ Feiwel ssh betroffen zu Boden Wäre es nicht Nacht gewesen, ׳• so hätte es Jankel nicht entgehen können, wie sein Begleiter über und über rot vor Scham urd Schmerz wurde, Feiwel war ein echtes Wiener Weltkind geworden. Die drei Jahre seines Wiener Aufenthaltes hatten genügt, um die jüdische Erziehung vollständig abzu- ״ werfenjiie ihm Vater und Mutter mit so viel Hingebung neunzehn (^■JahreflJpJg angedeihen Hessen. Aber an der Bahre der Mutter hatte mtt sicbJS gelobt, das Trauerjahr für sie wenigstens gewissenhaft zu Jhalterff*• Er hatte sich einen neuen Tallis und neue Tefillin gekauft ’’ und besuchte seitdem früh und spät das Gotteshaus, um für das Seelenheil seiner Mutter Kaddisch zu sagen. Als er heute so unerwartet Jankel traf, trat mit ihm seine ganze Jugend vor die Seele. Als ihm gar Jankel mit seinem alten, echten jüdischen Namen Feiwel •anredete, den er schon sofort nach seiner Ankunft in Wien gegen Ferdinand vertauscht hatte, da ging ihm eine Ahnung von der Feigheit auf, die der Namenwechsel bedeutete, dass er vor Scham an der Seite dieses schlichten, ungebildeten Mannes in den Boden hätte sinken mögen. Fortsetzung folgt. Volkslied für den Sabbathausgang. * Gott von Awrohom, Jizchok und Jaakauw, Behüt dein Volk Jisroeil in seinem Lauf; Die sieben Tage sollen wohl bekommen, Zu‘ Glück, zu Heil, zu allem Frommen; Der liebe Schabbas Kaudesch geht dahin, Die Woch’ soll kommen zu Gesund, zu Leien, . Zu Masel, zu Auscher, zu Kowaud, zu Parnosso, £ Chalkolo, zu allem guten Gewinn. '׳Gott du bist so stark, hast alles in deinem Sinn, Gott du sollst uns nur benschen, ,Man soll chas we cholilo nicht brauchen eines fj,' Menschen; £) [Sitzest in der Höh’ und schaust hernieder, der einen Hand strafst du, mit der andern hilfst du wieder;1 (Menschengab’.ist klein, die Schand’ ist gross. Erbarm’ dich, Vater, über unser Los, Wie es der .Vater über seine Kinder tut.) Gott du bist über uns allen, Unser Lob und Gebet soll dir Wohlgefallen, Auf deine Gnade wollen wir hoffen, כת» und in der Wochen sollen deine Tore für unser Gebet sein offen Nimm den Becher in die rechte Hand, Und mach Broche überm ganzen Land, So hoch und so schain, ־ . Dass Kol Jisroels Kinder sagen Omein. Soll werden wahr, Erfreut und erlöst sollen wir werden, in diesem Jahr! *) Varianten. (Jeder Vers drei Mal gesungen.) *4'lit :4 לדוד ברוך (Ps. 144). Gelobt sei Gott, der mich gelehrt, Im Krieg zu führen Lanz’ und Schwert Mit woplgeübter Hand. Mein Schutz bist Du, dem ich vertrau’, Auf den ich meine Hoffnung bau’, Von jeher und auch jetzt. Du stehst mir bei zu jeder Zeit, Und Dc[ine Allgerechtigkeit Bestrafet meinen Feind. Was ist; der Mensch, dass sein Du denkst, O, Gott’;! und sein Verhängnis lenkst, Zum Guten immerdar! Er schwindet ja wie Schatten hin, Begreift, nicht Deiner Werke Sinn Auf die$em Erdenrund! Die Himmel neige, komm’ herbei Berühr’ uralter Felsen Reih’ In Rauch vergehen sie• Und Deiner Blitze Feuermeer Zernichtie meiner Feinde Heer Mit tödlichem Geschoss■ Begäbe mich mit frischem Mut Errette mich von wilder Flut, Vor fremder Völker Macht. Sie reden Trug und Unwahrheit Und brechen den gegebnen Eid, Mit frevelhafter Hand Ein neues Lied dann sing’ ich Dir, Verkünde Deinem Volke hier Die Taten Deiner Macht Der Du den Fürsten Sieg verleihst Von mörderischem Schwert, Befreie mich von Feindes Not Sie übertreten Dein Gebot Mit frevelhafter Hand! Wie Cederbäume wachsen dann Die Söhne hoffnungsvoll heran |n wahret Gottesfurcht. Die Töchter blühen Säulen gleich Mit Zierdjen wohl versehen reich Im Tempel unsres Herrn. Und unsre Speicher sind gefüllt Mit Segen, der der Erd’ entquillt, Bis an den höchsten Rand. Die Heerden nehmen täglich zu, Im ganzen Land ist Friedensruh’ Und Alles wohlbestallt. So mög’ es stets dem Volk ergeh’n, Das Gott der Herr sich ausersehn, Ihm ewig wohlzutun. (Zionswächter 1848• S, 77). * Rätsel. ״Ich kenn’ ein Wort, zwei Silben lang, Ein Wort von wunderbarem Klang; Du hörst es nicht, kannst es nicht s e h ’ n, Nur mit dem Herzen es versteh’n. Doch dem wird es nur offenbar, Der treu stets dem Gesetze war, Trotz aller Mühen, aller Not, Voran stellt stets des Herrn Gebot. Der nach der Tage Sorg’ und Last, Es froh begrüsst zu süsser Rast, Und in der Seinen trautem Kreis Sich still erbaut nach alter Weis’. Dann zieht’s ins reiche Prunkgemach, Wie unter des Aermsten niedrig Dach, Dann trocknet die Trän’, nur Freud und Lust, Kehrt mit jhm ein in des Frommen Brust. (Israelit 1884).

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