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Der Sabbath · 1908-06-01 · 6 u. 7 (Juni-Juli 1908) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
8 (1908)
Issue
6 u. 7 (Juni-Juli 1908)
Date
1908-06-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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8. Jahrg. N0• 6 u. 7 fDonafsblatf <— **? .4q§ zurpördcrung der Sabbathheiligung milocialen und wirtlcbaftlicben Geben der Gegenwart. Mi i W 1 Organ des Verbandes der Sabbathfreunde, des Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit- Frankfurt a. M.. des Vereins lilr Stellenvermittlung, Berlin, des Stellenvermittlungsvereins jüdischer Kaufleute. Breslau und des I8r. Stellenvermittlungsvereins, Hamburg. Verlag: Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, Frankfurt a. M. ז Dr. Redactlon: Cd. Biberfeld, Berlin. Centralbureaa des Verbandes der Sabbathfreunde: Berlin CHeldereutergasse 4. Jie Mitglieder des Verbandes and der Stellenvermittlungsvereine zu Berlin, Breslau, Frankfurt und Hamburg erhalten das Monuisb att .Der Sabbath“ unentgeltlich. Bezugspreis für Nichtmitgliedcr Mk. 3.— jährlich. — Anzeigen 30 Pfennig die Tiergespaltene Petitzeile, bei Jahresaufträgen Rabatt. — Correspondenzen für die Kedaction an Dr. Ed.•Biberfeld, Berlin C., Heidereutergasse 4, alle sonstigen Mitteilungen geschäftlicher Art an die Geschäftsstelle des .Der Sabbath“, Frankfurt a. M., Nene Zcil 03. Naohdruclc der Artikel mit Quellenangabe erwünsoht. VEREINSBlTREAtJX: Berlin N.: Jltonbijouplatz 10. Breslau; Freiburjerstr. 42. Hamburj6.: Carolinenstr. 32* 1- Frankfurt a. Jrt.; Schüteenstr. 14. . In eigner Sache! E. B. Berlin, 'i. Juli. Das Bezirksrabbinat Freiburg i. B. (HerrDr. A. Lew inj hat unter dem 24. Mai d. J. an den Synagogenrat einen Ukas gerichtet, der seine Spitze gegen einen, von der Freiburger Ortsgruppe des ,Verbandes der Sabbathfreunde“ eingerichteten, allsabbatlichen Schiur wendet. Das in mehr als einer Sichtung interessante Schriftstück hat folgenden Wortlaut: ,Bezirksrabbinat Freiburg und Sulzburg, den 24. Mai l!M»s. Dem löbl Synagogenrat Freiburg wird es noch erinnerlich sein, welch unangenehmes Aufsehen Ende 1833 und 1801 die Petition über jüdische Geheimschriften an die zweite Kammer gemacht hat. Dieselbe wies besonders auf ein Buch, Kizzar Schulchan-Aruch von Ganzfried hin, welches Professor Merz dahin beurteilt hat, dass gewisse Teile unmoralisch seien. Auch die 1895 verhandelte Petition um Uebersetzung des Schulchan-Aruch fusste auf dem genannten Buch. Deshalb ist es mir Amtspflicht, Wohldenselben darauf aufmerksam zu machen, dass, wie mir von verlässlicher Seite mitgctcilt wird, allsabbathlich im Gemeindezimmer aus diesem Buche gelernt wird. Weiteres über die üblen Folgen dieses Vorkommnisses zu sagen, halte ich für überflüssig. gez. Lew in. Der Zweck dieses Schreibens ist mehr als eindeutig. Der Synagogenrat soll gegen die veruchten Missetäter, die das Verbrechen begangen haben, nach altjiidisclier Sitte im Gemeindezimmer einen Schiur zu lernen, für diesen Schiur nicht nur die Approbation des für Religionssachen doch allein zuständigen Herrn Bezirksrabbiners nicht eingeholt, sondern ihni überdies auch noch ein Buch zu Grunde gelegt haben, das die unfehlbare Weisheit der Badischen Rabbinerkonferenz schon vor 15 Jahren auf den Index gesetzt; gegen diese doppelten und dreifachen Missetäter soll der Synagogenrat scharf gemacht werden, auf dass er sie vor die Alternative stellte: entweder hinaus mit dem Kizzur Scbulchan Aruch oder hinaus aus dem Lokal! In Herrn Dr. Lewin steckt offenbar eine stark humoristische Ader; dafür spricht wenigstens der niedlicheSchlußpassus seines Schreibens, wonach er es ,für überflüssig hält über die üblen Folgen dieses Vorkommnisses Weiteres zu sagen“. Er darf sicher sein in ganz Baden für diese zarte Zurückhaltung nirgends auf mangelndes Verständnis zu stossen. Der Synagogenrat zu Freihurg wird'; aus der versteckten Drohung schon die rechte Lehre ableiten; denn hätte er selbst — woran gezweifelt werden darf — den Willen, gegen den Stachel.-zu locken, so wird er wissen, welches Schicksal eines Badischen Syna- gogenrats wartet, der sich gegen die Anordnungen der j Vorgesetzten Behörde renitent erweist- ,Amtspflicht“, : ,üble Folgen“ — werden erst solche Lichter aufgesteckt, j dann ist es hohe Zeit, die Segel zu raffen und dem dro- ' henden Unwetter aus dem Wege zu gehen! Aber auch : über den Kreis der Leidtragenden hinaus, — das datf; Herr Dr. Lewin sich überzeugt halten,. — wird .sein document humain vollstem Verständnis begegnen und die l richtige Bewertung finden.; Wie verhält es sich denn nun aber mit den tatsäcli- : liehen Angaben in dem Schreiben des Herrn Dr. Lewin? I Ist es wahr, dass Herr Prof. M e r x, dessen Name als J eines warmen Verteidigers unserer Ehre gegen die Blutbeschuldigung in allen jüdischen Kreisen einen guten Klang . besitzt, ,gewisse Teile des Kizzur Schulchan Aruch als unmoralisch“ bezeichnet hat? Und zweitens: Angenommen diese Behauptung träfe zu, durfte Herr Dr. Lewin das Merx’sche Urteil, wie aus seinem Schreiben erhellt, sich ebenfalls zu eigen machen״ Ich darf meine Legitimation hierüber mitzusprechen, abgesehen von meiner Eigenschaft als Leiter des, Verbandes der Sabbathfreunde‘־, •aus der Tatsache herleiten, dass ich in jenen Jahren (1893 bis 1895) an der Entwicklung jener Ereignisse, auf die Herr Dr. Lewin sich bezieht, ziemlich lebhaften Anteil hatte und dem Oberrat und seiner Religionskonferenz schon damals in der Oeffentlichkeit (״Israelit“ 1894 Nr. 05 und 69) entgegentrat. Es sei mir gestattet, den *

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