Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- 9 (9.1907)
- Date
- 1907-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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Der Sabbatl!. 60 ־ ־־ ־־ ׳ ’ ן ..*cf, £en׳ Scheiterhaufen,“ brüllte die wütende Menge nach und■ schlappte tten’Juden zum Riesentore hinaus Vergebens suchten die Gemässigttfem zu wehren, vergebens wendeten sie Bitten und i Drohungen an;t der fanatische Pöbel blieb auf :iiinerrt grausamen Entschlüsse. Äus Betstühlen, aus den KreuzelL des Friedhofes, der um den Sl?phar ־•Jom sich hertimlagerte, ■wprd ein Scheiter־ häufen a^ufgetiAnt, totenbleich, aber schweigend,fiah Ephraim zu; die Fanatiker fanden ihn auf ein Brett und ktgren ihn auf den Holzhaufen; irtr Nu bfannten die dürren Scheiüfcfoda rief der Jude mit lauter Styhme : -Schema lisroel! Mein Rajj■ untl Gott sei; mir .gnädig.־ .,‘r־*’— Dann entzog der dichte Rareh seine Gestalt! den Blicken u?1d seine Stimme ward nicht melfligehört vor dem i wilden'Geheule des Pöbels, der in schauerlicfter Wut 'um den j brennenden Holzstasg herumtanzte. 4' . j Snige Jahre später finden wir jn alten Qrkunden den ge- 1 lehrten Rabbi Emanuel Löwy samt seiner Frau Regina namentlich 1 angefütir׳. Ob .sie glücklich lebten und in Frieden starben, wissen wir nicht, denn die alten Chroniken erzählen wohl viel schauerliche Züge von JammeF und Elend, die über Israels Volk in jenen Tagen gekommen sind, so wie cer, den wir soeben getreulich angeführt j haben;•aber s׳e berichten seltenmal von ihrem'Glücke- * Ende. ׳ ,» ■ ' \ ■'׳ Nachdruck verboten! Der siebte T a g. Von Paul M. Aron. I ’ Da w ar das Scl'öpf;:ng>werk vollbracht, * Da star.tt vollendet Himmel da und Erde, Das Licht erstrahlte hell in gofdner Pracht,. Hervorgerufen durch des Schöpfers ״Werde“: Die, Wölbung'spannte weit sich dehnend aus: * j L'nd aus def Erde dunklem Schosse Brach fruch!verheissena Saatkorn keimend aus. Vom hohen Baume bis zürn niedren :Moose: Und Sonne, Moni und Sterne zogen ihre Bahn, In ewig gleichem Wechsel nach des Schöpfers Willen; Die Vögel'scFiweb eo fliegend himmelan; Die Fische'schwarnÜhen in des Wassers Stillen; ' Die Tiefe tumme&en durch Wies' und Wald; Der Mensch, das Ziel, der Schöpfung Krone, Stand aufrecht da in gfittlichcr Gestalt, Dass er die Welt behj*^che und bewohne. Da rief Gott seiner Wli|t e:n dauernd;Halt!‘ .. Und keine reue Scht'djJtmg ist seitdem entstanden. Das Weltall dauert fc>rrt1n der Gestatt, Die ihrtr geworden von ^Jes Schöpfers Händen Da ruhete a!n Siebtem von dem Werk, Das er vollendet, der Alleine droben. i Und segnend hat, als ewigen Vermerk Zum heil’gen Ruhetag er ihn erhoben. j Mit ihm erst fand die endliche Vollendung, ' Die Schöpfung, die er’rief ins Leben, , Die er dem Menschen zur Verwaltung! Nach se^i^rh Willen hat gegeben Drum w¥nn der Mensch in den sechs Wochentagen Nach Gottes heil’gem Wil en hat gewirket. Und seine Kraft und seine Herrschermacht An dieser Gotteserdc hat bewiesen: : 1 Den Baupi gefällt zum Baue seiner Wohnung, j Das Feld bebauet für des Leib’s Erhaltung, ' j Wolle und Flachs verwebt zum Menschenkleid, I Jeglich Geschöpf sich dienstbar hat gemacht: j Nein! Er gedenke, dass ein ewiger Gott Ihn eingesetzt als Herrscher auf der Erde, Sie zu verwalten und gemessen Zu seines Besten fjutz und Frommen, Er hat ihm Geist gegeben und Vernunft, Hat ihn mit tausend Kräften ausgestattet, Ihm dankt er all die Fähigkeiten, Die ihn zum Herrscher würdig machen. Ihm geb er drum mit jedem siebten Tage Die ihm verliehne Macht zurück, Und huld'ge Gott als dem alleinigen König Als ein ihm treuergebener Lehensdiener! Denn würde je sein frevelndes Beginnen Den ew'gen Gott aus seinem Geiste löschen, Und er in wahnbethörtem Sto'ze Selbst zu vergötteren sich erfrechen! Dann würde der allmächtige Allcire Zu seinem Zorn und seinem Grimme, Fluch und Verdainmniss auf ihn schleudern Tod und Vernichtung wär’ sein Los! Trübsal unJ Kummer werden schwer ihn drücken, Leiden und Elend zöge.ו in sein Haus, Drangsal und Not ihn nie verlassen, Weil er vergass des Weltenherrn und Meister! Wenn aber i h n er huldigend verehrt. Im Sabbath ihn als einz’gen Herrn erkennt: Dann schüttet seines Segens reiche Fülle In steter Liebe er auf ihn herab. Ehre und Glück wird er ihm dann gewähren In seiner Gnade überreichem Masse, Freude und Heil wird dann für alle Zeiten Ein steter Gast in seiner Hütte sein: Jubel und Lust entrinnt sich se׳'nen Lippen, Lobpreisend steigt sein Lied zum Herrn empor, Denn Paradieses-Seeligkeit hat der empfunden Welcher hinieden hoch den Sabbath hält! Silben-Rätsel■ (Zwei Teile von je zwei Silben!. Ich bin von meinen Brüderscharen, Der vor dem jüngsten, grössten steht; Wusst keiner je uns zu bewahren, Wir teisen rastlos früh und spät, Uns hat das holde Licht geboren, Mit ihm geht unser Sein verloren, Und dich umfängt die finst’re Nacht Mein Zweites, es wird nimmer fehlen, Wenn einer aus der Schar erschien. Doch wirst du dir’s nicht selber wählen, Es tritt zu früh schon vor dich hin, Wohl dir dann, kannst du ’s froh ertragen, Und darfst du dir voll Ruhe sagen, Mich freuet, was ich hab’ vollbracht. Das Ganze, kann’s dir nicht erklären, Wenn du es selber nicht gekannt. Dann lege er am Strbbathtage Sein Herrscheramt, das ihm von Gott geworden, Ihm ehrfurchtsvoll, demütig vor die Füsse; Verkünd ejäjh n damit als Herrn der Welt! Das nicht Sr rastlos ird'schem Streben Er ihn vergass', den Weltenmeister, Und weü.nun fleissig er gewirkt, gedient. Im Schwelfse seines Antlitz Brod erworben, Der MeÜ’sch in seinem Übermute spräche: ״M e i n ist -die Macht und meiner Hände Stäfke Hat dies VerrJiögen nur erworben, M i r ist dies ganze Weltall untertan!“ >. Ein süsses Glück mag es gewähren, Ein Zauber ist’s. der froh uns bannt, Die Stunde ist’s manch schöner Lieder, Es kehrte oftmals dir schon wieder, Und immer hat’s dich froh gemacht. [•״pu3qv2־Pt!3Jj“ : SunsoijnyJ (Aus dem ״Israelit*‘, 18fc4)