Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- 5 & 6 (Mai-Juni 1907)
- Date
- 1907-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Sabbath. 42 % " ' ״ Das Haus des Juden Ephraim Reubl in Mussdorf war ein Tempel der reinsten Liebe geworden und die düsteren Stuben schienen zu schimmern im Abglanze des ■ edelsten der Gefühle. Der junge Mann, den Ephraim mitgebracht hatte, als die beiden Studenten in sein Haus eingedrungen waren, war Emanuel Lövy, der Sohn des weisen Rabbiners Jacob Lövy in Krakau, Reginas verlobter B[ä&tigam. Schon vor Jahren hatten die Väter ihre Kinder versprocHin, urld nun die! Zeit da war, reiste Emanuel von Krakau nach Wie», wo iMb EphtaSm abgeholt und nach Mussdorf geleitet hatte. Emanuel and Regina harten in kurzer Zeit einen festen Liebesbund geschlossen, ihre Herzen schlossen sich inniger und inniger an, einander. Segnend lächelnd blickte die kranke Mutter auf ihre Kinder und sah das Glück ihrer eigenen Jugendzeit zum zweiten Male in dem Glück der Ihrigen. Der einzige Umstand, der ihre Freude trübte war die Abwesenheit Ephraims. Seit die Boten des Gerichtes in das Haus eingedrungen waren und den Hausvater mit sich fortgeführt hatten, war Ephraim nicht mehr zurückgekommen; aber am dritten Tage brachte ein Bote, der zu Pferde von Wien kam, einen Brief, in welchem Ephraim meldete, dass es ihm wohl gehe,, und dass sie seinetwegen ganz ohne Besorgnis sein sollten. Es sei eine wichtige Angelegenheit, die ihn in Wien zurückhalte, binnen kurzem aber werde er wieder in Mussdorf j eintreffen. S^e sollten geduldig seiner Ankunft entgegenharren, I und auf keinen Fall sollte Emanuel die Frauen allein lassen und; etwa nach Wien kommen. Der junge Mann dem dieser Befehl höchst erwünscht war, da er nichts verlangte, als immer an der Seite def Geliebten zu weilen, stellte si^h taub gegen die Bitten der Frauen, die ihn beschworen nach Wien zu gehen, und nach dem VatGt־ zu forschen. Auch kam kein Machbar nach Wien, der Kunde hätte bringen können; denn die Strasse war damals womöglich noch schlechter als jetzt, und der viele Schnee hatte sie völlig unwegsam gemacht. Es. war Freitag Abend. Die kleine Familie sass am Fenster, das־hinaus ging auf den gefrorenen Spiegel der Donau, auf dem die letzten Sfcrahlen der langsam hinter dem Kahlenberge hinabsinkenden Söftine zitterten, und das Eis in den mannigfachsten Farben schyAnern liessen; dichter Mebel lag auf den Auen jen- , seits der Da&u und die ganze Gegend trug jenen eigentümlichen Charakter, welchen ein sonnenheller Winterabend gibt. Die kranke Mutter sass, sorgsam in Tücher gehüllt, am Fenster, und ^Klickte hinaus jn die tunkelnde Schneelandschaft; ihr zur Seite säfcs Regina, sorgfältig jeden Atemzug der geliebten Mutter bewachend, während Emanuel an der Rücklehne ihres Stuhles 1 stand und manchmal verstohlen einen Kuss in die dunklen Locken I der errötende** Jungfrau drückte. Die kleineren Kinder spielten j lärmend in *dir Stube und kollerten lustig auf dem Boden ׳ herum,! während das knis|errtde Feuer im Ofen manchmal mit stärkerer i Flamme aufflafekejjfe, und einen roten Schimmer über ihre fröhlichen I Gesichter goss, ß war eine heilige Scene stillen Friedens und , Familienglü£ks. | | . ״Ephraim’ kömmt auch heute nicht,“ sagte die Mutter, indem i sie mit besorgter Miene die Strasse hinabsah, ״Es wird kälter und mir schien es heute Macht, als ob ich die Wölfe ganz nahe hätte heulen. hSren;“ ״Heiliger GottjJt rief Regina. ״Allerdings“, fuhr die Mutter fort, ״Ihr schlieft fest, aber mich lässt die Sorge und die Krankheit nicht schlafen und da vernahm ich es, wie sie vom Uebirge herab bis an die Strasse kamen und erst -gegen Morgen merkte ich an dem immer schwächer wer- ׳ denden Gehäule, dass sie wieder ins Gebirg sich verloren.“! ״ES wird so arg nicht sein,“ tröstete Emanuel, ״wir in Polen j haben Wölfe genug, und ich weiss. dass sie sich am Tage so leicht i nicht an die Landstrasse wagen und Ephraim wird SirtWvohl hüten, tn der Macht zu wandern.“ יום זה לישראל. Israel's Lust und wonniges Leben! Sabbathtag! zur Ruhe gegeben! Hast mir befohlen auf Sinai’s Höhen, Sabbath und Feste stets zu begehen Herzurichten vorzügliches Leben, Sabbathfreude soll uns umgeben. Trost für die Herzen, die Viele so quälen, Frisches Gemüth den bekümmerten Seelen, Allen Kummers soll er entheben, Seele des Sabbaths soll uns umschweben. Hast ihm Weihe und Segen gespendet, Als am sechsten dein Werk du vollendet; Darum vermag er neu zu beleben, Lasst uns am Sabbath nach Göttlichem streben! Jegliche Arbeit soll er verpönen; Halt’ ich den Sabbath, wird Ehre mich krönen, Bring’ ein Opfer, dem Schöpfer gegeben, Lasst uns, Ihn preisend, den Becher erheben I Denke fees Tempels! Lass neu ihn erstehen; Lass die Betrübte Dein Heil wieder sehen! Heut’ jedoch singt sie beim Safte der Reben : Sabbath soll die Seele erheben! Abraham Tendlau. יום זה מכובד. Von allen Tagen nimm diesen in Acht, Denn Gott hat ihn selber mit Ruhe bedacht! Sechs Tage steh’n dir zur Arbeit bereit, Der siebte sei deinem Gotte geweiht, Den Sabbath halte in Heiligkeit! Am sechsten Tag war alles vollbracht, — Vor allen Tagen, nimm diesen in Acht, Denn Gott hat ihn selber mit Ruhe bedacht! Der heiligen Tage erster ist er, Der Sabbathtag, heilig und hehr. Erweise segnend beim Wein ihm Ehr’ Und doppeltes Brod sei ihm dargebracht. — Vor allen Tagen, nimm diesen in Acht, Denn Gott hat ihn selber mit Ruhe bedacht I Erweise ihm Ehre mit Speise und Trank, Und Gott wird geben, zum Lohn und zum Dank Dein Brod und dein Kleid dir, voll und blank, Und Manches auch noch, was Lust dir macht — Vor allen Tagen, nimm diesen in Acht, Denn Gott hat ihn selber mit Ruhe bedacht! So lass’ dir nichts abgeh’n am Sabbathtag, Und hast du gehalten dein volles Gelag’, So danke dem Herrn, der Alles vermag, Der dich zum Lichte der Völker gemacht. — Von allen Tagen, nimm diesen in Acht, Denn Gott hat ihn selber mit Ruhe bedacht! ״Es wäre denn doch besser, er wäre hier,“ seufzte die Mutter.“ ״Allerdings*^ meinte Emanuel. »Da es aäntnicht ist, $0 müssen wir uns in Geduld fassen,* sagte Regina, »Mein *ijarkes, mutiges Mädchen!“ rief Emanuel, seinen Arm um sie schlingend, ״der Vater wird gewiss bald, recjit bald zu» rückfärnrnerv‘< (Fortsetzung folgt) Die Himmel erzählen, wie herrlich Er ist! Die Erde rufet: ״Wie gnädig Du bist!“ Seh’t seine Hand erschuf Alles, was da istl Und fehllos hat Er sein Werk vollbracht! — Von allen Tagen, nimm diesen in Acht, Denn Gott hat ihn selber mit Ruhe bedacht! Abrah&m Tendlau. Zeil 74 (Schillerplatz) Telephon 8186, Specialität msek gesebnittene Tabake. ~ SpeciaHtät frisch gearbeitete Ciiaretten, Frankfurt a. M. gonstantinsQSgaretten