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Der Sabbath · 1907-05-01 · 5 & 6 (Mai-Juni 1907) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
5 & 6 (Mai-Juni 1907)
Date
1907-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Der Sabbat h. 3 4 sprechenden niihtjüdischen Vereinen durch diejenigen Mitglieder erhalten könne, welche die Dienste des Vereins, sei es nun mit oder qhne Erfolg in Anspruch nehmen. Deshalb 1!ruraS der Beitrag auch so niedrig Mk. 3.— pr. Jahr angesetztj Die Selbstkosten des Vereins für jede vermittelte *Stelle betragen nur 20. Mk. was noch sehr massig ist gegenüber den nichtjüdischen Vereinen, woselbst sie׳ si#i ,auf oa. Mk. 25 erhöhen. Wir hatten also erwa־rtet״f dass wenigstens die Mitglieder, denen der Verein Stellen ermittelt hat, treu zu demselben halten würden und durcfe ihren jährlichen Beitrag die Leistungen des Vereins anerkennen ^|rden. Leider haben wir uns darin getäuscht, was ja , ein einfacher Blick auf die Summe der Beiträge lehrt! Wenn Sie meine Herren, diesen Appell richtete der Vorsitzende zum Schluss an die erschienenen Mitglieder, die Erkenntnis weiter vertreten können, dass mit der einmaligen Zahlung von Mk. 3.— kein stellensuchendes Mitglied und besonders kein junger Mann, der eine Stellung erhalten hat seine Pflicht erfüllt hat, so haben Sie der Sache des Vereins, die ja auch Sache jedes Jehudi ist, einen grossen Dienst getan. Mit einäjh Dank an die Erschienenen schloss der Vorsitzende /Öfen die Versammlung. Einnahm inti'und Verlust-Conto. Ausgaben. ];eitrigen 1er Mit- Per Porto ■ Mk. 257.15 glieder-. ■ Mk. 25.׳ ■5•׳ .. öalair .... ,. 327.- -Spenden j . . . Mi >.- Drucksachen - .. 224.50 Zinsen ■ ti ' ■'Mt ,. Bureau-Kosten .. 192.60 ka^senMc Je;sV^7>V. 17.03 .. Annoncen .. 17.80 .. Gewinn-Saldo - - ., 38.23 V4 *V'»fk. 1057.2« Mk. 1057.28 ־י ־1- H artnui rg, 31. März 1907. Bilanz'Conto. An Yermügensbestand Yerini.gensbestand am am 1. April 19״rt Mk. 1196.91 1. April l‘.K)T Mk. I'el)cr-1;h11r- Hjoji Ins 1907 •JÖit&tk. 3S.23 1235.14 k. 1235.14 Mk. 123•14 .(־ - II a m b u rg, ,31. März 1907. »»«fr«־ Eine öffentliche Versammlung zu Gunsten des Sabbath. '.־ ' London, 3. Mai. Es ist interessant, zu beobachten, wie gleichzeitig mit der imncter kräftigeren Entwicklung des ״Verbandes der Sabbadfi&inde‘‘ in Deutschland auch -bei den engfischen Jum»' die Erkenntnis durobzudringen beginnt, dass eine Organisation aller, die an der Institution des Sabbath. dieses Angelpunktes des jüdischen Lebens, festhalten, ein dringendes Gebot der Zeit ist. Die englische Bewegung zu Gunsten des Sabbath geht auf das Ende des vorigen Jahres zurück; inwieweit sie durch die in ■ Deutschland sich vollziehende Organisationsarbeit des ״Verbandes der Sabbathfreunde“ angeregt, inwieweit wie diese «nur dem Druck der religiösen Not entstanden ist, das wirff’sich schwer entscheiden lassen. Man darf jedoch annehmen, dass beide Momente zusammenwirkten, und es ist wohl nicht der geringste Erfolg des deutschen Verbandes, dass er a*f die Judenheit eines anderen Landes als Anregung und״Beispiel gewirkt hat. Ueber die noch junge Geschichte der englischen S&bb&thbewegung wurde vor kurzem schon berichtet. Die von den jüdischen Gewerkschaften begründete Sabbath Observance Society hat nun am vergangenen Montag die erste öffentliche Versammlung abgehalten, deren Verlauf hier ausführlich wiedergegeben werden möge. Als besonders bemerkenswert ist anzuführen, dass auch ein Nichtjude, und zwar der Neffe des englischen Generalissimus Lord Roberts, das Wort ergriff, um sich lebhaft für die Forderungen der jüdischen Sabbathanhänger einzusetzen. Es hatten sich, offenbar auf Verabredung, ziemlich viel Sozialisten und Anarchisten eingefunden, die sich redliche Mühe gaben, die Verhandlungen unmöglich zu machen. Es gelang jedoch schliesslich trotz aller Lärmszenen, die diese Elemente vollführten, die Debatte in Ordnung zu Ende zu bringen. Den Vorsitz ,führte der Präsident der Sabbath Observance Society, Herr Abraham Rosenthal. Er gab einen Rückblick auf die bisherige Tätigkeit der Vereinigung und wies auf die Resultate hin, die ungeachtet aller Versuche die Anhänger der Bewegung zu entmutigen, erzielt worden sind. Wir haben, erklärt der Redner, uns vor allen Dingen bemüht, als Grundlage unserer Arbeit eine Organisation zu schaffen. Wir sind ganz im stillen vorgegangen. Zuerst wendeten wir den Bäckern unsere Aufmerksamkeit zu und wir faudwr; dass fast alle jüdischen Bäcker am Sabbath arbeiten. Jeder von ihnen hätte gerne davon abgelassen, wenn nur die anderen ebenso verfahren wären. Schliesslich brachten wir es dahin, dass die Leute sämtlich mit der Sabbatbarbeit aufhörten. Der Redner zeigte ein Certificat, durch welches alle Bäcker in ihren Schaufenstern von dem Uebereinkommen dem - Publikum Mitteilung machen. Die Versammlung sei einberufen worden, um die jüdische OeffenÜicbkeit zur Unter- Stützung der Sache des Sabbath aufzufordern. Der Redner sprach dann von der Tätigkeit der Kommission zur Vermittlung zwischen Meistern und Arbeitern im Schneidergewerbe, die sich u. a. auch die Durchführung der Sabbathruhe zur Aufgabe gemacht habe. (Diese Mitteilung wird auf der Gallerie mit grossem Lärm aufgenommen.) Wir werden uns, schliesst der Vorsitzende, durch keine Opposition irre machen lassen. Der Sabbath ist die Grundläge unserer Existenz. Wenn er verloren ginge, würde das ,jüdische Volk verschwinden. Es muss gearbeitet werden, um den Sabbath dem jüdischen Volke zu erhalten. Nach dieser mit Beifall aufgenommeuen Ansprache ergreift Herr Hermann Landau das Wort. Jeder Arbeiter, der den Sabbath feiert, darf nach dem geltenden Gesetz am Sonntag arbeiten. Wer von diesem im freien England gewährten Rechte keinen Gebrauch macht, der ist unwürdig Jude und Bürger dieses Staates genannt zu werden. Für die menschliche Gesundheit ist ein wöchentlicher Ruhetag unbedingt notwendig. Warum sollten wir da einen anderen als den durch die Religion gebotene^ wählen, der mit unserem Volksleben unlösbar verknüpft ist! Der Redner wendet sich dann gegen die sozialistischen Sabbathgegner. Er warnt die Arbeiter deren verderblichen Ratschlägen zu folgen. Diejenigen, welche am Jomkippur Umzüge veranstalten, müssen wir uns fernhalten; sie gehören nicht zu uns. In dem durch diese Bemerkung entfesselten Lärm gelingt es dem Redner nur mit Mühe, folgende Resolution der Versammlung vorzutragen: ״Die heutige jüdische Massenversammlung in der Great Assembly Hall beklagt das Vorherrschen jüdischer Sabbatharbeit in allen Gewerben und beschliesst, dass alsbald gesetzliehe Schritte zur Beseitigung dieses Uebels getan werden sollen.“ Herr Charles Josephs unterstützt die Resolution. Herr Herbert Roberts erklärte, die Resolution müsse von jedermann unterstützt werden, einerlei, welche religi-

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