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Der Sabbath · 1907-03-01 · 3 (3.1907) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
7 (1907)
Issue
3 (3.1907)
Date
1907-03-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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24 Der Sabbath. Un kuirnnt en Aurech dazu, desto mehr Massel un Broche. Dabei hob ich en Lulow un Esrug gekaaft! . For en Schibbusch, se hebben uf de Auction se raan verschlaaft. Ich bin sau vergnigt as hett ich das grausse Löss gewunnen, Wenn ich seh wie schein sie sennen zusammen gebunden. Der Lulaw mit en Spitz, sau dünn un sau lang. De Hadassim all Hass ganz frisch un ganz blank. Der E&raug mit en Pittum, dabei en scheine Couleur, Was brauch inet als guder |id vor Haches Ruach mehr? Bild ich mer doch mehr in wie sau en neimodischer Rof, Die fingern 'doch Alles weg von de Ollef bis de Tof, Die sogen mtr brauch alle Tog man zu oren, Meg Treifes essen un ari Schabbes mit de Eisenbahn fohrcn. Weih die Khille wu sau len Rof hot de Memschole Gott behütl ich bin nit der Mann, der gleich kummt mit en Kiole; Unset heilige Thauro wird immer un ewig bestehn Un mit all ihr Habikaures ktnnen sie sie nit machen untergehn. ׳ ■u .חניכה Mein Fterz is mer recht vor Naches Ruach ufgeg'angen. Wie der Hebe Chanuko sich hot heit Obend angefangen. Uf de ganze Schinne hob ich gehert Mosser singen Un gesihn, wie die Kinder ibber de Lichter springen. Wer blaus gsjsehn het die viele Chanucke-Eisens, die gebrennt, Werd nit äogtn die )iddischkat geht bald zu End, Ei! die heilige Thauro werd leuchten Sov Aulim un Sov )omim, . For Daure Daures, Bonim un Uwnei Bonim. Wie'waul hebben se bei uns geleint de Megille! Ohser kenn es bpsser sein in de gtesste un frumste Khille. Wo find mer aach en Bai Kauro wie Rebbe Gawrielche? Er is'forwohr en Dower Koten for unser Chewre-Schülche. Dobei hebben die jungens Homen gekloppt, Das Herzen Leib hot mer for Haches gehoppt. Chotsche^aer Goi in Keller hot es ibbel genummen, Un mer zugerufen wie mer aus de Schul sennen gekummen: ״Hör Schmuei! hüt hefft se woll all ehren Dulten! ״Ick gleuw Ehr Schaul will se öbem Kopp tosamen füllen.“ En Chattes wie alle Areilim, sunscht en ganz gut Schailif, Leint mer immer sein Schlafstan zu mein Auffis Challeff• Ich hob gemacht asätt ich gor nicks gehert, Sie verschtein doch f^ßser Minhogim alle verkehrt Doher thut mer wietunser Ansche Keneses Gedaule gewellt. Halt Terjack Mitzwesfm bekümmert sich nit um de neumaudischeWelt Die mahnen die jäeulle is do, wenn mer ergeht Borger watden, Un glaben nit, d$fs sich denn erseht recht ihre Kinder schmaddern )uscht kari Hessig wenn solche Minim aus de Khille schwinden. Sein Lammed-Wef Zadikim ward unser Harrgott immer finden; Hur muss mer sorgen, dass mer vor Chukkes Hagojim sein Haus ׳ “ [kenn* ran halten, Un for das Andre lossen Haschern jisborech schalten. .פ מה Mein Fr# sogt: ״Pesach is der schenschte |om Tof wenn er '!י [erseht is do;“ Recht ho^. se, denn all das Nekias thut Anem en grosse Hano. Am Merschten hob ich mir obber gestern Obend gefreit. Wie ich hob an Zeider gesessen mit all mein Leit. Es war aach kan klan Hess domols mit )ezias Mizraim, L'n mit vullen Herzen bin ich die Mitzwe Mekaim. * Bis um zwelf Uhr sennen mer beim Zeider gesossen Un de Zeit is uns wie gor niks verflossen; De Sühn kentifa waul lernen, obschon se aach Galseche Bücher U'n.sau heblJkShter en Bische Mefalbl gewesen. [lesen Der AltscbteMfcrjk sein Blatt Gemore mit Tausfes un Marscho, Der Andne, gut^Cfiummesch un Rasche un fangt inu an den Remo, Un s^tr't» bis Itlok alef hingegangen Ehr mer zu espen hebben angefangen. Matzes h^bbenlmir bekummen wie en Blättche so dinn, L'n de'Schemimim kan'Kasche, sennen ganz nach mein Sinn. Mein klan Choziwehe hot de Afikaunim geganneft Un ־nit geruht, bis er mir hot en Matone abgechanneft. De neie Zeider-fechüssel mit druf alle Sachen, Hot ausgesehn, mer hett gleich kennen Broche machen. Den ganzen Winter hebben mer gantfg geklent un gesorgt, Maure gehott mer keinen nit bezohlen, was mer hebben geborgt, Gott Borchu-hott geholfen, mit Betochim kummt mer weit, Mer hebben Gottlaub genug for uns Wie for noch en Por Leit. Dobei seht! wie se angezoggen send mein Jungens un mei Madcher,; Sehn se nit aus wie de Kezinim? lauter neie Jontof-Kladcher. Unser Harrgott helft immer, is es nit früh, is es spet. Wenn, mer Betam Lev nur immer zu dem Baure bet. Er wifd nur weiter geben Parnose Wechalkole L'n den )e?ar Tow lösten übber den Jezar Horre de Mamschole. שבעיה.!Fällt mit Pfingsten zugleich) SohdW dass Schwues nit mehr is as zwei feg! t sogt, Simche sau graus. Obber aach gut, surst tennt mer werden gor zu treg; Heit Macht sennen lau'er Waullerncr beisammer gesessen, Hebben mehr gethon wie Koffe trinken un Putterkuchen essen, Ibber zehn Mol hebben se Rabbonim Kadisch ges Hebben Kasches geentwert un widder gefrogtlau! Matton Taure wor kaan Spass, doher unser: Was soll aach das Andre? W'as kummt bei de Meifnaudischkat raus £ Seht! wie se jogen un fohren un reiten Un rlit mehr wissen was )omtof soll beteiten.! Gut dass dem frummen Jid de Lust dozu is benbmmen. Es wer doch nur Eweire Goreres Eweire rausgekummen. Sau is mer wauler, ich sitz Eekowed in mein vier Wend Un denk all ihr Tawes Libbes hot doch wohl eri End, Lach ibber ihr Marrischkaten, lern Bescholim1 mein Blättche i [Mischnais; Un bet nur de Kinder nit zu viel zu gehn bei das Gais. Ich hob wohl gor en Bische zu lang geschmust, Denn ich sch Se sennen ganz Mejuschiw ingedust. Oft wenn ich Diwre Tauro red, geht es mir saui. Denn die Mehrste denken allweil ״Lochern WeUu Lau!“ Ich möcht garn, se weren lauter gude |idden, Un mit de heilige Tauro i n unsre Chachomim zufridden, Dass se nit den Schabbes aus dem Haus raüsschmeissen‘ Un wie die Bcheimes in all den Tarfes beissen. Obber do es nun anmohl nit geht nach mein Sinn, Schweig ich still un denk an den Jom Hadinn, Wu ein Jeder ward sein Sechar un Aunisch bekummen, Nachdem er sich hier in de Welt hot benummen, Was kummt denn aach bei ihr Mechalle Schabbes sein heraus? Arbeiten wie die Pferd un warden doch nit reich un graus. Doher waul uns, die w׳ir bei das Alte bleiben, Un nit de ganze Amune aus unsre Arfce Ammds vertreiben^ Memmen es mit jeder Mitzwe, mit jedem Minhag genau Un sogen Betam Lew wern es Zeit is; ״Mogile; Wenismecho Baul* ־די® Szed;erplauderei. __ Kg dnntOtohi kaum im Jahie auc nur eine *Stunde geoen. in;der ein in vielter Perne weilender jüdiscbdenkender und empfindender Jüngling• so sehr die Fremde fühlt. 81s gerade 8m Pessacf, speziell während der >se«!erabende- Wie viele solche dürfte es wobl gehen, die das Rintunken der Kr;it1t<׳r in Salzwasser für überflüssig finden, wird detib das Einzutunkende, — wenn sie an die Ssederahende. die sie hei ihren Lieben verbrachten, zurückdenken — durch das sic unwillkürlich beschleichende Heimweh seton ▼oo ihren Tränen gesalzen! Mein väterlicher Freund, der bei mir wohl eise derartige webmutflvolle Stimmung ahnen mochte und diese im Keime ersticken wollte, lud mich vergangenes Jahr ein. die ersten Pessaekahende im Kreise seiner lieben Familie zu verbringen. Wir feierten den Ssedcr in gehobener. angenehmer Stimmung und, nachdem der vorgesebriebene Teil der Hatcdnh gesagt und vom Hausherrn wunderschön erklärt worden war. wurde das Beste der Küche aufgetragen.— Wir waren beim letzten Gang des witklicb hervorragend guten Diners angelangt. eis ich mich plötzlich vor Schrecken einer Ohnmacht nähe fühlte! Ja, was war das. sehe ich recht, oder ist es ein Traum? Han stellte Butter auf den Tisch! Butter bei einer fleischigen Mahlzeit! Uad dies musste ich im Hans«׳ «!er mir als gewissenhaft und streng religiös behaupten Familie, die selbst die kleinste Vorschrift mit gleicher Wichtigkeit als den grössten ״Din* befolgt. sehen. Ich war einfach sprachlos. Die Hausfrau, die sich an meinem Schrecken zn weiden schien, rief mir :'u : .Bedienen Sie sich nur ganz ungeniert, denn Butter auf Mazzoh gei strichen. srl!me<kt einfach wunderbar.“ — Bevor ich einer Antwort mächtig* i war. fuhr dieselbe in ihrem Gespräche fort* ״Es tut mir herzlich leid, dass I ich Sic so erschreckte, mein lieber Gemahl wird Ihnen, da ich rasch zur \ Küche muss, über diese Butter Aufklärung geben oder wollen Sie diese von mir hören ׳• Wenn ja. so gedulden •Sie sich nur einen Augenblick, ich bin gleich wieder da.- — In der Tat war meine liebenswördige Wirtin nach kaum . einigen Minuten wieder ins Zimmer getreten. ״So, sprach sie eigentlich müsste ich Ihnen ziirnen und Ihnen keife Aufklärung geben, weil Sie auch nur den kleinsten «!*danken aulkommen Hessen, wir führten keinen ganz koscheren : Haushalt.- .Ja aber. — fiel ich ihr. auf die Butter zeigend, ins Woit- ״Gemach. lieber Freund, lassen Sie mich nur ausspreeben. Es scheint mir, als Jiätteu sie keine Ahnung davon, dass es jetzt in aerNabrungsmittelbranche eine neue Erfindung giebt: es ist das ein vegetabiler Butterersatz und wird unter dem Namen .Toroor" in den Handel gebracht — Versuchen Sie mal dies J'iuior und sie werden sehen, dass Sie keinen Unterschied zwischen der feinsten Süssrahmbutter und .Tomor־ finden.“ ״Ja. woher wissen Sie aber, verehrt«‘Frau, dass -Tomor“ koscher ist und auch zn Fleischspeisen verwendet werden darf?- erlaubte, ich mir. schon etwas kleinlauter, zu erwidern. — ״Ich * dürfte ihnen eigentlich zum zweiten Male wegen Ihres Misstrauens keinen aufklärenden Bescheid geben, al er ich will Ibr Gewissen nicht länger beunruhigen. .Tomor" wird unter Aufsicht und Leitung eines von Br Ehrwürden Herrn liabbiner Dr. B. Wolf, Köln, angestellten und inspizierten Beamten hergestellt und darf sowohl für Fleischals auch Milchspeisen verwendet werden.* — Ja. dies ist aber eine herrliche Erfindung,“ erwiderte ich. ״und ich bin durch diese Neuigkeit für den abgestandenen Schrecken reichlich belohnt.* .Sie hättu-n eigentlich schon bei den fischen einen solchen Biesenscbrecken bekommen iLiisser,* sprach die liebenswürdige Dame, ״da auch diese mit ״Tomor״ zubereitet wsren. denn wie wäre es möglich gewesen, ohne ״Tomor* eine 601eh' wunderbare Buttersauce herzustellen.. Dass Ihnen das Kalbfleisch vorzüglich mundete, sagten Sie 1a vorbin selbst und sehen Sie, lieber Freund, auch dieses war mit ״Tomor“ zubereitet.־ Nachdem wir das Tischgebet verrichtet und den zweiten Teil der Hagodoh gesagt und gesungen hatten, verabschiedete ich mich von meinen reizenden Gastgebern, da inzwischen itternacht schon vorüber war — Auf dem Wege zu meiner Wobnung und Daheim angelangt, musste ich noch lange an diese unschätzbare Erfindung nn*1 Über die Vorzüglichkeit diese® .Tomor* denken. — Wahrlich, wer ״Tomor“ auf Mazzoh streicht, kann kaum mehr von der Mazzoh sagen: .Das ist das Brot des Elends.“

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