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Der Sabbath · 1906-10-01 · 10 (10.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
10 (10.1906)
Date
1906-10-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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72 Der Sabbath I , feuerrosse, Feuerwagen Brausten auf mit Dir gen Himmel, Und wie damals steh’n wir heute Schau’n Dir nach, und immer tönt es: ״Elijahu! Elijahu!“ . . Wohl Dein Mantel wundermächtig Hat geteilt vor uns die Fluten, Uns gedeckt in Sturm und Wetter — Aber dich ersetzt er nimmer Elijahu: CJijahu! . . . Seit gar n! ,nchen, manchen Zeiten Schwirrt's uit. ,uns mit heiserm Krach- — Raben w aren Deine Boten . . [zen — Raben sind es . . . sind es Deine? Elijahu!■*Clijahu! ... v : Horch, horch was schreitet über _ [die Berge? Was klingt so zaubergewaltig? . . . Sulainith! .. Sulamith! . . ich komm . . [ ich komm — ... Bist Du's? .. BiSt Du's . . ja. Du bist es, Elijahu! Elijahu! . . . Also wcjnt und jauchzt der )ude, Singt’s pmäus in Macht und .Mondlicht, Dass die Vögel auf den Zweigen Still, im ^Schlaf zusammensehauern . RastuSw rastlos, immer neue Fügen tffln zum alten Liede, All sein'Denken, all sein Ahnen, Alles, alles wird zum Liede. \ Und wie raschen Schwungs sein [Sinnen, Alsa wandeln sich die Reihen — Bald" wie gold’ner Lerchentriller jauchzt dem jungen Tag entgegen — Bald wie heimlich Liebesliedchen Süss und leise, das zur Machtzeit ־: Rührend fleht und klagt und endlich Liebchen fein an's Fenster lockt — Bald auch wallt es auf und nieder, Wjch’telschfl^g auf grüner Aue — ״Furcht’ □Kh nimmer״ fürcht’ Dich w! [nimmer Mein KncclÄ’fakob, mein Knecht Jakob!!“ Aber durch'die bunten Reihen, Trillernd hell, und leise flehend, Gehn hindurch gar alte, wilde j Dunkle iionstränenschreie — --— '4• Endlich, endlich schweigt das Singen Und mit Spätem, freüd'gem Mute Holt .,er ausSter fernen Ecke jetzt!sein kleines Warenbündel. — d Und er misst und zählt und rechnet, Und er ordnet und er glättet — Schnürt es wieder fest zusammen XInd -T^der.kt wieder Elijahu's- Möcht ihn treffen unterwegs. Sollt' ihm helfen, wie er jenem Frommen .'lAne hat geholfen Zu achthundert tausend Gulden.- letzt ist alles wohl gerüstet, Sabbath ziemend weggeleitet, Woche ziemtfnd angehoben. Und er sucht sein Schlummerlager. Und auf allen Mensdhenhäusern Ruht der Frieden. — Goldne Träume Steigen nieder aus dem Azur ln die tiefen Menschenhäuser. III. Und die S* Geht zu End« W'ird das Wci Und das Dunk! bbathscheidestunde Leis und leiser rt des frommen Beters, el trüb und trüber. Doch nicht Darf die Brai Gilt’s doch Bis zum ew n 1 Licht und Di Wein und Also hat er Also will er I San י schweren, bangen Herzens t von dannen ziehn, r ein kurzes Scheiden en Weihebunde. ft durchströmt die Hallen, durchströmt den Busen, e empfangen — 4ie geleiten. si Und aus dunklem Schreine holt er Eine Kerze dünn geflochten, Einen kleinen; kleinen Becher Und ein silbern Mardenbüchslein. An des Büdhsleins Silberwänden Rasseln hell die würz’gen Mäglein, Und die Kerzd flackert hoch auf ln des Kleinsten zarten Händchen. Doch an Einem, Einem Haupte Weh’n sie leisen Zugs vorüber — Totbetrübt die Seele, starret In die Macht hinein der Jude- — Ausgelöscht ist Glanz und Freude, Weggescheucht der hejl'ge Frieden, An der Schwelle nagerj lauernd Schon aufs Meue Schmach und Elend — Auf den mondumspielten Lagern Ruhn die Seinen. — Sdss und leise Hebt und senkt ihr Schluinmeratmeit Ihren kindlich heitern Busen. Machtigall singt weh’ und innig, Leis erschauern Baum und Blumen״ Durch die lauen Lenzeslüfte Ziehen lichte Märchengrüsse. — Märchengrüsse, Traumgestalten Steigen auf in Dulders Herzen, Stille wird’s und immer leiser Zittert’s nach: Wie lange annoch? Und die golid'nen Segeristropfen Perlen in das Glas hernieder — Aber ach — die Saogesweise Klingt gar traurig und beklommen. ״Seid gegrüsst, Ihr Engelsscharen!“ jauchzt es auf beim Sabbatheingang — ״Du, o Gott, Du wirst mir helfen!“ Zittert’s hin beim Sabbathausgang. Und der Wein muss niederrinnen, Muss die Kerze hell verlöschen. Und die stummen Weihgeräte Kehren bald zum dunklen Schreine. — Aber plötzlich flammt sein Auge, Und wie traumhaft Geisterrufen Bebt’s so heimlich, bebt’s so hastig ״Elijahu! Elijahu!“ < * ‘ Sehnsuchtswild und vorwurfstrotzig״ Schmerzensheiss und Iuftdurchzittert, Jetzt ein Gcollen, jetzt ein Kosen. ״Elijahu! Elijahu!“ Doch vorher noch küsst er leise Seiner Lieben frische Wangen Und sein Herz wird weich und freudig; Wie sie schlummern süss und sicher In die gold’ne Segensnässe Taucht der Mann die Fingerspitzen — Dass er seine Tränen berge, Netzt er sich die nassen Augen. ״Sechzig Helden wohlgewappnet Steh’n um König Schlomoh’s Bette, Und die Helden wohlgewappnet Wahren ihn vor nächt’gem Grauen. IV. Lämmerheerden still und.träumig Zieh’n da droben ihre Bahnen Und des Mondes Silberhifthorn Giesset w׳eisse Lichter nieder; Und die schneeig weissen Lichter Brechen durch die hohen Wipfel, In den Zweigen kost der Zephir Und dje Blütenflocken sinken; ״Mir zur Rechten steht Michael, Mir zur Linken steht Gawriel, Vor mir steht und wacht Uriel, Mir zu Häupten der Allmächt'ge.“ — Also betet er und betet, Bis der Schlaf die Lippe!schliesset; — Auf ihn nieder schaut das Mondlicht Und die Sterne hoch vofn Himmel. — i 1 Aus den mondestrunkenen Kelchen Steigen märchensüsse Düfte, Träum’ge Vöglein zwitschern leise, Nachtigall singt Schlummerweisen.

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