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Der Sabbath · 1906-07-01 · 7-8 (Juli-August 1906) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
7-8 (Juli-August 1906)
Date
1906-07-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Der Sabbath. Jsch choszid hojoh. Lied am Sabbathausgang kl freier Nachbildung von Dr. David Cassel s-A. ln Bagdad lebt ein frommer Mann, Des-Leben sorgenvoll verrann, Ihn drückte hart des Lebens ,Not, Fyr Weib und Kind fehlt ihm das Brot. Da sprach das Weib: ״Was zauderst Du? Geh’ auf den Markt und sieh’ doch zu, Ob Gott Dir kein Geschäft bescheert, Ob seine Huld Dir nichts gewährt, , möcht' er unser sich erbarmen er Gott der Väter, Hort der Armen.“ Darauf der Mann: ״Wohl möcht’ ich geh’n, Nach Arbeit und Geschäften sehb, Doch, o d#s harten Unglücks Grosse! Es fehlt, zu decken meine Blösse, Mir selbst ein einfaches Gewand; Wie 'es sich schickt für meinen Stand.“ ״Darum,“ spricht sie, ״hab’ keine Sorgen; ich laufe schnell, Dir, eins zu borgen, 2u einem von den Nacnbarsleuten, Die in der Not uns oft erfreuten.“ Sie eilt zum guten Nachbarsrrqann, Sie bringt das Kleid, sie legt's ihm an. Bald ist er mitten in der Menge Lind fast betäubt von dem Gedränge; Wer soll den rechten Weg ihm künden. Wie soll er, was er suchet, finden? Zu Gott erhebet sich sein Herz, Sein Auge schauet himmelwärts. Und Gott hat seinen Wunsch erhört. Ihm Hilfe wunderbar gewährt. Elia tritt an ihn heran, - Elia, der Prophet, der Gottesmann, Der Helfend überall erscheint. Wo schmerzensvoll ein Frommer w^nt. ״Heut' wird Dir reichlicher Ertrag, Befiehl mir. was Dein Herz nur mag, Ich biete Dir mich an als Knecht, Was' Du mir tust, es ist mir recht.“ Doch trägt der fromme Mann Bedenken, ״Wie kann sich der als Knecht jtir schenken; Den׳ ich verehr' als meinen .Herrn, Solch' Frevel bleibe \on mir fern.“ ,.Lass jeden Zweifel aus der Seele Und tue, was ich Dir befehle. •Wir, haben beide Gottes Willen1. So Du ■wie ich. nur zt: erfüllen■'’ .Zum Sciavenmarkte geht ihr Schritt. Der Fromme führt Elia mit Als seinen. Sclaven, welchen er Gut 711 verkaufen lüstern warw ״Nun wohl, fünfhundert zahl’ ich Dir, Ich nehm’ ihn mit, der Sclaven Zier.“ Dem Diener, der ihm folgt, er winkt,. Der Silberhaufen klingt und blinkt, Und eh’ er noch sich recht gefunden, Ist ihm Elia schon verschwunden. Nun raffet er das Geld zu Häuf, Begiebt sich heim im eil’gen Lauf. ״Da sieh, wie viel uns Gott beschert hat, Wie viel uns seine Gunst gewährt hat; Du hattest recht, nicht zu verzagen, ׳ Als wir des Leids so viel getragen, Wohl schenkte Er uns sein Erbarmen;, Der Väter Gott, der Hort der Armen.“ Indess gebt mit dem neuen Herrn Elia fort und ist schon fern- Da spricht der Herr: ״Du schaust so klug, Sag mir nun an, doch ohne Trug, Was has‘ Du denn gelernt im Leben? Wie kannst Du den Ersatz mir geben Für den erlegten hohen Preis?“ Und jener spricht: ״O Herr, ich weiss, Wie man nach Fug die Steine schichtet Und einen Bau darauf errichtet Mit weiser Kunst und nach Gebühr, Den hohen Herr'n zur Lust und Zier.1‘ Darauf der Herr sagt ganz beglückt: ״Fürwahr, das hat sich gut geschickt, Du bist zur rechten Zeit gekommen, Ich hab' mir eben vorgenommen. Ein prächtig Schloss mir aufzubauen, Wie man’s nicht schaut in uns'ren Gauen; Die Hölzer sind bereits gefällt, Die Steine alle aufgestellt, Und was man braucht in jeder Art, Ist da, ich habe nichts gespart, Ich hab’ den Grundriss auch schon fertig, Bin nur des Meisters noch gewärtig Der leitend über alles walte, Dass sich das Ganze schön gestalte. Bist Du der Mann, wie ich ihn meine, So sei, was Du verlangst, das Deine.“ ״Dass frei ich gehen darf von hinnen.“ ״So sei's. Du kannst noch heut’ beginnen.“ Die Nacht bricht an, und der Prophet Spricht aus ein inniges Gebet: ״O Herr, in Deinen Himmelshöhen, Du hast es ja mit angesehen, Wie ich nur strebte, Deinen Willen So hier wie oben zu erfüllen. Lass es mir nicht an Hilfe fehlen, Du weisst das Richtige zu wählen, Du weisst den Deinen zu erretten Aus Knechtschaft, aus den Sclavenketten.“ Da steht der Unglücklichen Schar Und bietet sich den Käufern dar, Die von dem einen zu dem andern Laut schreiend, feilschend, prüfend wandern. Doch musste unbedingt vor allen Eliä’s Wbhlgestalt gefallen. Wie stent.er da so anmutreich, Ato Schönheit kommt ihm keiner gleich. Wie kraftvoll dehnen sich die Glieder Vom Kopf bis zu den Füssen nieder! L'nd.sieh’, aus des Gewühles Mitte Naht sich mit würdevollem Schritte Ein reicher Herr aus Samarkand, Im ganzen Lande wohlbekannt. " Ein Kaftan, reich mit Gold durchwirkt. Deckt seinen Leib. jder Gürtel birgt Kostbarer £teine edle Reihe. Es׳ leiht ,iffm ehrfurchtsvolle Weihe Det Bart, jder bis zur Brust sich senkt. Kaum hat sich zu dem Knecht gelenkt Sein Blick, als naher er ihm tritt: ״Der ist mir recht, den nehm’ ich mit.“ Und zum Verkäufer sagt er schnell: ״Wieviel Denarn?. Sprich, Gesell! Das viele Reden lreb' ich nicht, Was soll Dein ängstliches Gesicht?“ Allein der Fromme zögert doch, ihm stocki da$ Wort, er schweiget noch. Da öffnet sich das Himmelstor, Daraus ging eine Schar hervor ,Von lichten Engeln o::ne Zahl, Sie schweben nieder allzumal Und tausend Hände rührten sich, Und alle bauten emsiglich, Ein jeder still an seinem Ort, Da hörte man kein lautes Wort, Still legte Stein sich auf den Stein, Und mit dem ersten Sonnenschein Stand da das Schloss in stolzer Pracht, Wie es der reiche Herr gedacht. Erstaunt will er die Zaubermacht! Des sonderbaren Knechts ergründen. Doch der war nirgends aufzufinden,! Die Freiheit hat er sich errungen,! Zur Himmelshöh’ sich aufgeschwungen. I ׳ Berichtigung, ln der Übersetzung ״Hamawdil bein Kaudescb ' l’chaul“ in der vorigen Kummer [ist in der 7. Strophe nach den : Worten: ״Wenn des Morgens ich erwacht,“ die ausgelassene Zeile 1 hinznzufugen: ״Bis geworden tiefe Nacht.“ Ausserdem muss es in! der 2. Strophe statt ״Jetzo neu ertönt mein Wort“ heissen: ״Jetzo nun ertönt mein Wort“ und in der 3. Strophe ist statt ״Wie da- Schwindet jede Macht* zu setzen: ״Wie da schwindet jede Wa cht.“

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