Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- 6 (6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Der Sabbath. Unterzeichnete, als Vorsitzender des mit der Geschäftsfährung der Centrale betrauten Frankfurter Vereins, nicht ohne Richtigstellung in das Land hineingehen lassen. Dass der Austausch von Bewerbern und Vacanzen, wie er jetzt zwischen Hamburg und der Centrale geübt wi!d, infolge des grossen Zeitverlustes nur einen sehr bedingten Wert hat, davon sind auch wir fest überzeugt. Wenn wir trotzdem diesem Abkommen gern zugestimmt haben, so geschah es, weil uns die Concentration der Bewerber und Vacanzen an einem Orte als ein so wünsehenswerter erschien, dass wir keinen Weg, der dahin führt, unversucht lassen wollten. Erweist sich aber dieser Weg als ungangbar, so folgt daraus nicht, wie der vorliegende Bericht wenn auch nur zwischen den Zeilen zu schliessen scheint, dass die Concentration aufzugeben ist, sondern dass für sie andere, geeignetere Formen zu.suchen sind. Wenn der Bericht sagt, dass ein Urteil, ob die Centrale günstig arbeite, heute noch nicht möglich sei, so kann man dem zustimmen, nur dürfte es dann nicht weiter heissen ,dass die erreichte Ziffer von 100 Besetzungen den vielen Aufwendungen für Organisation nicht entspricht“, denn das ist ein Urteil, ein absprechendes «nd ausserdem ein ganz unbegiündetes. Die Aufwendungen betrugen lt. unsrem in Nr. 3 des ,Sabbaths“ enhaltenen Jahresbericht rund Mk.1972.— י Es entfallen also auf jede besetzte Stelle Mk. 19.72 Verwaltungskosten. Hamburg ־ hatte rund Mk. 990.— Spesen bei 51 Besetzungen,, darunter 17 Lehrlings- bzw. Volontärstellen, es entfallen also auf jede besetzte Stelle M k. 1 9.4 1 . Verwaltungkosten. Dass unser Verein durch seine Ste.llenlosigkeits- : Versicherung, durch den Verlag der Zeitschrift u. s. w. an und für sich höhere Ausgaben hat :Us der Hamburger Verein ist klar, wenn trotzdem die Kosifen per vermittelte Stelle annähernd gleich sind, so beweist das, dass von einem Missverhältnis zwischen. Aufwendungen und Resultat nicht die Rede sein kann. Eben so unrichtig ist es, wenn der Bericht allgemein sagt: der Procentsatz der placierten jungen Leute (seitens der Centrale) sei im Verhältnis zur Zahl der Meldungen durchaus ungünstiger als in Hamburg. Zunächst ist zu beachten, dass je mehr die Zahl der Bewerber zurückgeht, ein vom Hamburger Verein ja selbst beklagter Umstand, desto günstiger der Prozentsatz der Besetzungen sein muss. 1111 Berichtsjahre Stauden in Hamburg 62 neuen, stellungssuchenden Gehülfen 226 neu gemeldete Vacanzen gegenüber, also beinahe 1 zu 4; bei der Centrale waren es 265 gegen 331. Nehmen wir einmal an, die Zahl der Bewerber sinke im laufende Jahre in Hamburg auf 20, so wäre es nicht ausgeschlossen, dass der Prozensatz der• Besetzungen auf 100 steigt, wenn nur die Vacanzen gleich bleiben. Aber auch zitfermässig stimmt die obige Angabe nicht, wenn wir nur die Gehülfen ins Auge fassen und auf diese kommt es nur doch vor allem an. In Hamburg waren gemeldet 62-j99=37־ Bewerber: placiert wurden 30 rund 30°/», bei der Centrale• waren gemeldet 265, placiert wurden 95 rund 36%. So bleibt von den gegen einen Anschluss an unsre Centrale erhobene Einwände nur der eine übrig, dass eine; rein lokale Tätigkeit das völlige Aufhören des Hamburger Vereins bedeute. Auch diese Anschauung können wir nicht teilen. In Hamburg mit seinem gewaltigen Handel, mit einer jüdischen Bevölkerung, die mit Einrechnung von Altona, Wandsbeck u.9 ׳. w. die Zahl von 50000 bald erreichjE dürfte, kann es an Material für eine weitere Tätigkeit nicht fehlen! Nur die Richtung würde wechseln: es würde mit geringeren Spesen eine weit intensivere Bearbeitung der lokalen Aufgaben möglich sein. Könnte sich der Hamburger Verein gar entschliess en ,sich gleichzeitig als Ortsgruppe des Verbandes der S abba t hfr e u 11 de zu constituiren, so würde er damit• seiner Tätigkeit ein Feld eröffnen, das ihn fürdeni durch seinen Anschluss an die Centrale entstehenden Aus fall reich entschädigen würde. Der gemeinsamen Sache, der wir alle dienen, würde durch einen solchen Ent-' Schluss ein grosser Dienst geleistet. Hoffen wir, dass! die leitenden Männer des Hamburger Vereins sich dies tr Erwägung auf die Dauer nicht verschliessen. Moritz. A. f.oe 7 11• n, Vermischte Nachrichten. Berlin, 15. Juni. Die Agitation für du• Er weit( ung der Sonntagsruhe hat wiederum einige grösst1 Erfolge zu verzeichnen. So hat für «len G e m e i n d c l»z i 1• Berlin das! bereits im Jahre 1904 beschlossene Ort Statut, dessen Genehmigung durch den Ol »erpräs idente bisher ausstand, in diesen'Tagen s.eine Bestätigung g^!- funden. Die bezügliche Bekanntmachung, die vom Alai datirt. aber erst am 2S. veröffentlicht würde, laut( § 1. Die Vorsehritt, nachI der im 11 a nd cls gejv e r he <1 hülfen. Lehrlinge und Arbeit eW am ersten Weihnacht Osler- und. l’liugsttage utrcrlut 11 (>tj nicht, im l'elirigen an Sonninfr! Festtagen nieht lüngeV als fünf Stunden beschäftigt werden durf — insoweit nicht die zu-tändigiji KehöVdcn Ausnahmen zulas-eu j-- wird dahin abgeändert, ■lass in Fabrik-. Kugros-, Dank-, Versicherung:.׳ Spcditions- und. Agenturgeschäften, soweit der Uetrieb nie in of f eil e.11 V e rk a u f ss t e 11 r 11 sta t t f i-ndet, die ziijt-la-■« fünfstündige Arb'eit'Zeit auf zwei st 11 11!len, lind zw־ für die Zeit von s—'1(1 •dir vormittags, herabgesetzt wird, :5 2. 1 im § 1 verordnet(• Kinschränkuiig linde( ayf den Handel mit dein z Krbaltung der Xahrungs- und (ienussmittel dienenden Kis kei Auwt •lldung. Ferner wird der richtet, dass dort am ..Laubhütte‘• aus München 1 Donnerstag 10. v. Mts. der Au schliss des Kaufmannsgeri(|ht(-s unter dem Vorsitz d Gerielitsrats Dr. Premier über den Antrag des Ausschußmitgliedes Konr.ud Miirrigor, die Paragraphen ln.' Absatz 2 und Paragraph 105 e der Re i c h_j ge we r l>!י 0 r d n u 11 g einer A b ä n d e r u 11 g zu unterziehen h raten hat. Der Antrag M!irriger, die 105 h uijd 105 e der Reichsgewerbeordnung abzuändern. lautet: 1. hn Hände läge werte dürfen (udiilteii. ,Lehrlinge u Arbeiter an Sonn- und Festtagen nicht beschäftigt wer! Auch darf keinerlei Gewerbebetrieb in dieser Zeit stattlinden. den Kontoren aller Art soll aus 11a limslos Sonntagsruhe herrsch« 11. 2. Für tja*»• Hcdiirfnisgcwcrbe (Hacken i, Fcinbäckerei, Konditor >i, (.'harkutiers, Delikatess-, Kolonial-, Spezerei- und Mehlwuivn, ulst mul Gemüse, Milch, Käse und sonstige .Molkerciprodukte. frisch Fleisch einschliesslich Wildpret, Getiugel und Fische, iirünnliulz ifn kleinen, lebende Winnen, Tabak und Zigarren. Zeitungen) in offenen Verkaufsstellen sind Ausnahmen nur soweit zulässig, als auf Krsuch<fn; die Legierung solche 1anerkennt.' Die höchst zulässige Dauer d. ISeschäftiguug in den offenen Verkaufsstellen darf keineswegs Stunden ubersteigen und Verkaufsstellen dürfen nicht länger öffne An jedem zweiten Sonntag ist den Gehilfen. Lehrlingen Und Arb! tern in den offenen. Verkaufsstellen eine völlige .Sonntagsruhe gewahren. Dieser Antrag soll an den B u n d e s rut t. dt Reichstag gerichtet und ausserdem die bayerisch Staats regier ung um geneigte Unterstützung g> beten werden. Handelsrichter Albert hält die Einführung der Sonntagsruhe für ganz , Deutschland für vollständig unmöglich. Auch Herr K a f f.