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Der Sabbath · 1906-05-01 · 5 (5.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Sabbath
Volume
6 (1906)
Issue
5 (5.1906)
Date
1906-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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6• Jahrs. J\(o. 5. Mai ]901 W föonafsblaff — "*0 ׳®ל^י■־m zurfördcrung der Sabbatbheiligung imfocia'en und wirtfcbaftlicben Leben der Gegenwart. iS f Organ des Verbandes der Sabbathfreunde, des Vereins zur Versicherung gegen StellenlGsigk^ Frankfurts. M., des Vereins für Stellenvermittlung. Berlin, des Stellenvernjiittiungsvereins Jüdis _Kaufleute. Breslau und des Isr. Stellenvermittlungsvereins, Hamburg. Verlag: f Redaction: Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, Frankfurt a. M. .' Dr. Fd. Biberfeld, Berlin. it- ־191 Centralbureau des Verbandes der Sabbathfreunde: Berlin C., Heidereutergasse 4., Die Mitglieder des Verbandes und der Stellcnveniiittlungsvereiiie zu Berlin, Breslau, Frankfurt und; Hamburg erhalten das Monaiilj-lnftt ,Der Sabbath“ unentgeltlich Bezugspreis für Nichtmitglieder Mk. :1.— jährlich. — Anzeigen 311 Pfennig die viergesj altene }׳etitzeilej bei Jahresaufträgen Kabatt. — t'orrespondenzen für die Kedactiun an lir. Kd. Biberfeld, Berlin Heic^ereutergässe 4, alle sonstijgun Mitteilungen ge sc h ä f t lic h e r •Art an d ie' Ci eschä f t ss t el 1 e des ,11 e r .sa b ba t h־, Frankfurt a. M, Neue Zei 1 1;3j Nachdruck der Artikel mit Quellenangabe erwünscht. V£RE»NRlKEm:! Berlin א.: Grosse Rambur$erstr. 13/14. Breslau: Schueidnilzerstr. 2). Hamburg 6.: Carslinenstr. 32’■ Y'v 3 n k f u r t a. Jrt.: Schützenslr. 14 Die ״Peah“ Eft Berlin, den 5. Mai!1•Xlb. Mitten hinein in das Kapitel, welches von den ernsteil und frohen Festen handelt; die Israel seinem Gotte feiern soll, hat die Thorah die Wiederholung eines Gebotes gestellt, welches die Lehre und die erhabene Art, wie sie die Pflicht der Wohltätigkeit geübt wissen will, besser als lange Ausführungen erläutert; das Peab-Ge־ bot. Die Ecke seines Feldes soll jeder Feldbesitzer mit der Sense verschonen, dort sollte er von dem Segen Gottes einen, wenn auch kleinen Bruchteil stehen lassen, damit dann später die Annen und Gebrechlichen kommen und ungestört und unbelästigt, gleichsam als wären sie die Herren des Landes, ihre Ernte halten und für eine Stunde wenigstens ihr Schicksal vergessen könnten, welches sie des Bodens beraubt und zu Bettlern herabgedrückt hatte. Und hierin liegt das'unterscheidende Merkmal, welches die Peah über die anderen Wohltätigkeitspflichten der Erntezeit, über Leket und Schickchah erhebt: Dort Almosen, hier Anteil am Ertrage, zu erwerben durch Arbeit nach Art des Herrn und Besitzers, zu erwerben aber auch nur durch frische, fleissige Regsamkeit, die das Geringe nicht missachtet, sondern aut vielen kleinen Eckern einen reichen, grossen Ertrag herauszuholen sich mit Erfolg bemüht. Not macht erfinderisch. Und so hat die Not der Zeit, die in den Nachbarländern so zahlreiche ExistaAen zerstört und so Manchen, der andere Tage sah, zumungelernten Arbeiter herabdrückte, gelehrt, aus dem Peah- Gebote Anregung und Anleitung zu gewinnen, wie diesen, in wahrstem Sinne des Wortes, Aermsten der Armen eine Hilfe gefunden werden kann. Zumal die Beobachtung, dass unter diesen Unglücklichen, erfreulicherweise, die Ueberzahl von dem Schlage ist, dass sie eher Hunger und die härtesten Entbehrungen erduldeten, ehe sie sich dazu entschlössen, den Sabbat zu entweihen, dieses erhebende und zugleich für uns so furchtbar demütigende Beispiel erhabenster Seelengrösse 11ml unerschöpflicher ־ Opferwilligkeit, hat es dem .,Ve 1; baiide <1 e r Sabbathfreunde“ zur unabweisbaren. P fl i c h t gemacht, für diese seelenstarken Menschen, die unter keiner Bedingung ihren Gottesglauben, aber auch ihre Menschenwürde nicht verleugnen wollen, indem sie an die Türen betteln; _ gehen, Gelegenheit zum wenn aucli bescheidenen Verdienst zu schaffen, indem man sie vor Aufgaben stellt, die nur Arbeitswilligkeit und Anspruchslosigkeit erfordert, aber keinerlei Vorbildung und Fachkenntnis. Auf die Ecken, *die Peoih fiel m*r Blick, in denen sich allerorten allerlei Gerümpel und alter Hausrat findet, die vori den Besitzern unbeachtet, für diese keinen Wert darstellen, die aber sortiert und hergerichtet, leicht ihre Abnehmer und Verwertdung finden. Waium -.sollte, was den anderskon-* fessionellen ,Brockensammlungen“ — diesen Namen tragen, bekanntlich die Veranstaltungen, die wir im Auge haben — möglich, nicht auch von uns zu erreichen sein?! Freilich, dass der Ertrag der ,Brocken* den finanziellen Aufwand, der erforderlich wäre, nicht zu decken'vermöchte, auch wenn sie, wie oft genug, recht ansehnlich und wertvoll wären, lag auf der Hand; aber sollte die erprobte Mildherzigkeit unserer besser situirten Glaubens-- brüder, die doch dem Bettler die Spende nicht versagt, für ein so erhabenes Werk socialer Fürsorge des Verständnisses ermangeln? Das war nicht zu fürchten. Und so-ging denn'der ,Verband der Sabbatfreunde* frisch ans Werk, indem er ein Curatorium* einsetzte, welches sich an eine grosse Reihe der angesehensten Persönlichkeiten unserer Stadt mit der Bitte wandte, zu gestatten, dass ihr Name unter den weiter unten folgenden Aufruf gesetzt werde. Rund etwa 90 Namen trägt der Aufruf von Männern und Frauen aller Stände und Berufe, Commerzienräte und Professoren, Geheimräte und Männer ohne Titel haben der Aufforderung Folge geleistet, und so dürfte'ller 'Be-. weis erbracht sein, dass das Richtige getroffen wurde. Der Aufruf lautet:

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