Der Sabbath
- Journal
- Der Sabbath
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- 1 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 6)
- Language
- German
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6- Jahr^. Ho. 1 jcr,U£r;SC6 W (Donafsblaff zurpörderung der Sabbathheiligung im focialen und wirtlcbaftlicben Ceben der Gegenwart. Organ des Vertar.dss der Sasbarhrreur.de. . des Vereins zur Veicichbrung geger.. SredenlcsigkeiV Frankfurt/^. M., d=a Vereins in ' Stellen verir-it/Jung, Berlin, des StelienYarmitt'.ur.jeYerelns di sek er Kaufleute. Breslau und des Isr. Stellenvermittlungsvereine. .Hans'turr-.^ Verlag: Verein kur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, Frankfurt n \M. Redaction ' 1 Pr. fid.j 15 i b e r*f e 14 , Berlin.; Die .Mitglieder des Verbundes und der Milli-iiv<-n»ittlum:>\un-im.- zu IJt-rlm, iIr- »in;;, l'runkluri und llainliurg) ’er.t.iHi-u ■! Munatslilrttl .Der Saliluitii* niHiitgelilieli. Ileiug.'i>rei> für NielniniTglieiler ilk. — j-ilniivk. -- \iizeiui n no lMYimhr die .vij,rge.-p..ltne .'. i'Zeile, Wji .luhresuuftriigen Italialt. — i orresjinndenzi n l’ur ili<- Hedacticm an Dr. Kd. I ti > >• Ti' ad. Berlin ('.. I iragjiüer-ira.-f-e l.~i0.:illu mj n w i e ■■ n Mitteilungen g e sc li ii f t 1 ie li e r ,\ r t an d i e ’t I i > e h ii f t a a t e 11 e d e > >Dr r >a!• Ii a tli", k r'a n 1. I u r t;j; -Ile X >' u u Z r i I •"(. . - j Nachdruck der Artikel mit Quellenangabe erwünscht L VKKEIXSIUKF.AIV: Berlin }L.: grosse Jtamburserstr. 13.J4. Bresdau: Schüieidnitzerstr. 21. -R a m b : 5 c ■ C^rjlinenstr. 32 *•? r a nljf u'rl a. jn.. Schülzenstr. 14. ■\ Die neueste Hypothese über die Entstehung des Sabbaths. f'uetrae.. gehalten im jiiiliaelien hiskussionsverein zu Maiinlieim , von Ijaiiiiiner Dr. Isak.Unna. ' (Selilu?.-.^ Meinliold wundert sich auch, dass di r Sabbatli iiu Dekalög,'den mtin für pioplietiscli hält, liehen den Gclioten allgemeiner Sittlichkeit, einen l’kuz gefunden hat, mul. seldiesst daraus, dass (1er Dekalog — ezerhielisch sei. Alter diese Verwunderung rührt nur daher, dass dem Herrn Professor das Verständnis für die Idee des Sahbatlis und der Sahbatliruiie aligelit. Hass die Arbeitsentiialtung an sich Gottesdienst sein könne, erseheint, ihm unmöglich. Aber der Sabbatli soll eben eine Erinnerung an die Weltscliöpfung dureli Gott sein. Der Gedanke, dass Gott die Welt zu einer bestimmten Zeit gescharten und dann geruht habe. d. It. dass die Welt nicht durch die Selbsttätigkeit mechanischer -Kräfte sich entwickelt habe und noch weiter entwickle, dass sie vielmehr dureli eine freie Tat des Schöpfers ins Dasein gerufen worden sei, dieser Gedanke soll dureli die Arbeitsentlialtung am Sabbatli sinnbildlich zum Ausdruck gebracht werden, und man sollte glauben, dass diese Idee gerade heute im Zeitalter der Entwicklungslehre die höchste Bedeutung habe". Sie ist eine der Grundideen des .Judentums, und es ist deshalb nur natürlich, dass sie neben die hehre vom einzigen Gott und neben das Verbot des Götzendienstes gestellt wird. — Darin hat Meinhold allerdings recht, dass dieser Gedanke, auf den Sonntag angewendet, jeden Sinn verliert. Daraus folgt aber nur, was schon Luther sagte, dass wer den Sabbatli recht halten wolle, ihn mit den Juden feiern müsse. d Die häutige Zusammenstellung von Chodescli und ScTiabbat, die Meinhold so sehr betont, hat d urchaus nichts autt'älliges. Beides sind eben regelmässig wiederkehrende Tagender eine jede Woche, der andere jeden Monat; deshalb werden sie sowohl in der früheren wie in der späteren Literatur nebeneinander genannt, auch bei Ezechiel selbst (z. B. 45, 17; 46, 1, 3). Nach Mein¬ 11<»!< 1 sollen rhoilrsrh und. sVliabbat j als Momlfeiertage. die;aii den Gestinikiiltus erinnerten, von dem dt-uturononiisehcn Gesetz ' ähgesVhntn worden sein. | und dafür soll dann Ezechiel den Sabbatli eingesetzt haben. Woher aber in aller Welt kommt es'dann, dass eden Neiimon ds t. ag wieder erwähnt mid für ihn cbens i die Opfer bestimmt, wie für alle ausgezeichneten Tag ■'? — Da-s Ezechiel selbst den Sabbatli als uralt früheren Geschlechtern >~ihe Vergehen anreelmet, ist nach Diese Manier, den Propheten Zeit derartige Betrügereiei zum liiistzeug der’ modernen ein 'eignes Schema zurechtj alten auch dafür bezeichnet und schon, den ' Entweihung' als schweres M. nicht von Belang. |imd Schriftstellern der anzmlichteii. gehört IKritik. Man hat sich gen.stellt. Mail kann \ natürlich nicht leugnen, dass jene Männer von der tiefsten Sittlichkeit erfüllt wären. und dass sie gegen jede Art von rnsittlirhkeit eifern. Wbsind also -solche Dingo bei ihnen möglich?- Wie können sie ’selbsterfimdoiie Vorschriften oder Gedanken, die ihrem eignen K'opl entsprangen sind. Männern der alten Zeit in den Mund legen? DsisV.wird nun auf eine' ganz harmlose Weise erklärt. In jener Zeit, so sagt mau. hatte man garnicht dsis Empfinden. dass hiermit etwas Unrechtes geschähe. Wenn also z. B. Ezechiel Bestimmungen. \die "er selbst traf, dem mosaischen Gesetz zuschrieb, so lag nach den Anschauungen der damaligen Menschen hierin gar nichts schlimmes. Also unser sittliches Empfinden ist feiner und geschärfter! Das gehört eben ajles zum System. Die Propheten sind jenen Forschern nichts anderes als Schriftsteller der alten Zeit und wie z. B. Liviüs einem alten römisrhen Feldherrn eine Bede in den Mund legt, die er an seine Soldaten gelullten haben soll; so schreiben auch die Propheten ihre Ideen und Anordnungen hervorragenden Männern der früheren Zeit zu. Dabei 'übersieht man aber oder ignoriert es, dass es sich dort -nur um die rhetorische. Ausschmückung eines GeschicbfsWerkes handelt, liier aber um Vorschriften zur Regelung des religiösen Lebens, also um das Heiligste, was. jene Männer kannten. Bei unserer Frage speziell wäre es ganz unbegreiflich, wenn der Prophet Ezechiel seinen ' Zeitgenossen eine Einrichtung von solcher Tragweite wie den Sabbath^vop