Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 12 (12.1843)
- Date
- 1843-12-01
- Page
- Seite 373 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Neuere« au« Jerusalem 373 neuer Act zur Trauersceiie. Durch die Menge arbeitete sich ein junger rüstiger Mann hindurch, zog und schwang über der Leiche sein Schwert und gelobte feierlich, den Erschossenen zu rächen. Die nächstfolgenden Tage fan» den die eigentlichen Begräbnißceremonien statt; sie warm den eben geschilderten ähnlich. Die Blutrache aber, die zuerst jener Eine geschworen hatte, schwuren da noch viele andere. Uebrigens war der Getödete in einem Lie« beshandel gefallen. - -—- Jerusalem, ken 17. Jul, 1844. Waö soll ich Ihnen von Jerusalem schreiben? Bon dieser Wittwe die in Staub und Asche sitzt, und weint über ihre Kinder? So hoch dem Pilgrim die Brust mag von Begeisterung schlagen, wenn er vor sich sieht die Zinnen der geliebten Stadt Davids — voll zornigen Schmerzes verläßt er sie über alles, ja fast über alles was er erfahren und gesehen. Gibt es keine Stadt in der Welt an die sich heiligere und großartigere Erinne» rungen knüpfen, als an Jerusalem, so gibt es auch keine wo das Heilige frecher entheiligt dastände. Und ich spreche nicht nur von der türkischen Bevölkerung, die sich gegen Christen und Juden fast alles erlaubt, was ihr eben gut dünkt, sondern das Christenthnm selber macht hier einen kläglichen Eindruck. Wir gehen durchs Hauptportal in die Kirche deS heiligen Grabes. Zur Linken, dicht genug beim heiligen Grabe, sitzen die türkischen, ans ihr Trinkgeld rechnenden Wächter; sie rauchen und trinken Lasse. Dabei erzählte mir der mich begleitende Geistliche, daß ganz kürzlich erst, rechtS vom Grabe, nahe beim Calvarien» Altar, der Pascha Iseinen.Divan, (Polstersitz) aufgeschlagen und die griechischen Priester mit eigenen Händen ihm den Eaffe servirt haben. Römische Katholiken, Griechen und