Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 12 (12.1843)
- Date
- 1843-12-01
- Page
- Seite 358 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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358 Schließlich« Ueberblick. ti, schon das wahrzunehmen, was erst noch als Keim sich hervorthut, wenn auch als Keim großer und weit, umfassender Dinge. Auch liegt es in der Natur der Sache, daß das Wehen und Walten des Geistes nicht dermaßen in die Sinne und in die gewöhnliche Beobach« tung fällt, wie die großen Schläge der Ereignisse, wenn sie in Folge der geistigen Vorbereitung endlich eintreten. Gleichwie die Richtung des Windes und die Stimmung der Luft — und schon unser HErr vergleicht diese mit den Zeichen der Zeit, dem geübtern Sinn die Gewißheit geben, sei es von dem nahenden Gewittersturm, sei es von dem klaren Sonnenschein, der hervortreten wird, eben also kann auch aus stillem Geisteswehen, aus leiser» Spuren, auS kleinen Anfängen die Zukunft der Weltbegebenheiten voraus wahrgenommen werden. Sollte daher das, was wir eben gesagt haben, von einem Umwenden der Weltgeschichte in ihrem Angel zu jetziger Zeit, noch einem oder dem andern Leser als zu wenig begründet erscheinen, so dürfen wir ihn doch getrost auf die Zukunft verweisen, und — zwar ohne ein Zeitmaß anzugeben — ihm doch sagen: Warte nur, es kommt. Inzwischen liegen aber auch schon vor Jedermanns Augen so klare Spuren vor, daß wir gewiß nicht allzufrühe unsere Ansicht ausgesprochen haben. Ohne schon öfter Berührtes zu wiederholen erinnern wir daran, wie in unser« eigenen Welttheile die westlichen Länder an Einfluß abgenommen haben und dagegen die östlichen in den Vordergrund weltgeschichtlicher Bedeutung getreten sind. Wir deuten auf das einst so wichtige Portugal, das mächtige Spanien, und wieder auf das vor wenigen Jahrzehnten noch so unbedeutende Rußland, auf das vor einem Menschenalter noch ganz unbeachtete Griechenland, auf die Türkei, an deren Schwanken schon, ge-