Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 12 (12.1843)
- Date
- 1843-12-01
- Page
- Seite 356 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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35« Schließlicher Ueberblick Beziehung auf die Weltgeschichte das Wort in örtlichem Sinne und verstehen die Sache folgendermaßen. Der Anfang der Geschichte unseres Geschlechtes ist im fernsten Osten. Aber sie wandert in westlicher Richtung weiter, und folgen wir ihrem Entwicklungsgänge, so werden wir durch den Lauf der Jahrhunderte an der Hand der Geschichte unS immer mehr nach dem Abendland« geführt sehen. Es ist als ob eine unsichtbare Hand über aller Zeit waltete und trüge sicher und frei die große Leuchte der Menschenbildung von Land zu Land. Völker, die Jahrhunderte ihr Licht genossen, sinken in die alte Nacht zurück, während andere Völker, welche Jahrtausende im schweigenden Dunkel gesessen, von den Strahlen jener Leuchte erreicht werden, aufleben und in den Kreis der Culturvölker treten, bis auch an sie die Reihe der Verdunklung wieder kommt. Die unsichtbare Hand hat jene Leuchte auS dem Osten langsam westwärts getragen bis auf die neueste Zeit; den Wirkungen dieses Lichtes .folgt die Weltgeschichte und erzählt, was in der beleuchteten Umgebung sich zugetragen, und deßwegen muß auch die Weltgeschichte denselben Weg nehmen, den die geheimnißvolle, wunderbare Leuchte der Menschheit vorangehend genommen hat. Nachdem nun die Geschichte in unserm nordwestlichen Europa angekommen war und schon einen Fuß hinübersetzte nach dem neuen Welttheil Amerika, konnte ^die Frage sein, ob sie ihren Gang unaufgehalten nach Westen fortsetzen werde, d. h. ob nun Amerika der Sitz der Geistesbildung, der mcnschheitlichen Größe, und der Entwicklung des Reiches GotteS werden, und dafür unser nordwestliches Europa zurücksinken und verdunkeln solle, wie der Südosten dieses Weltkheils und wie alle andern Länder, denen in vergangenen Zeitläuften die Sonne geleuchtet und die jetzt in den Schatten deS gei-