Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 11 (11.1843)
- Date
- 1843-11-01
- Page
- Seite 328 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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328 Dd< Erdbeben in tSalildj. mit Zeugstreifen von anderer Farbe verziert war. Die« ses, nebst einer gewissen eigenthümlichen Art ihre weißen Turbane zu wickeln, gab ihnen ein ganz geputztes Aussehen. Um die Stadt liegen große Olivenpflanzungen, und zu meiner Üeberraschung fanden wir hier Weingärten. Die Hauptbeschäftigung der Einwohner bestand früher darin, mit Indigo zu färben und Baumwollenzeug zu fabriciren. DaS jüdische Piertel war weit schlechter und eng in einander gebaut. An dem steilen westlichen Abfall, unterhalb des Castells hängend, waren hier die Häuser oft von Lehm, und standen in Reihen übereinander, fast wie die Sitze eines Amphitheaters, so daß in einigen Fällen die flachen Dächer einer Reihe zu gleicher Zeit wirklich als die Straße der zunächst darüber liegenden dienten. Den felsigen Gipfel oberhalb der ganzen Stadt bedeckte daS umfangreiche gothifche Castell, ein Ueberbleibfel aus den Zeiten der Kreuzzüge, und weithin nach jeder Richtung, außer nach Norden, in weiter Entfernung sichtbar. Wie die Festung beschrieben wird, ist sie stark und ansehnlich gewesen, mit zwei schönen großen, runden Thürmen versehen, und weiter herab von einer Mauer mit breitem Graben umgeben. Hier hatte der türkische Beamte seine Wohnung. Die Lage von Safcd ist sehr hoch. Die ganze Gegend von Galiläa ist im Allgemeinen von geringerer Höhe, als der bergigte Landstrich von Judäa; jedoch kann man für Safed selbst, und namentlich für die beiden Anhöhen eine halbe Stunde weiter nördlich, nicht wohl eine viel geringere Höhe als für Jerusalem und den Oelberg annehmen. Diese beiden Gipfel, obgleich sie von Safed aus nur wie runde Hügel auSsehe», bilde» den höchsten Punct in Galiläa, um welchen sich im Winter die Wolken sammeln und einen Ueberflnß-an Regen herbriführen