Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 10 (10.1843)
- Date
- 1843-10-01
- Page
- Seite 292 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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203 Di» Trennung >m Reiche I«ruei verkündigt hatte, brach auch das verhängnißvolle Wort aus Aller Munde, welches daS Band zwischen Fürst und Volk zerschnitt. Mit dem Hohn: "Nun siehe zu deinem Hause, David!» —sagte sich der größere Thcil Israels los von dem Throne und dem Königshause, auf dem die Verheißungen und Segnungen des HErrn, des Gottes Israels, ruhten. Wie Rehabcam rücksichtslos des Volkes Wünsche verworfen hatte, verwarf es nicht nur seine Antwort, sondern ihn und sein Haus. Indem Widerspruch Widerspruch zeugt, entwickeln sich schnell die schroffsten Gegensätze. ES wollen nun die nördlichen Stämme auf einmal vom Hause Davids nichts mehr wissen und sehen in dem König nur den Judäer. Freilich wäre nicht ein anderer Thronbewerber vorhanden gewesen, nimmer würden sie so rasch zugefahrcn sein. Trotz deS Druckes unter Salomo hätte Rehabcams Schwäche Gutmüthigkcit geheißen, und daS Volk hätte von der Zukunft Erleichterung erwartet. So aber, da ein Anführer ihnen nicht fehlte, wollten sie nicht einer ungewisse» Zukunft überlassen, was sic gefahrlos ertrotzen konnten. Ein Volk, .wenn seinem Unmuth der Lenker und Vormann mangelt, läßt sich viel gefallen; Ierobeam bot ihm absr Hoffnung besserer Zukunft. Unter dem Volke ausgewachsen, mit den Mühen des Lebens vertraut, war er der Mann von dem sie Berücksichtigung billiger Forderungen mit Zuversicht erwarteten. Auf alle Fälle hörte der kostspielige Hofstaat in Jerusalem auf, den Salomo eingerichtet und Rehabeam geerbt, und welcher ungeheuere Summen verschlang. So viel lag auf der Hand. Uebrigens wird es von Seite Jerobeams an lockenden Zusagen nicht gemangelt haben, die um so leichter geglaubt wurden, als sie den Volkswünschen schmeichelten.