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Das Morgenland · 1843-09-01 · 9 (9.1843) · p. Seite 287

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Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
9 (9.1843)
Date
1843-09-01
Page
Seite 287 (sequence 31)
Language
German
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Unordnung in Jerusalem. 287 stecken einer europäischen Fahne in der heiligen Stadt Jerusalem*) mußte nothwendig alle religiösen Borurtheile aufregen. Seit der Zeit der Kreuzzüge war dieses nicht mehr geschehen, und kein Consul, weder jetzt noch früher, hatte es je versucht. Jndeß so groß auch die Aufregung und die Erbitterung war, so wurde doch kein Blut vergossen, kein Leben geopfert und kein Eigen, thum muthwillig gefährdet. Sobald das Volk sich in den Besitz der verhaßten Flaggenstange gesetzt hatte, zerstreute es sich sogleich und alles war so ruhig als vorher. Was die mir selbst zngrfügte Mißhandlung betrifft, so war das die That einiger weniger ungeschultcr Recru« ten, welche erst seit kurzem die frühere Garnison abge« löSt hatten und denen ich persönlich nicht bekannt war. Wir hatten alle schon vorher bemerkt, daß diese neu angekommenen Soldaten sich nachtbeilig unterschieden von den früher«, welche letztere sich sämmtlich ganz ordentlich bettagen hatten. Auf Seite der Officiere mag versäumt worden sein, der Mannschaft cinzuschärfen, daß sie sich gegen die Franken aller Beleidigung zn enthalten hätten. Jndeß wird das Vorgesallene ohne Zweifel die gute Folge haben, daß sowohl Franken als Muhammedaner künftig einander sorgfältiger aus dem Wege gehen und jeden Anlaß zu gegenseitigem Mißvttständniß vermeiden werden. Für meine Person danke ich Gott, daß ich mitten in der drohenden Lebensgefahr im Stande blieb, jeber Erwiederung der Gewaltthätigkeit mich zu enthalten und *) Auch die Muhammedaner betrachten Jerusalem al« eine heilige Gladt und verehren ge um de« Heiliglhum« willen de« Gotte« Abraham«, da« auf dem Berge Moria stand.

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