Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 9 (9.1843)
- Date
- 1843-09-01
- Page
- Seite 285 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Unordnung in Jerusalem 285 ein Volkshaufe vor dem Mehkameh sich versammelte, welcher unter lautem Schreien verlangte, daß man ihm die Flagge ausliefere. Die Lärmer drangen vor bis zu dem Orte, wo der Divan mit dem französischen Eonsul Sitzung hielt. Der Pascha stand auf, zog seinen Säbel, ging dem Haufen entgegen und trieb ihn mit Hülfe der Wache zurück. Run warfen sich die Tobenden auf das Haus des Consul und machten auf dasselbe den schon erwähnten Angriff, der damit endete, daß sie sich in den Besitz der Flaggenstange setzten. Unter Triumphgeschrei trugen sie diese von dannen, und deutlich unterschied man unter dem verworrenen Getöse den muhammedanischen Schlachtruf: Allah hu akbar (Gott ist groß)! Der Eon« sul selbst wurde durch den Pascha mit einer Compagnie Soldaten nach seiner Wohnung heimbegleitet. Nun war es aber klar, daß unter diesen Umständen in meiner eigenen Angelegenheit nichts zu thun und eS nicht rathfam fei die beabsichtigte Strafe an den Soldaten zu vollziehen. Hr. Young willigte daher ein, daß damit gewartet werde bis auf den nächsten Montag. Am Morgen dieses TageS (24. Juli) verfügte sich eine Deputation von Seite des Pascha'S zu mir; sie bestand auS dem von Beirut gekommenen türkischen Oberstlieutenant, einem Oberst der Garnison von Jerusalem und dem Aidede-Camp des Pascha, sammt deren Gefolge. Sie erklärten mir, bei. dem gegenwärtig aufgeregten Zustande der Stadt sei der Pascha entschieden der Ansicht, daß die Soldaten nicht dürften in Jerusalem bestraft werden, wie von Beirut aus befohlen worden, sondern daß sie gefangen nach jenem Orte zu senden seien, um dort ihre Strafe zu erleiden. Die betreffenden Ofsiciere hingegen könnten dem gefällten Spruche gemäß hieselbst degradirt werden. Ich antwortete, alS einem Privatmanne stehe