Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 9 (9.1843)
- Date
- 1843-09-01
- Page
- Seite 279 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Unordnung in Jerusalem. ,7» verursachten indeß keine Störung in dem gewöhnlichen Gang der Dinge und die muhammedanische Bevölkerung kümmerte sich nicht im mindesten um diese fremden Herren.*) Plötzlich aber brachte eine Maßregel des französischen Consuls ganz Jerusalem in Unruhe und Bewegung; eS steckte derselbe di? Flagge seiner Nation an seinem Hause auf. Eine fremde Fahne war noch nie gesehen, noch nie geduldet worden. Der französische Consul mußte nachgeben und seine Flagge herunter nehmen; doch blieb die Stange aufgesteckt und bei einer künftigen Gelegenheit sollte auch die Flagge wieder aufgezogen werden. Jetzt war der muhammedanische Fanatismus geweckt, eine Währung ergriff die stolzen Gemüthcr und es chatten Unordnungen statt, welche wir im Folgendem einem Briefe des englischen Arztes Macgowan, vom Ende Juli 1843, wörtlich nacherzählen. Am 14. Juli — schreibt Hr. Macgowan — ritt ich, wie gewöhnlich, von meinem Diener begleitet, über den Bazar (Markt), um mich nach Bethlehem z» begeben, wo die schwererkrankte Gattin des Hrn. Whiting, eines achtungswürdigen amerikanischen Missionars, meiner Hülfe bedurfte. Vor einer Bude hielt ich still, um mir eine Melone zu kaufen. Eine Anzahl türkische Soldaten stand um mich herum, und fing an, auf mein Pferd loszuschlagen. Zuerst ließ ich eS geschehen, da aber mein Pferd dadurch stutzig und unlenksam wurde, führte ich mit meiner Reitpeitsche einen Hieb hinter mich, um der Sache lozu werden. Sogleich stürzten die Soldaten auf mich *) War in einigen Zeitungen früherhin von Insulten zu lesen war, denen Bischof Alexander im Anfänge seine« Aufenthalter in Jerusalem sollte ausgeseht gewesen sein, bat sich als bloße Erdichtung später erwiesen.