Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 9 (9.1843)
- Date
- 1843-09-01
- Page
- Seite 276 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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270 Di» Trennung im Reich« Israel billige Forderung, sobald er eS mit dem Volke redlich meinte? Die Art und Weise, der Grad und die Summe der Erleichterungen konnte immerhin Gegenstand einer länger» Besprechung mit den höher» Staatsbeamten sein, aber in der Hauptsache hätte er ohne Bedenken seine Bereitwilligkeit ans der Stelle erklären und dadurch der ausgesprochenen Unzufriedenheit und der steigenden Bewegung ihren Hauptnerv abschneiden können. Aber eine schwache StaatSkunst fürchtet sich vor einfacher Entscheidung, will Zeit gewinnen, und verliert damit die letzte Spur des Zutrauens. Der junge König berieth sich zuerst mit den Räthen seines Vaters, Männern von Alter und Erfahrung, welche Antwort er dem Volke zu geben habe. Einmüthig fanden diese: Wirst du dich im gegenwärtigen Augenblicke gegen das Volk gefällig und nachgiebig beweisen, und durch Herablassung und mildes Entgegenkommen ihre Zuneigung gewinnen, so werden sie auch deinen Wünschen entsprechen und dir jederzeit dienen. Härtere Maßregeln — riethen sie — möge er wenigstens im Anfang nicht durch« blicken lassen, zumal jetzt bei der Gährung der Gemüther; hier sei die Schonung geboten durch die Nothwendigkeit. Später, wenn die Regierung befestigt worden, sei nicht so leicht ein Aufstand zu besorgen, jetzt aber könnte Unnachgiebigkeit zu den schlimmsten Folgen führen; Trotz sei gefährlich, wo die Macht fehle durchgreifend zu handeln. So weise auch der Rath der alten königlichen Diener war, er leuchtete doch dem Rehabeam nicht ein. Bei Lebzeiten seines Vaters mochte er oft diese selben Männer alS Ursache der Vernachläßigung oder Zurücksetzung betrachtet haben, über die er etwa glaubte sich beklagen zu können, und sic mögen bei ihm nicht zum besten angeschrieben gewesen sein. Auch hatte Rehabeam vielleicht