Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 7 (7.1843)
- Date
- 1843-07-01
- Page
- Seite 203 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Ararat. SOS Nordwest-Seite aber bietet sich der Erreichung des Gipfels keine andere Schwierigkeit dar, als die der bedeutenden Höhe. Alles was ältere Reisende von der Unmöglichkeit einer Besteigung des Ararat berichtet haben ermangelte der Wahrheit und war lediglich die Folge ei« ner ganz oberflächlichen Untersuchung des Berges. Obwohl Ende Mai's die Schneemaffen noch ungeheuer sind, würde ich den Versuch dennoch gewagt haben, wäre für mich eine Besteigung des Gipfels nach dem Verlust meiner schönen Meßinstrumente nicht ganz ohne wissenschaftlichen Nutzen gewesen. Ich bin aber fest überzeugt, daß es einem rüstigen Bergsteiger, der zwei kalte Nachtquartiere auf dem Schnee nicht scheut, selbst in dieser Jahreszeit schon gelingen muß bis zum Gipfel zu gelangen. ParrotS Angaben scheinen mir vollkommen genau. Es erregt wahrlich Entrüstung, wenn man von den neidischen Versuchen hört, einem wahrheitsliebenden, verdienstvollen Forscher den Ruhm streitig zu machen, daß er zuerst den Gipfel des großen Ararat bestiegen habe. Eine bemerkenswerthe Erscheinung auf den Abhängen des Ararat ist die glatte polirte Außenseite der Trachyt« porphyr-Felsen, die ich nicht nur auf einer Höhe von 7000 Fuß, sondern auch in viel tt'efern Regionen, fast auf gleicher Höhe mit dem ehemaligen Dorf Arguri, allenthalben beobachtete. Fallen Sonnenstrahlen auf diese glatte Oberfläche, so glänzt sie dergestalt, daß ich sie in der Ferne öfters mit einer EiSrinde bedeckt wähnte. Sollte diese auffallende Politur, wie sie Agassiz in den Alpen und im Juragebirg beobachtet hat, eine Wirkung der Gletscher sein, so müßte man hier eine Epoche von ganz verschiedenen klimatologischen Verhältnissen, «ine Eiszeit annehmen, wo die Gletscher in viel ttefere Regionen herabreichten. Die niedn'gsten Gletscher beginnen