Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 6 (6.1843)
- Date
- 1843-06-01
- Page
- Seite 168 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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V 108 Der Prophet Laggai. der langsamen Erfüllung steht, und zusieht, wie zu dem großen Mosaik,Gemälde des Werkes Gottes auf Erden nur allgemach und unter Streit und Kampf sich das Stkinchen zum Steinchen fügt, verkleidet leicht Schiff» bruch am Glauben, wenn er mit zweifelnder Seele das große Gesammtbild, das die Weissagung darbietet, ver» gleicht mit den geringen Dingen, die sich unter seinen Augen mühsam und langsam gestalten. So ging eS jenen rückgekehrten Israeliten. Die große Hoffnung der ersten Tage blühte ab, und die Prüfung, die her» rinbrach, brannte wie Sommcrglut das freudige Leben des Glaubens hinweg. Es schien als hätten die Trägrn'und Fleischlichen Recht gehabt, bei den reichen Vortheilen des babylonischen Lebens sitzen geblieben zu sein, und als sei der Glaube an die Verheißungen wirklich eine Thorheit gewesen. Dieß war nun aber auch der Zeitpunkt wo der HErr half; Darius Hystaspis bestieg den persischen Thron; Propheten traten wieder auf, und der erste, der im Namen des Gottes Israels das Wort nahm, war Haggai. Ueber die Person dieses Propheten^ wissen wir, wie bei mehrern andern, nichts Näheres. In seinem Buche selbst nennt er sich blos »Haggai, den Propheten» (1, 3); 2, 1. 10.), und wo er in dem Buche Esra erwähnt wird (5, 1; 6, 14.) da geschieht es mit den« selben Worten. Wenn wir aber über die Person dieses Knechtes GotteS im Ungewissen gelassen sind, so ist dafür die Zeitangabe seines Wirkens um so genauer. Bei jeder Weissagung, die das kleine Buch enthält, bemerkt Haggai genau den Tag, da er sie ausgesprochen. Es sind dieser Weissagungen vier, und sie fallen sämmtlich innerhalb den Zeitraum von vier Monaten, und in das