Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 5 (5.1843)
- Date
- 1843-05-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Beschicht« Jerusalem«, unter der Herrschaft Ortok's und seiner Söhne, wurden die christlichen Einwohner und die Pilger mit Beleidigungen verfolgt und zum Aeußersten getrieben. Oft drangen Schaaren der wilden Bedrücker während des Gottes» diensteS in die Kirchen ein, erschreckten die Betenden durch ihr zügelloses "Geschrei, stiegen auf die Altäre, stürzten die heiligen Kelche um, traten die geweihten Gefasse mit Füßen, brachen die Marmorzierden in Stücke, mißhandelten die Priester mit Schimpfreden und Schlä» gen ergriffen den Patriarchen selbst bei Bart und Haar rissen ihn von seinem Sitz auf den Boden, und schleppten ihn mehrcremale inS Gefängniß, damit die Christen ihn mit schwerem Gelbe daraus lösen sollten. Man könnte voraussetzen, daß dieser Zustand der Dinge, wenn er in Europa bekannt ward, die Lust zu Pilgerschaften gemäßigt, und die Christen des Abendlan, des abgeschreckt haben würde, sich solchen Gefahren und Beschimpfungen, wie sie bisher noch nicht ihres Gleichen gehabt, auszusetzen. Allein der Gebrauch war schon zu sehr eingeführt, Wallfahrten waren während dieses Jahrhunderts schon zu häufig geworden um auf einmal aufhören zu könney. Schaaren von Pilgern strömten nach der heiligen Stadt; und da die Turkmanen jetzt strenger in der Einforderung des Eintrittsgelds waren, qlS die Statthalter der ägyptischen Kalifen früher gewesen, so waren Taufende der Wallfahrer, die Alles was sie mitgenommen unterweg» verzehrt oder verloren hatten, gezwungen, wartend vor den Thoren zu liegen. Hier starben viele in Hunger und Elend. Lebendig oder todt waren die Pilger eine unerträgliche Last für die Einwohner geworden. Wenn sie in die Stadt eingelassen wurden, fo mußten die Ehristen eine beständige Furcht haben, daß sie durch ihr unvorsichtiges Betragen die Wuth der Be-