Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 3 (3.1843)
- Date
- 1843-03-01
- Page
- Seite 95 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Wüstenwind. 95 stichartige Schmerz an meinen Fingerspitzen. Diese Beobachtungen brachten mich auf die starke Bcrmuthnng, daß der heftig wehende Sturm, den man in Aegypten Kamsin zu benennen pflegt, entweder von starker elektrischer Ausströmung begleitet sei, oder dieselbe durch die Bewcgung des SandeS der trockenen Wüste verursache. Daher die ihn begleitenden dicken Staubwolken, bestehend aus isolirten Sand-Atomen, welche Tage lang am wolkenlosen Himmel die Sonne verfinstern. Man könnte selbst eine Erklärung finden, wie dieser Sturm durch eine elektrische Eigenschaft einzelnen Karavancn verderblich ward, wie dieß einige Reisende berichtet haben, wobei ich aber bemerken muß, daß ich von solchen Unfällen in den von mir durchreisten Ländern nie das mindeste gehört habe. Auf jeden Fall ist die Voraussetzung, daß solches Unglück durch Sandüberschüttung veranlaßt sei, das denkbar Lächerlichste. Der Kamsin oder heftige Sturm von Südost pflegt in Aegypten gewöhnlich zwei bis drei Tage lang anhaltend zu wehen, jedoch zur Nachtzeit mit weit weniger Gewaltsamkeit, Er stellt sich nur in der Zwischenzeit von der Hälfte des April bis Anfang Juni ein, daher der arabische Name, der so viel als fünfzig, das heißt: der Wind der fünfzig Tage, bedeutet. ES wäre zu wünschen, daß wissenschaftliche Reisende, mit physikalischen Instrumenten versehen, die elektrische Eigenschaft dieses Windes einer genauen Beobachtung unterwürfen; aber man müßte sich zum ForschungSpunrt nicht Cairo oder andere bewohnte Oerter anSwählen, wo die Lnft-Electricität sich bereits durch die Nähe der Baumgrnppen, der Häuser oder Thürme, verloren oder geschwächt hat. In der Mitte der Wüste, fern von jedem fließenden oder stehenden Wasser an Orte, wo der Wind mit seiner ganzen