Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 3 (3.1843)
- Date
- 1843-03-01
- Page
- Seite 82 (sequence 18)
- Language
- German
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82 Geschichte Jerusalems iim eine Weissagung des Zacharia *) zu erklären, versichert, daß die Stadt von Titus nur halb zerstört worden sei. Die Bemerkung des Hieronymus, daß es fünfzig Jahre lang nach ihrer Zerstörung »och Reste der Stadt gegeben, liegt wahrscheinlich der Wahrheit näher. Dieß stimmt auch mit andern spätem Berichten überein. Während eines halben Jahrhunderts nach der Zerstörung erwähnt die Geschichte Jerusalems nicht. Unter Trajan (regierte von 97 bis 117 nach Ehr. 1 hatten sicl, die Inden in Aegypten empört, und waren wieder unterjocht worden. Ihm folgte Hadrian, der den größten , Theil seiner Regierung damit zubrachte, die Provinzen seines Reichs zu bereisen. In Palästina muß er um das Jahr 130 gewesen sein, bis zu welcher Zeit, mit unbedeutenden Ausnahmen, die Juden sich ruhig verhalten zu haben scheinen, obwohl sie ohne Zweifel nur auf eine günstige Gelegenheit warteten, um das drückende römische Joch abzuwerfen und ihre nationale Unabhängigkeit wieder zu gewinnen. Der Kaiser mußte wohl den herrschenden Zustand der Gemüther wahrnehmen und es war natürlich, daß er Vorsichtsmaaßregeln traf, sich die Treue und Ruhe der Provinz zu sichern. Darunter gehörte, daß er den Ueberrest der Juden in Colonien nach verschiedenen Gegenden zerstreute, besonders längs der nördlichen Küste von Afrika. Eine andere Maaßregel, wichtiger in ihren Folgen, war der Wiederaufbau Jerusalems zu einer Veste, um der ganzen jüdischen Nation dadurch einen Zaum anzulegen. Dieser Entschluß HadrianS wird von dem Geschichtschreiber Dio Cassius (lib. LX1X. c. 12.) alS die *) Zach, u, 2. Und die Kälfte der Gtadt «ird gefangen weggeführt. und da« üdrige Volk wird nicht au-der Gtadt au-- gkdvttet «erden.