Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 3 (3.1843)
- Date
- 1843-03-01
- Page
- Seite 81 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte Jerusalem«. 81 so mit eroberten Städten. Der Pflug wurde über die Trümmer gezogen alS ein Symbol der Entweihung, und 'sie durften dann nimmer wieder aufgebaut werden. Allein - über Jerusalem ward nie auf diese Weise der Stab gebrochen; kein Pflug wurde über seine Ruinen geführt, wie bisweilen erzählt worden ist; kein abergläubischer Fluch hing an seinem einstigen Wiederaufbau. Josephus, der Augenzeuge und Theilnehmer aller jener Auftritte, der umständlich die Ereignisse und Folgen der Belagerung beschreibt, schweigt gänzlich über irgend eine Entweihung dieser Art. Das Gerücht ist wahrscheinlich erst iu neuern Zeiten entstanden, indem man eine Nachricht aus der Zeit HadrianS mit den Ereignissen, welche unter Titus vorfielen, verwechselt-hat. Die Zerstörung Jerusalems, wie schrecklich sie auch immer sein mochte, war dennoch nicht eine gänzliche. Josephus erzählt ausdrücklich, daß auf Titus Befehl die ganze westliche Stadtmauer und die drei Thürme Hippicus, Phaselus und Mariamne stehen geblieben seien. Die erstercn zum Schutz der Truppen, die hier in Garnison blieben, und die letzteren als ein Denkmal für die Nachwelt von der Stärke der Befestigungen, welche die römische Tapferkeit bezwungen habe. Bei seiner Abreise ließ Titus hier die ganze zehnte Legion als Besatzung und außerdem mehrere Schaaren Reiterei und Fußcohorten. Für diese Truppen und ihr Gefolge mußten Wohnungen geblieben sein; und es ist. kein Grund da, vor, auSzusetzen, daß solchen Juden, welche keinen Theil an dem Kriege genommen und vielleicht auch Christen verboten worden wäre, ihre Wohnung zwischen den Trümmern aufzuschlagen, so weit eS ihre Bedürfnisse erfordern mochten. Auf der andern Seite ist jedoch die Behauptung des Eusebius ohne Zweifel übertrieben, nzenn er, »echslkr Jahr«. 8