Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 2 (2.1843)
- Date
- 1843-02-01
- Page
- Seite 47 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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D>iS tausendjährige Reich. 47 Gottes Rath und Wort ging immer dahin, sein Volk in unmittelbare Leitung zu nehmen. Die Abirrung bestand immer darin, daß sich die Menschen dieser Leitung entzogen. Das Reich Gottes ist gekommen, wenn die Gemeine des HErrn, nach seiner Wiederkunft, Ihn znm gegenwärtigen Haupte hat. Schon zur Zeit Mose's wollte Gott sein Volk bei der Hand ergreifen und väterlich führen; Israel sollte eine.heilige Gemeine sein, in deren Mitte Er, der Heilige in Israel, als ihr Gott seine Wohnung hätte. Während andere Staaten von dem Willen der Menschen geleitet werden und unter menschlichen Gesetzen stehn und irdische Zwecke mit irdischen Mitteln verfolgen, sollten die Israeliten als ein heiliger Staat unter dem unmittelbaren Worte und Willen Gottes stehen, seinen Rath als Gesetz anerkennen und ihr göttlicher Staatszweck sollte der schon an Abraham ausgesprochene sein: "In dir sollen alle Völker der Erde gesegnet werden». Immer aber empörte sich in Israel die menschliche Selbstwilligkcit gegen die Leitung des göttlichen Willens und trug den Sieg davon zum Verderben des Volkes. Besonders anschaulich ist dieses in dem Benehmen der Israeliten gegen den greisen Samuel. Nach Zeiten der Noth und des Drucks waren sie durch die prophetische Leitung dieses Mannes Gottes zu einer vorher nie vorhandenen Einheit, Stärke, Belebung und zum Bewußtsein aller dieser Güter gelangt. Baten sie nun, als Samuel alterte, daß er ihnen vor Gott einen Mann auSwirke, der in seinem Geiste die Leitung JSraelS fortsetze, wie Josua dem Mose gefolgt war? Mit Nichten. Jetzt fühlten sic sich dem Gängelbande entwachsen, freuten sich ihrer Stärke und verlangte» einen König, »wie alle Heiden habt»".