Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 2 (2.1843)
- Date
- 1843-02-01
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Da» tausendjährige Reich. Nirgends wird ausdrücklich gelehrt, daß diese drei großen Ereignisse der Zeit nach in einen Augenblick zusammenfallen, während allerdings mehrere Stellen diese Begebenheiten ganz nahe aneinander zu rücken scheinen. Wir sagen »scheinen'-, denn es liegt in der Natur der prophetischen Fernsicht, daß sie künftige Dinge neben, einander stellt, welche in der später» Wirklichkeit große Zwischenräume zwischen sich haben. Die Aussicht in die geistige Ferne gestaltet sich wie die Aussicht in die irdische Ferne. Wir sehen einen entlegenen Gebirgsstock mit seinen verschiedenen Rücken und Gipfeln vor uns und das Ganze erscheint als eine zusammenhängende Masse; weite Senkungen, tiefe Thäler bleiben dem entfernten Auge ganz verborgen; erst wenn wir den Berg ersteigen, zerlegt er sich uns in seine einzelnen Theile, und Gipfel, welche mp als vorragende Ecken des Ganzen erschienen waren, zeigen sich als selbständige Kuppen. So geht es auch mit der prophetischen Fernsicht. In derselben stellen sich künftige große Begebenheiten dicht nebeneinander und erscheinen als ein gewaltiges Ganzes, während, wenn die Zeiten eintretcn, dieses eine sich wieder in mehrere einzelne, durch tiefe Thäler, d. h. durch bedeutende Zeiträume getrennte Ereignisse anflöst. So haben die Propheten dcö alten Bundes von dein Zustande der Erniedrigung und dem Zustande der Erhöhung des Messias gesprochen. Zwischen diesen beiden Zuständen liegt der lange Zeitraum unserer jetzigen Kirchcnzeit von der ersten Ankunft Christi bis zu seiner zweiten Zukunft, aber dieses tiefe Thal der Zwischenzeit konnten die Propheten nicht sehen und die Gläubigen des alten Bundes konnten eS nicht erwarten. Man verstand die Erniedrigung des' Messias von seiner Menschheit und die Erhöhung von seinem Siege, und man erwartete, daß beides in eins