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Das Morgenland · 1843-02-01 · 2 (2.1843) · p. Seite 39

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Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
2 (2.1843)
Date
1843-02-01
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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Da« tausendjährige Reich. SV mehr die sittliche Nacht und die sündliche Finsterniß richten, sonder» nur die lachenden Fluren des äußern Menschenlebens wärmen und vergolden sollte, so mußte gegen ein solches erträumtes Reich der tausend Jahre von Seite der Bekenner evangelischer Wahrheit eine unumwundene und entschiedene Verwahrung eingelegt werden. Es wurde also in der christlichen Kirche die Vorstellung von einem tausendjährigen Reiche mehr und mehr beseitigt und so zu sagen abgethan. War das nöthig? Gewiß nicht. War eS recht? Auch nicht. Dem Mißverstand muß der Verstand, dem Unrichtigen das Richtige cntgegrntreten, und es sollte nicht, um unS eines bekannte» Sprichwortes zu bedienen, das Kind mit dem Bade ausgeschüttet werden. Aber eS ist einmal so. Wir bewegen uns zu dem Ziele der Wahrheit selten auf gerader Bahn, sondern durch Stoß und Gegenstoß, und unter den Oscillationen (Schwankungen) nach links zuviel und rechts zuviel gelangen wir erst allmälig zu dem mittler» Ziele, daö von de» Einen wie von den Ander» übersehen wird, zu welchem hin aber doch eine unsichtbare Hand die kämpfenden und wogenden Meinungen der Menschen in langsamer Wirkung leitet. Ein Sieg des Evangeliums auf Erden, aber ein geistiger Sieg, — ein Reich Gottes hienieden, aber ein reines und heiliges: das ist daS Zirl, das hätte sollen erkannt werde». Aber indem die Einen nur ein sinnliches Reich träumten, wollten die Andern gar keines, und wenn nur die Wahl blieb zwischen diesen zwei Meinungen, so ist es allerdings besser, daß die letztere und nicht die.erstere in der Kirche den Sieg davon gettagen hat. Aus den Lehren unsers HErrn und seiner Apostel er, gibt sich, daß drei Dinge zukünftig sind: Die Wieder kunft Ehristi, das Gericht, und das Ende der Welt.

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