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Das Morgenland · 1843-02-01 · 2 (2.1843) · p. Seite 36

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Journal
Das Morgenland
Volume
6 (1843)
Issue
2 (2.1843)
Date
1843-02-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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Da« Uusentjahrige Reich. »6 Mit welchem Namen man aber auch diese kommende Zeit deö Sieges unscrs HErrn bezeichne, so war die Hoffnung und die Erwartung derselben seit den frühesten Zeiten der Christenheit rege und es galt bei den Christen der ersten Jahrhunderte der Glaube an das tausendjährige Reich als wesentlicher Bestandtheil des Gesammtglaubens der Christen, und ihnen wäre es eben so wahrscheinlich erschienen, daß man einmal werde Christ sein wollen ohne an die Auferstehung oder das Gericht zu glauben, alü sie eS würden möglich erachtet haben, daß Zeiten kommen, wo man den Glauben an die Offenbarung Gottes in der heiligen Schrift bekennen und dennoch das Ziel aller Weissagung und aller Werke Gottes: den endlichen Sieg seines Reiches — nicht anerkennen werde. Indessen konnte der Glaube an das tausendjährige Reich in der Kirche sich nicht halten. Dazu wirkten mehrere Ursachen. Zuerst »lag es in der Natur der Dinge, daß, nachdem einmal das Christenthum'Staatsreligion geworden war, und auf Erden sich eine bleibende Wohnung gegründet hatte, cS sich auch sofort eine längere, irdische Dauer verhieß, so daß auch die Erwartung der sichtbaren Wiederkunft Christi und deS Weltuntergangs unwillkürlich weiter hinauSgeschoben wurde, und nur vorübergehend bei äußert ordentlichen Zciterschütterungen wieder auftauchte». *) AlS sich dann im weiteren Verlauf der Zeit das Papstthum immer mehr ausbildete und seine Behauptung fest, stellte, die Statthalterschaft GotteS auf Erden zu sein, so konnte daneben die Lehre nicht bestehen noch geduldet werden, daß die Kirche aus dem gegenwärtigen, unvollkommenen Zustande in einen bessern überzugehen habe *1 Hagenbach. Dvgmrngeschichte. I. 430.

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