Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 1 (1.1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichen der Zeit. 17 I halten, ohne deswegen die sinnlosen Spitzfindigkeiten der Rabbine» eben so hoch, ja noch höher zu stellen. Wir betrachten jede Aeußerung, welche in diesem Sinne geschieht, als ein nicht unwichtiges Zeichen der Zeit; wir freuen uns in dem schätzbaren Blatt, »der Orient", einer solchen lebenskräftigen Aeußerung israelitischen Glaubens begegnet zu sein, und wir theilen unfern Lesern das Wesentliche mit aus den von zwei jüdischen Theologen abgegebenen Gegenerklärungen wider das Gutachten des Sachsen - Meining'schen Landrabbiners. Der erste derselben, Rabbiner Dr. Hirschfeld, zeigt, wohin der Satz, daß Verordnungen irgend einer Landesbehörde dem Juden über dem mosaischen Gesetze stehen dürfen, in seinen Consequenzen führe. Wenn der Staat, »ach dem Gutachten des Landrabbiners »das Recht hat, ein mosaisches Gesetz aufzuhebrn«, so kann derselbe in gleicher Weise — so schließt Dr. Hirschfeld — »wenn es ihm lästig ist, Juden bürgerlich zu dulden, dieselben zwingen, den angestammten Glauben abzulegen, und zum Christenthum" — oder jeder andern Landesreligion — "überzugehen, und wir haben uns dann nicht über Religionszwang zu beklagen.Da ist nun keine Zeit deS Schweigens; denn unser Glaube ist schändlich prostituirt, und die Aufklärung, die sich allmählig Bahn bricht, in den Augen jedes redlich denkenden verhaßt gemacht. Cs verließen noch in unfern Tagen ganze Gaue ihre heimathlichen Berge *) und «änderten um einer Glaubensform willen in die weite Ferne, und Protestanten weigerten sich, selbst in Reihe und Glied, das Kniee zu beugen vor der Monstranz; und der Jude soll alles thun dürfen, weil es der Staat ge- *) Die Zillerthalrr. ♦*) 3" der Bayer'schen Arme« Sechsler Jahr« 2