Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 6 (1843)
- Issue
- 1 (1.1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Manna S das mit, was am vorigen Tag herab in den Sand geträufelt ist. Um dasselbe von den anklebenden fremden Thrilen z» reinigen, pressen sie es durch Leinwand und bewahren es dann ist ledernen Schläuchen oder in den ausgehöhlten, getrockneten Schalen der Flaschenkürbisse auf. Eine bedeutende Quantität verbrauchen sie selber, nicht blos wegen des honigartigen Wohlgeschmacks, sondern weil sie es für die Gesundheit sehr zuträglich halten; das Uebrige verkaufen sie nach Kairo, oder an die Mönche in dem Kloster auf dem Sinai. Diese letzter» verkaufen es wieder im Einzelnen namentlich an die Pilger aus Rußland, welche es sehr hoch schätzen und theuer bezahlen. Der Preis ist ziemlich hoch, denn man bezahlt an Ort und Stelle für die Woga (— 4% englischen Pfunden) 60 Dollars (einer — 2 fl. 30 kr.), so daß das Loth ungefähr auf einen Gulden kommt. Es findet sich nur nach starkem Regen, und bleibt in trockenen Jahrgängen ganz aus. In den ergiebigsten Jahren übersteigt, nach der Versicherung der Mönche und der Beduinen, der Gesammtbetrag des auf der ganzen sinaitischen Halbinsel gesammelten Manna's nicht 150 Wogas (d. i. ungefähr 700 englische Pfund) und oft gibt eS nicht den Drittel so viel.*) AuS diesen Nachrichten ergibt sich, daß ein Erzeugniß, welches mit dem biblischen Manna, wie es im 2. Buche Mose beschrieben wird, viele Aehnlichkeit hat, noch heutiges Tages im Morgenland und namentlich in der Gegend des Sinai gefunden wird. Auch der Name ist noch ganz derselbe. Jndeß muß doch das Manna der Israeliten etwas wesentlich anderes gewesen sein, denn dieses heutige Manna dient nicht zur Nahrung. *) Weitster ii., S. 4«. Schubert, Reist, II. S. Z»7.