Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 12 (12.1842)
- Date
- 1842-12-01
- Page
- Seite 362 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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362 Tela. Sandsteinboden ist der Hör. Die Weichheit des Steins diente beim Aushöhlen der Grabmäler und bei der Skulptur ihrer Verzierungen zu großer Erleichterung; aber dieselbe Ursache hat auf ihre Erhaltung nachtheilig eingewirkt, außer wo sie durch ihre Lage geschützt werden. Die Khusneh selbst ist so einzig und allein durch das überragende, sie beschirmende Felsengewölbe so wunderbar verschont geblieben. — Nicht die kleinste Merkwürdigkeit unter den Eigenthümlichkeiten dieses seltsamen OrteS ist die'Farbe der Felsen. Sie bieten nicht eine tobte Masse von mattem, eintönigem Roth dar, sondern eine unendliche Mannigfaltigkeit Heller, lebendiger Farben, von dem dunkelsten Earmosin bis zum sanftesten Blaß« roth, zuweilen auch in Orange und Gelb überspielend. Diese wechselnden Schattirungen sind oft durch wellenför, mige Linien deutlich bezeichnet, was der Obersiäche des Felsen eine Aufeinanderfolge von glänzend schillerndem Colorit verleiht, gleich den Farben gewässerten Seidenzeugs, und den imposanten Effect der ausgehauenen Monumente bedeutend erhöht. In der That möchte es unmöglich sein, --dem Leser eine Vorstellung von dem seltsamen Effect der Felsen zu geben, die mit den ungewöhnlichsten Farben colvrirt sind, und deren Gipfel unS die Natur in ihrer wildesten und romantischsten Form vorführt, während ihre Basis in aller Symmetrie und Regelmäßigkeit der Kunst ausgearbeitet ist, mitEolonnaden und Giebeln und Reihen von Eorridoren, welche an ihren senkrechten Wänden hängen-«. *) Dieses Farbenspiel sicht man besonders auf den nach dem Deir und dem Berge Hör gehenden Pfaden in überraschender Weise sich entfalten. *) Irbjr and Mangle», p. 423.