Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 11 (11.1842)
- Date
- 1842-11-01
- Page
- Seite 327 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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txr Prophet Obadja 327 miter aus der Zeit ihrer Kraft nur schwache Spuren. Sie dehnten sich aus bis an den Meerbusen von Akaba, wo die Seestädte Elath und Eziongeber den großen Handel mit Arabien und Indien vermittelten. Die Waaren gingen dann auf Kameelen nach den Häfen der Phönicier am Mittelmeer. Zu der Zeit der römischen Kaiserherrschaft kam dieser Handel aufs neue in Flor und die Römer zeigten wie überall so auch in diesen Felswüsten ihr Administrations-Talent in Anlegung von Straßen und Sichrrung derselben durch Militärposten. Ohne' Zweifel werden in nahender Zeit jene alten, von den Edomitern gebahnten und betretenen, »nd von den Römern aufgefrischten Pfade des Völkerverkehrs, aufs neue gangbar gemacht werden durch die Engländer, welche alle jene alten Straßen des Morgenlandes wieder suchen und erneuern. Der Handel rief, wie überall so auch bei den Edomitcrn Wohlstand und Bildung hervor. Davon zeugen unter andern die Spuren, welche jetzt noch in den Ruinen der Hauptstadt Sela vorliegen, von der wir nachher besonders noch sprechen wollen. Auch war im Altcrthum die Weisheit berühmt, welche die Edomiter unter sich pflegten, namentlich werden die von Theman hervorgehoben (Irrem. 49, 7. Hiob 2, 11.; 4, 1.). Die Edomiter hatten anfangs, nach 1 Mos. 36. nur die alter« thümNche Stammverfaffung, wonach jedes größere Geschlecht unter seinem eigenen Fürsten oder Stammhauptc stand. Bald aber traten Könige auf, von denen in dem angeführten Capitel uns mehrere genannt werde». Doch ist vermnthlich die Gewalt dieser Könige keine absolute gewesen, sondern sie mögen, wie dieses bei andern Völkern auch der Fall war, mehr nur daS leitende Oberhaupt der übrigen Stammhäuptrr gewesen sein. — Ucbc» die Religion der alten Edomiter ist uns nichts bekannt.