Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 10 (10.1842)
- Date
- 1842-10-01
- Page
- Seite 312 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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$12 Cd< Bitthum Jerusalem. die Mauern, Höfe und platten Dächer der Häuser bedeckt, trägt das Seine zu der Ungesundheit der Atmosphäre bei, wenn er in den heißen Monaten abwelkt und verdorrt. Ganze Sttaßen in dem türkischen Stadtquartier befinden sich in dem äußersten Verfall. Wahrlich, ganz Jerusalem ist eine Stadt in Trümmern, gebaut auf Trümmer, auf die Trümmer von mehr als drei Jahrtausenden! Aber selbst über diesen hochgehäuften Schutt- Hügeln langer Generationen waltet ein Etwas von Majestät und Größe, und bilhxt mit dem tausendjährigen Wust und Graus einen Contrast, dessen Gleichen sonst nirgends ans Erden sich findet. Die massiven Ucberreste alter Baukunst, die ungeheuer« in Mauern und Straßen vorhandenen Steinblöcke, die vom Feuer verletzten Gäulen und halb eingestürzten Bogengewölbe, die noch in ihrer Zerstörung der Gewalt und der Zeit gettotzt haben, sind _ heute noch stumme Zeugen der alten untergegangenen Größe. Bedeutsamer als sie ist aber ein anderes, le, bendiges Denkmal, ich meine den Bewohner dieser Trümmer, dessen Gesichtsbildung, Kleidung und Sprache uns ankündigt, daß er ein Nachkomme AbrahamS, Isaaks und Jakobs ist, und der noch mit ahnender Hoffnung in der Stadt seiner Väter weilt, obgleich sie in Trümmern liegt und zertreten ist von den Weltvölkern. Dieses thatsächliche Vorhandensein von Söhnen Israels auf dieser Stätte redet uns aber nicht nur von einer untergegangenen, sondern weissagt auch von einer zukünftigen Herrlichkeit Jerusalems, wenn »der Weg des Hauses des HErrn erhaben sein wird über alle Wege«, und »Jerusalem wieder gesetzt sein wird zur Freude und Wonne auf Erden.»