Mannheim
Compact Memory

Das Morgenland · 1842-10-01 · 10 (10.1842) · p. Seite 291

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
5 (1842)
Issue
10 (10.1842)
Date
1842-10-01
Page
Seite 291 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/4872516-5427214-5427336--1967-4874416
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Oer Prophet Habatuk. rvi stellungt» enthalten, wie z. B. die Bücher der Makkabäer, so haben sie die Bedeutung einer alten Geschichts« quelle, wo sie aber offenbar ins Legendenhafte hinüber gerathen, so stehen sie auch mit allen andern Legenden auf einer Linie. Liegt uns nun aber in Beziehung auf die Person des Habakuk nichts Sicheres vor, so suchen wir die Zeit zu bestimmen, in welcher er gelebt hat. Wenn jene Sage, die wir eben erwähnten, auch nur das mindeste Gewicht hätte, so würde daraus hervorgehen, daß Habakuk nach der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar und zwar in der später» Zeit der babylonischen Gefangenschaft gelebt habe. Da aber die Erzählung ohne allen Werth und Bedeutung ist, so müssen wir uns für die Zeitbestimmung des Lebens und Wirkens unseres Propheten lediglich an sein Buch selbst halten. Dieses gibt nnkeine ausdrückliche Bestimmung der Zeit an die Hand und wir müssen, das was wir suchen erst aus dem Inhalte der Weissagung zu ermitteln trachten. Da nun Habakuk die Chaldäer und ihr Heranrücken schildert und dieses feindliche Volk mit Namen nennt (Cap. 1, 6.), sich aber doch aus seiner Darstellung ergibt, daß die Gefahr erst nahte und noch nicht eingetreten war, und da von den Chaldäern als von einem Volke gesprochen wird, das die Israeliten noch nicht näher und auS eigener Anschauung kannten, so nimmt man mit Wahrscheinlichkeit an, Habakuk habe diese seine Weissagung etwa unter der Regierung deS König- Jojakim ausgesprochen. Denn. unter diesem Könige treten die Chaldäer zuerst in der biblischen Geschichte hervor. Wir haben oben, S. 196, von dem Könige Josia, dem Vater deS Jojakim, gesprochen, unter welchem die Propheten Jeremia und Zephanja aufgetreten waren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.