Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 9 (9.1842)
- Date
- 1842-09-01
- Page
- Seite 288 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Stand der Dinge i« Morgenlanke. maronitischer über ersteres, ein drusischer über letzteres Volk, damit die National«Selbständigkeit beider Völker anerkannt und geschont werde. Um aber auch der Ober, Hoheit der Pforte ihre Ehre anzuthun, so sollen beide Emire unter einem türkischen Oberbeamten stehen, wel« cher letztre jedoch nicht im Libanon wohnen dürfe, son« dern etwa in DamaSk. Die türkische Regierung fand aber für gut, diesen Schn'tt als eine unberufene Ein« Mischung zu betrachten, von der sie keine Notiz zu neh« men habe. Sie legte vielmehr den europäischen Bot« schaftern einen ganz andern Plan vor, der darauf hin, aus geht, den Libanon unter unmittelbar türkische Ver« waltung zu nehmen. Diesem Vorschlag setzten die Bot, schafter ihrerseits die kräftigsten Vorstellungen entgegen und erhielten das Versprechen, man werde über die Sache reiflicher Nachdenken und die Einwendungen der christli« chen Mächte gebührend berücksichtigen. Statt dessen wurde in den letzten Tagen des Septembers ein Hattischerif — großherrliche Willensmeinung — publicirt des Inhalts, Effaad, Pascha von Saidah (Sidon), sei zum Gouver, »eiir des Libanon ernannt, und zwei türkische Befehls, Haber sollen unter ihm die Angelegenheiten der Maroni« ten und der Drusen verwalten. Dadurch sind mit ei« nem Schlage alle gemachten Versprechen, alle alten Rechte und Freiheiten, alle Hoffnungen der Gebirgsvöl« ker, alle Ansprüche der bisher regierenden Familie Scha, Hab — zu der der alte Emir Beschir gehört — zu Bo» den geschlagen und zwar mit einem großherrlichen Macht« befehl. Die christlichen Botschafter protestiren dagegen. Außer dieser Frage deS Libanon liegt aber noch eine Schwierigkeit, und zwar die Mutter aller andern, in Kon« stantinopel selbst. Von dieser wollen wir daS nächste Mal reden.