Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 9 (9.1842)
- Date
- 1842-09-01
- Page
- Seite 274 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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274 Die Restorianer. nicht übermäßig; eine halbe Stunde von dem Orte sin« det sich schon Schnee, der das ganze Jahr bleibt. Die Gärten und die Pappelweiden geben dem Thale einen freundlichen Anstrich. Selbst die Weinrebe wird gebaut, aber der Ertrag ist unbedeutend. Das Ungeziefer ist nicht so zahlreich und so beschwerlich als in den untern Gegenden. Die Leute sind gesund und lebhaft, aber in ihren Sitten etwas ungeschliffener als in andern Gegen« den. — Der Bruder des Patn'archen wurde krank, so daß er meiner Pflege bedurfte. Die Ursache lag, wie er selbst sagte, in der Anstrengung der Fußrcise bei der großen Hitze. Er und viele andere seiner Glaubensge» »offen waren in Beobachtung ihrer zahlreichen vorge« schriebenen Fasten nicht allzuängstlich und Butter oder andere von Thieren herkommende Nahrung wurde oft am Mittwoch und Freitag gegessen. Die wichtigern Fasten hingegen wurden voll den Priestern und dem Volke mit größter Treue beobachtet, ausgenommen auf Reisen. Der Umstand daß ich ganz keine Fasten hielt, entschul« digte der Bruder des Patriarchen dadurch, daß ich nicht unter den Concilien stehe, durch welche diese Derpflich» klingen ihnen auferlegt worden. Am letzten Sonntage, den ich in Ashitha verbrachte, versammelte sich das Volk in großer Anzahl, um sich über einen Angriff zu berathen, der gegen die Berwcr« Kurden, an der GrLnze gegen Mosul, sollte ausgeführt werden, weil diese unlängst zwei Nestorianer an der Gränze erschlagen. Einige -von den Aeltesten riethen zur Güte. Hingegen der Priester Auraham und des Patriar» chen Bruder drangen darauf, daß man sogleich z» den Waffen greife; der letztere erklärte, wenn sie sich der« gleichen von den Kurden gefallen ließen, so seien sie keine Männer mehr und möchten nur gleich Weiberröcke