Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 9 (9.1842)
- Date
- 1842-09-01
- Page
- Seite 272 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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»7» Di« Resiorianer. Hier wohnt der junge Mann, dessen Augen ich vom Staar befreit und der mir bei dem ersten Besuche in diesem Lande eine so freundliche Aufnahme verschafft hatte. *) Er bezeugte große Freude mich wieder zu sehen, und reichte mir abermal ein Geschenk an Honig, als wiederholtes Zeichen seiner Dankbarkeit. Den 23. Juli um Mittag erreichten wir Ashitha. Der Priester Aura Ham (Abraham) hieß unS freundlich willkommen; wir trafen ihn an seiner gewohnten Arbeit, nämlich Bücher abzuschreiben für den Gebrauch des Volkes. Wir blieben nun fast einen Monat bei ihm. Den Tag verbrachten wir in dem Obergemache mit dem Priester und den zahlreichen Besuchern, die zu uns kamen; des'Nachts schliefen wir auf dem Dache; ebendaselbst speisten wir auch und hielten unsere Abendandacht. Am Sonntage kamen die Leute, oft bis fünfzig an der Zahl, in unser Gemach, wo ihnen einiges aus der heil. Schrift in der Volkssprache vorgelescn und erklärt wurde. Bei Anlaß dieses Aufenthalts mitten im Volke, hatte ich mehr denn zuvor Gelegenheit, den ganzen Zustand des, selben aufs genaueste kennen zu lernen. Mit wenigen Ausnahmen sind selbst die Priester außerordentlich unwissend und darum auch nicht sonderlich geneigt, sich für die Erleuchtung ihres Volkes große Mühe zu geben. Jndeß so groß im Allgemeinen die Unwissenheit ist, so fand ich doch Empfänglichkeit und offenen Sinn, wenn ich ihnen an das Gewissen redete. Ich überblickte mit ihnen die bisherigen wunderbaren Führungen Gottes in Beziehung auf ihre Kirche und ihre Nation, und wies ihnen nach, wie die Züchttgungen, womit Gott die morgenländischen Kirchen heimsuchen mußte, an ihnen nur *) Wir haben diese« merkwürdige Zusammentreffen erjählt im Januarheft diese« Jahrgang«, Seite 19.